Montag, Dezember 26, 2011

Weihnachten

Donnerstag abend, ich schrieb gerade diesen Eintrag, bat mich Evelyn, ob ich sie und ihre Grossmutter zum Arzt begleiten könnte.

Normalerweise mischte Evelyns Grossmutter bei Vorbereitungen zu Festivitäten immer mit oder unterhielt die Kinder, am Donnerstag sass sie den ganzen Tag nur auf dem Sofa und wirkte abwesend. Am Abend bemerkte sie dann, dass sie sich nicht wohl fühle, woraufhin wir sie zum Arzt brachten, was sie eigentlich gar nicht wollte, aber dann doch ohne grösseren Protest über sich ergehen lies, auch das war nicht gerade das, was wir erwartet hatten.

Der Arzt stellte nichts fest, was sie nicht schon selbst wusste, sie hatte zu niedrigen Blutdruck, eine leichte Anämie und Diabetes, er injizierte ihr Eisen und bat sie, ihre Blutwerte überprüfen zu lassen, damit er ihr bei der Einstellung ihrer Insulin-Dosis helfen könne.

Wieder zu Hause, machte Grossmutter einen besseren Eindruck, wir sassen noch ein bischen zusammen und gingen dann irgendwann schlafen.

Freitag, gegen drei Uhr morgens weckte uns Schwiegermutter: Grossmutter reagiert nicht mehr! Sie reagierte wirklich nicht mehr, Puls war keiner mehr zu finden und sie fühlte sich auch schon kälter an, als das bei einem Menschen normal ist.

Einen Arzt rufen. Familie verständigen. Transport in den DeEffe organisieren. Unsere Sachen packen, das Essen irgendwie so einlagern, dass es in den nächsten Tagen nicht schlecht wird. Papiere zusammensuchen.

Wir fuhren also in den DeEffe, trafen uns mit dem Rest der Familie bei Schwiegermuttern in der Granada, dann ging es zur Leichenhalle, wo eine Nacht lang Totenwache gehalten wurde. Ich war nicht dabei, ich bin mit den Kindern in der Granada geblieben. Am Samstag war die Beerdigung, ich versuchte derweil die Kinder bei Laune zu halten, bei der Kleinen war das relativ problemlos, die Grosse wollte allerdings wissen, wo Mama ist und wann denn nun endlich Weihnachten ist.

Weihnachten verlegte ich kurzerhand auf Sonntag (was ja gar nicht mal so falsch war, obwohl ihre Frage eher auf die Bescherung am 24. abzielte),die Frage nach der Mama war nicht so einfach.

Ich war absolut nicht darauf vorbereitet, einer Fünfjährigen zu erklären, was es mit dem Sterben auf sich hat, andererseits wollte ich ihr auch keine Lüge auftischen, früher oder später würde sie mitbekommen, dass ihre Urgrossmutter gestorben ist und spätestens dann würde ich es ihr erklären müssen. Also erzählte ich ihr, dass die Grossmutter unterwegs in den Himmel sei, die komplette Familie ist in der Kirche und betet, damit sie eine gute Reise hat. Das Problem dabei sei, dass die Grossmutter aus dem Himmel nicht wieder zurück zu uns kommen kann, weshalb alle traurig sind. Das war mir nahe genug an der Wahrheit und doch weit genug weg, ihr nicht beispielsweise Sinn und Zweck einer Beerdigung erklären zu müssen.

Natürlich war am Samstag niemandem mehr nach Weihnachten und auch wir feierten nur den Kindern zuliebe am Sonntag zu viert eine kleine Bescherung im neuen Zuhause.

Donnerstag, Dezember 22, 2011

Frohe Weihnacht!

Aus der Stereoanlage plärrt etwas, das sich wie die Schlümpfe-Weihnacht auf spanisch anhört. Onkel Chucho schmückt hingebungsvoll den Weihnachtsbaum, während die Grosse um ihn herumhüpft, als ob sie Ameisen in ihrer Hose hätte.

Vor dem Fressnapf sitzen zwei Katzen, eine von den neuen und eine der alten und fauchen sich an, während eine dritte vor der Kleinen flieht, die sie mit einer leeren Plastikflasche zu verhauen versucht. Allerdings ist die noch dermassen damit beschäftigt, das Gleichgewicht zu halten, dass die Katze nicht ernsthaft gefährdet ist.

Schwiegermuttern bereitet das Weihnachtsessen vor, während Evelyn versucht, Ordnung in das Chaos aus Umzugskartons, zerlegten Möbeln, Werkzeugen und Dreck zu bringen.

Draussen im Garten wirft Robin den Grill an, da Schwiegermuttern die Küche belegt gibt es nur ein paar Würstchen und Grillfleisch zum Mittag.

Dazwischen kämpfe ich mit einer Dokumentation, die unbedingt noch vor Weihnachten fertig werden muss, während mich alle 5 Minuten mein Scheff, der Verkäufer, dessen Scheff oder sonstwer anruft, um zu fragen, ob ich das Teil denn bald fertig hätte.

Nein, weihnachtlich ist mir nicht zumute. Dafür ist es einfach zu warm, der Bau war zu stressig und auch im Job lief es die letzten Wochen nicht immer so rund wie es idealerweise sollte.

Trotzdem wünsche ich allen da draussen ein frohes Fest und eine besinnliche Zeit mit den Menschen, die sie am liebsten um sich herum haben!

Mittwoch, Dezember 14, 2011

Neue Katzen

Wir haben zwei neue Katzen, die sind unserem Schwager zugelaufen. Irgendwer, der die beiden nicht mehr haben wollte, hat sie noch relativ jung beim Schwager über den Zaun geworfen. Der steht allerdings mehr auf Hunde und hat die Findelkinder nur behalten, weil wir ihm versprachen, die beiden aufzunehmen, sobald wir in unser neues Heim einziehen können. Der Bau ist zwar immer noch nicht fertig, aber eine seiner Hündinnen hatte jetzt selbst Nachwuchs bekommen und so wurde es bei ihm ziemlich eng, also haben wir die beiden schonmal vorab auf der Baustelle untergebracht. Gestern abend schaute ich spät nochmal nach dem Rechten auf der Baustelle und fand die beiden zusammen mit der Nachbarskatze um den Futternapf versammelt, die Racker scheinen sich ja zumindest mit den Nachbarn zu verstehen. Bin mal gespannt, wie sie reagieren, wenn wir nächste Woche die anderen beiden Katzen mitbringen.

Mittwoch, Dezember 07, 2011

Es tut sich was

Es gab da früher mal einen simplen Witz: Was macht ein Polizist, wenn er im Lotto gewinnt? Er kauft sich eine Kreuzung und macht sich selbständig. Das geht hier einfacher, man organisiert sich ein paar alte Eimer, Kisten, Was-Auch-Immer, sucht sich ein Stück Strasse, möglichst in der Nähe einer Behörde, eines Marktes oder irgendeines frequentierten Gebäudes und macht sich als Parkplatzvermieter selbständig. Man stellt seinen Müll so am Strassenrand ab, dass niemand mehr dort parken kann und wartet, bis jemand eben dies tun will. Dann bietet man an, sein Geraffel gegen Entgeld zu entfernen.

Zugegeben, das ist der übelste Fall, es gibt auch Leute, die einfach nur beim Ein- oder Ausparken helfen und während der Parkzeit ein Auge auf das Fahrzeug haben. Die beschweren sich natürlich nicht, wenn man ihnen anschliessend ein paar Peso in die Hand drückt, wenn man es nicht tut, haben sie eben Pech gehabt. Mit diesen Leuten kann ich leben und wenn ich Kleingeld dabei habe, gehen die normalerweise auch nicht leer aus. Aber es gibt eben auch die, die ganz frech ein Stück Strasse beanspruchen und feste Tarife kassieren. Wie gesagt, auf öffentlicher Strasse, die von Steuergeldern bezahlt wurde. Und wer glaubt, er könne einfach so parken und die Bezahlung verweigern, weil er schliesslich auf öffentlichem Grund steht, freut sich mitunter über kreative Muster, die in Abwesenheit in seinen Lack geritzt wurden.

Obwohl das Reservieren öffentlichen Parkraumes mittlerweile explizit verboten ist, tut die Polizei nicht viel, es wird gemunkelt, dass einige Polizisten bei den Franeleros (benannt nach dem Stück Lappen, mit dem sie beim Einweisen winken) selbst abkassieren. Das führt bei den Autofahrern zu Unmut, mittlerweile gibt es Gruppen bei Facebook oder Accounts bei Twitter, die sich dem Thema widmen und ein Ende der Erpressung fordern.

Jetzt tut sich endlich etwas, der Präsident des Rates für öffentliche Sicherheit des DeEffe hat sich letzte Woche offen dafür ausgesprochen, dass die Franeleros verschwinden. Allerdings nicht von den Strassen, sondern aus dem Sprachgebrauch. Er schlägt vor, diese Menschen, die "nützlich für die Gesellschaft sind", zukünftig "monitores ciudadanos vehiculares" (zu dem Schwachsinn fällt mir nichtmal 'ne passende Übersetzung ein, für mich klingt das nach "bürgerliche Fahrzeugwarte" oder "Fahrzeugbeaufsichtiger") zu nennen. Tolle Idee, benennen wir das Problem um, vielleicht tut es dann nicht mehr so weh. Als nächstes benennt er hoffentlich den Feierabendverkehr in "bürgerliche Fahrzeugkolone der Schrittgeschwindigkeit" um, damit würde er eines der Hauptprobleme der Stadt lösen.

Quelle.

Sonntag, Dezember 04, 2011

Überraschung

Für mich galt auch schon früher der Spruch "Weihnachten kommt immer so plötzlich", aber seit ich hier in Mexico lebe, erwischt mich das Ereignis noch unvorbereiteter. Es gibt hier einfach keine Jahreszeiten und die Länge der Tage unterscheidet sich auch kaum, so dass mir meist erst bei der Reisekostenabrechnung für den November auffält, dass ja jetzt der Dezember angebrochen ist.

Das war bisher kein echtes Problem, zumal sich Evelyn um die Geschenke für ihre Familie kümmert, aber dieses Jahr hat mich das zum ersten Mal so richtig gestört. Ich würde meinen Kindern gerne auch die deutschen Bräuche wie den Weihnachtskalender und den Advent (beides ist hier recht unbekannt) zeigen, aber für beides war ich dieses jahr viel zu spät dran. Da spielte diesmal sicher auch die Reiserei und der Bau (der angeblich nächste Woche endlich fertig werden soll) eine Rolle, aber ärgerlich ist es schon. Vielleicht klappt's ja nächstes Jahr.

Dienstag, November 22, 2011

Nachlese Charlotte

Ich bin endlich wieder zu Hause. Charlotte war toll, sowohl die Stadt als auch das Projekt. Die Leute mit denen ich gearbeitet habe, waren echt gut, sehr kompetent und eigentlich immer gut drauf. Mein Wortschatz wurde enorm erweitert, wenn ich auch kaum glaube, dass mir die Vokabel dingleberry in Zukunft wirklich von grossem Nutzen sein wird.

Trotzdem bin ich froh, dass es diese Woche etwas ruhiger zugehen wird, drei Wochen in Folge sind doch heftig. Und aufwendig in der Nachbearbeitung, die Reisekostenabrechnung hat mich den halben Tag gekostet und hatte dann 72 Seiten! Sehr fett!

Ein Mysterium hab' ich auch noch mitgebracht: Warum hat die Polizei in Charlotte einen Dönerspiess als Logo?


Dienstag, November 08, 2011

XXX

Ich war gerade einkaufen und bezahlte, wie hier im Norden üblich, mit meinem guten Namen Kreditkarte. Anschliessend fragte mich die Kassiererin, ob ich der Dreissigste sei. Hä? Sie zeigte auf meinen Namen auf der Karte, da steht "Andreas Bohn XXX" und präzisierte ihre Frage: Ob das bedeute, dass ich Andreas Bohn der Dreissigste sei.

Nein, bin ich nicht. Die drei X verdanke ich meiner Bank. Mexikaner haben im allgemeinen zwei Nachnamen und das System meiner Bank bestand darauf, dass das Feld für den zweiten Nachnamen nicht leer sein darf. Aber die Idee ist nett. Zumindest besser als die sonst übliche Interpretation.

Sonntag, November 06, 2011

Schlaflos in Charlotte

Mittwoch auf Donnerstag Nacht wurde ich von Lärm auf dem Flur geweckt. Gelächter, Rufe und Türengeklapper. Sowas kommt schonmal vor, es gibt Spacken, die sich mitten in der Nacht lautstark im Flur verabschieden müssen, bevor jeder in sein Zimmer geht. Ich schlief wieder ein und wurde kurz darauf wieder geweckt. Und wieder endete der Spuk, bevor ich mich aufrappeln und um Ruhe bitten konnte. Das ging insgesamt knapp zwei Stunden lang so, ich wurde insgesamt vier oder fünf mal wach.

Am Morgen bin ich dann kurz bei der Rezeption vorbei und fragte, ob ich denn neue Nachbarn hätte, es wäre recht laut gewesen. Ja, da wäre ein Ensemble der West Side Story angekommen, die hätten wohl etwas gebraucht, um sich nach der Vorstellung zu beruhigen, es hätte da einige Beschwerden gegeben.

Man lud mich zum Frühstück ein (ich hatte schon gefrühstückt und als Vielschläfer bekomme ich das sowieso gratis) und bot mir ein anderes Zimmer an. Lust auf Umzug hatte ich zwar nicht, aber auf noch so 'ne Nacht eben auch nicht.

Also zog ich um, schlief ein und wurde kurz nach zwei von meiner Nachbarin geweckt. Die war wohl gerade am Beten, ich hörte sowas wie "Oh god, oh yes, oh my gooooood". Glücklicherweise war es ein recht kurzes Gebet und die einzige Störung diese Nacht. Ich hoffe, nächste Woche wird das etwas besser.

Donnerstag, November 03, 2011

Cindy&Bert

Frage vom hiesigen Kollegen: "Sag' mal, ist das nicht deutsch?"



Ja, ist es. Junge, junge, es ist schon ist ein paar Jahre her, dass ich letztes Mal eine Kasette in der Hand hatte und dann gleich so ein gruseliges antikes Exemplar. Er hat auf irgendeinem Internetportal eine Überaschungskiste ersteigert und da war, unter anderem, diese Kasette mit drin.

Leider konnte er kein Abspielgerät mehr auftreiben, aber das Internet hilft auch hier weiter:


Dienstag, November 01, 2011

Charlotte

Zur Zeit weile ich in Charlotte, North Carolina. Nette Stadt, sieht auf den ersten Blick zwar aus wie die typisch amerikanische Bürostadt (tagsüber sehr geschäftig, nach Büroschluss werden aber die Bügersteige hochgeklappt), was allerdings täuscht. Hier ist abends tatsächlich noch was los, es gibt viele Möglichkeiten was zu Essen zu bekommen und sich die Zeit zu vertreiben.

Ganz witzig finde ich die Skywalks, viele der Gebäude sind mittels überdachter Brücken verbunden, ich kann die 5 Blocks vom Hotel zum Kunden (oder andersherum) also gehen, ohne auf die Strasse raus zu müssen.

Und die Jungs, mit denen ich hier das neue System installiere sind extrem cool. So macht der Job Spass!

Freitag, Oktober 21, 2011

Kulturelles

Gestern abend fand in Cuernavaca die 15. Publivoros-Veranstaltung statt. Das ist im Prinzip eine lange Kino-Nacht, bei der besonders gute Werbespots gezeigt werden. Die meisten sind witzig, aber es sind auch einige ernste dabei, die zum Nachdenken anregen. Das gibt's auch in Deutschland, nennt sich dort Reklamefresser, allerdings finde ich da gerade keinen guten Link dazu.

Evelyn hatte an der Uni Werbung dafür gesehen, wir fanden das interessant und sind hingegangen. Beim Blick ins Publikum erinnerte ich mich an kulturelle Veranstaltungen zu meiner Studentenzeit, dort bestand selbiges auch meist aus vielen Studenten und ein paar alten Säcken. Ganz schön deprimierend, wenn man plötzlich feststellt, dass man nicht mehr zu den Studenten gehört.

Freitag, Oktober 07, 2011

Wochenende


Das war mal wieder so eine Woche. Viel los, aber nichts zu berichten. Die Fahrten morgens nach Toluca waren interessant, sehen, wie der Nebel sich langsam verzieht. Und die Landschaft hat was vom Schwarzwald. Aber das lässt sich schwer beschreiben und auf anhalten zum Fotografieren hatte ich keinen Bock. Und was beim Kunden abgegangen ist, wäre auch einen Eintrag wert, aber das behalte ich doch lieber für mich.

Im Moment sitze ich bei einem anderen Kunden (es ist kurz vor Mitternacht), der einen wichtigen Server austauschen will und das nur am Wochenende machen will, weil der Server eben furchtbar wichtig für den täglichen Geschäftsbetrieb ist. Mal sehen, wie lange das noch dauert, der Zeitplan sieht das Ende für morgen 6 Uhr vor.

Mittwoch, September 28, 2011

Die Räumung, Teil 2

Teil 1

In der Rückschau betrachtet, hätten wir das eigentlich ablehnen sollen. Entweder sie will für zwei Jahre die Miethöhe garantiert haben, oder sie soll eben nur einen Vertrag für sechs Monate abschliesen, dann hat sie die Flexibilität, muss aber mit der Inflation leben, das muss ich schliesslich auch. Wir sagten trotzdem zu.

Kurz bevor wir mit der zweiten (und Gott-sei Dank auch letzten) Fuhre starteten, rief die Maklerin wieder an. Die Dame hätte einen Rückzieher gemacht, sie befürchtet, dass ihre Tochter, die die Hälfte der Miete bezahlt, demnächst auszieht (was kann ich denn dafür?), ausserdem hätte sie sich den Verkehr über die Brücken mal angesehen, da wäre ja doch sehr viel los abends (auch das liegt nicht an unserem Haus und ist eher ein allgemeines Problem dieser Stadt).

Fantastisch! Den Point of no return hatten wir bereits überschritten, eigentlich ging es nur noch darum, das grosse Aquarium einzupacken, was sich auch als der schwierigste Teil des ganzen Umzuges herausstellen sollte. Wir machten also weiter und waren gegen halb zwei Uhr morgens tatsächlich durch. Dafür waren wir am Sonntag so fertig, dass wir den ganzen Tag nicht aus dem Bett kamen und den letzten Schritt (Müll rausbringen und abschliessenden Grossputz) auf irgendwann die Woche verschoben haben.

Auf der Haben-Seite stehen:
  • Wir haben den Umzug hinter uns. Besser als vor uns.
  • Wir dürfen uns die angezahlte halbe Monatsmiete mit der Maklerin teilen, davon kann ich immerhin die Miete für den LKW zahlen.
  • Es gibt sechs weitere Interesenten, die das Haus jetzt ohne das Chaos unserer halb ausgeräumten Möbel und Umzugskartons besichtigen können.

Nicht so dolle ist, dass die Möbel jetzt auf der Baustelle rumstehen. Darunter der Herd, den wir auf ausdrücklichen Wunsch der interessierten Mieterin rausgenommen haben, sie wollte ihren Eigenen mitbringen. Den muss ich jetzt irgendwie wieder zurückschleppen. Irgendwie hatte ich mir mein Leben als Miethai anders vorgestellt.

Dienstag, September 27, 2011

Die Räumung, Teil 1

Obwohl wir wussten, dass das Haus in Cuernavaca nicht vor Mitte Oktober fertig werden wird, haben wir das Haus in Santa Fe ab ersten Oktober zur Miete angeboten. Einerseits war ich ziemlich sicher, dass wir so schnell ohnehin keinen Mieter finden werden, andererseits könnten wir die Möbel ja auch vor Fertigstellung des Hauses nach Cuernavaca transportieren und sie dort auf der Baustelle einlagern.

Nachdem wir also den Vermittlervertrag mit der Maklerin unterschrieben hatten, präsentierte die uns schon nach einer Woche die erste Interessentin. Die schaute sich das Haus an, fragte, ob wir mit der Miete noch runtergehen könnten (können schon, wollen aber nicht) und machte eine Woche später ein Angebot. Sie nimmt das Haus, wenn sie für zwei Jahre bei gleichbleibender Miethöhe unterschreiben kann.

Nun ist die Inflation hier zwar nicht gerade vernachlässigbar, aber besser den Spatz auf zwei jahre in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Wir sagten zu. Und planten unseren Umzug. Will die Dame am ersten Oktober umziehen, müssen wir am Wochenende zuvor (das war das vergangene) raus und für die darauffolgende Woche ein paar kleinere Ausbesserungsarbeiten organisieren. Mittlereile gefiel mir die Idee, die Möbel auf der Baustelle rumstehen zu haben, zwar nicht mehr ganz so gut, weil sie da im Weg herumstehen und verdrecken, egal wie gut wir sie verpacken, aber eine Monatsmiete ist eine Monatsmiete, dafür putze ich gerne mal zwei Tage lang die Möbel. Also riefen wir am Freitag nochmal die Maklerin an, wie sicher das ganze ist, die teilte uns mit, dass die Dame bereits eine halbe Monatsmiete als Sicherheit überwiessen hatte, Vertragsunterzeichnung sei am Sonntag. Wir konnten loslegen.

Wir schleppten also mit Hilfe Evelyns buckliger zahlreicher Verwandschaft den ganzen Samstag die Möbel erst einmal ins Erdgeschoss, packten Kisten (da hatte Evelyn glücklicherweise schon in den vergangenen Wochen vorgearbeitet), verluden das Ganze auf einen gemieteten LKW, fuhren damit nach Cuernavaca und packten den Krempel dort wieder aus.

Nach der ersten Fuhre, wir waren gerade wieder in Santa Fe, rief uns die Maklerin an, die Mieterin hätte plötzlich Bedenken, wenn sie ihren Job verlieren würde und in Santa Fe keinen neuen mehr findet, müsste sie umziehen. Der zwei-Jahresvertrag sieht allerdings Kompensationszahlungen vor, für den Fall, dass er vorzeitig von einem der beiden Vertragspartner beendet wird. Ob wir eine Klausel einfügen könnten, dass diese Zahlungen nicht anfallen, wenn sie ihren Job verliert.

Wird fortgesetzt...

Freitag, September 23, 2011

Drecksverkehr

Die nächsten vier Wochen werde ich bei einem Kunden in Toluca arbeiten. Nun ist Toluca zwar ausserhalb des DeEffe, aber gerade noch nah genug, dass mein Arbeitgeber keine Übernachtung bezahlt, sondern nur die Spritkosten.
Google Maps schlägt mir für die Strecke mir Routen vor, eine über kurvige, enge Landstrassen über Zempoala (nur falls das jemand auf der Karte nachschauen möchte), die ist ca 80km lang, die andere geht durch den DeEffe mit ca 130km. Und für beide brauche ich, laut Google ca eineinhalb Stunden. Nun weiss ich aber, dass man morgens schon eine gute Stunde vom Süden der Stadt (da kommt man von Cuernavaca her) bis nach Santa Fe (dort fährt man wieder richtung Toluca aus dem Moloch raus) braucht, weshalb ich mich gestern für die Strecke über Zempoala entschieden habe. Sehr schön, viel Landschaft und seit Jahren mal wieder richtig Autofahren, sonst war ich hier ja hauptsächlich in der Stadt oder auf Autobahnen unterwegs. Gute zwei Stunden Fahrzeit, das ist grenzwertig, aber machbar.

Heute habe ich mal den Bus ausprobiert. Der fährt die vorgeschlagene Route durch den DeEffe, braucht angeblich etwa drei Stunden. Zugegeben, heute morgen hat es geregnet, da wird der Verkehr im DeEffe immer gleich etwas zäher, aber insgesamt vier Stunden für die Strecke (davon mehr als zwei für die kurze Strecke durch die Stadt) ist definitiv zu viel.

Für nächste Woche habe ich noch die Option, in unserem Haus in Santa Fe zu übernachten. Da das aber ab nächsten Ersten vermietet sein wird, bleibt mir dann nur, die Landstrasse zu nehmen oder mir in Toluca ein günstiges Hotel zu suchen. Die Route durch den DeEffe scheidet definitiv aus.

Donnerstag, September 15, 2011

Geld

 Die abgebildeten Scheine hatte ich zufälligerweise gleichzeitig in meinem Geldbeutel. Alle drei sind Hundert-Peso-Scheine, alle drei sind zur Zeit gültig.

Der Obere ist der alte Schein, aus Papier, darunter der Neue, auch aus Papier. Und ganz unten die Sonderausgabe anlässlich der Hundertjahrfeier zur Revolution, aus Plastik. Ich finde das ein bischen verwirrend, beim 200er, den es auch in drei Versionen gibt (alle aus Papier) dachte ich tatsächlich mal, ich wäre einer Fälschung aufgesessen, bis mir jemand sagte, dass das die 200-Jahre-Unabhängigkeits-Sonderausgabe ist.

Samstag, September 10, 2011

Wochenende


Wer findet den Fehler?

Donnerstag, September 08, 2011

Der Verschwindetrick

Letzte Woche wurde der grössere Teil unseres Daches gegossen. Der grössere Teil deshalb, weil das neue Haus nicht einfach nur oben Flach ist, sondern der Architekt sich da noch ein wenig ausgetobt und zwei Dachschrägen eingeplant hat. La colación, wie das Giessen einer Decke hier heisst, ist ein besonderer Moment. Für uns natürlich, weil das Haus damit eben ein Dach erhält und für die Arbeiter, weil es ein besonders anstrengender Tag ist. Der Beton wird unten (in unserem Fall auf dem Parkplatz) angemischt und dann mittels Eimern über abenteuerliche Hühnerleitern nach oben getragen. Nix mit Betonmischer, Pumpe oder Aufzug. Das dauerte in unserem Fall ganze zehn Stunden, die Jungs waren danach natürlich fix und fertig.


Ausserdem ist es hier Brauch, dass man Getreide und Geldstücke mit einbetoniert. Das soll bewirken, dass es im Haus nie an Essen und Geld fehlen wird. Also haben wir das ganze angesammelte Kleingeld von meinen letzten Reisen zusammengesucht und zusammen mit etwas Getreide auf der fertigen Verschalung verteilt. Später fragte uns der Meister, ob wir da Euro mit drinhatten. Er hatte, während er den Beton verteilte gesehen, wie einer der Aushilfen, die er extra für diesen Tag angeheuert hatte, eine Münze aufhob und sie interessiert betrachtete. Als der dann aber bemerkte, dass er beobachtet wurde, hat er sie wieder hingelegt. Wie der Meister sich dann später die Münze auch anschauen wollte, war sie dann aber seltsamerweise verschwunden. Er fand das sehr witzig, zumal er es sich nicht erklären konnte, wer sie letztendlich genommen hat. Und er versicherte uns, dass trotzdem genügend Münzen einbetoniert wurden.

Montag, September 05, 2011

Aufräumarbeiten

Heute habe ich versucht, Telefon (zusammen mit dem Internet) und das Bezahlfernsehen (Kabel ist es ja nicht, was wir da haben, wir empfangen das per Antenne und es wird irgendwie entschlüsselt) zu kündigen.

Zuerst das Telefon bei Axtel. Das grösste Problem war eigentlich, sich durch das Telefonmenü durchzuhangeln und jemanden ans Telefon zu bekommen. Der erklärte mir dann, dass ich blöderweise nur zum Monatsende kündigen kann, ich also auf alle Fälle den September voll bezahle, ob ich ihn nutze oder nicht. Umschreiben auf jemanden Anderen ist übrigens kostenlos, selbst, wenn sie den Anschluss an eine andere Adresse verlegen müssen. Also warte ich mit der Abmeldung eben bis kurz vor Ende September, vielleicht haben wir bis dahin ja einen Mieter, der die Leitung haben will.

Grosse Klasse waren die bei masTV. Zuerst wiess mich der Kerl am Telefon mit honigsüsser Stimme darauf hin, dass wir den Anschluss ja mitnehmen oder an jemanden anderen weitergeben können, selbstverständlich kostenlos. Andernfalls würden wir ja unsere Antigüedad (zugehörigkeitszeit?) verlieren. Als ob die irgendeinen Vorteil brächte. Als ich mich nicht überreden lies und ihn bat, den Anschluss einfach zu beenden, wechselte seine Stimme sofort von honigsüss zu eisig kalt, er teilte mir knapp mit, dass ich zwei Monate im Vorraus kündigen muss und das nicht per Telefon geht, sondern in einem ihrer Kundencenter. Das tut mir natürlich furchtbar leid für ihn, wenn er für den Anruf jetzt keine Provision bekommt, aber so deutlich hat mich noch selten jemand spüren lassen, dass ich gerade seine wertvolle Zeit vergeude. Dabei hätte er mir das von Anfang an sagen können, anstatt meine Zeit mit seinem Geschwafel von der Antigüedad zu vergeuden. Jammerlappen, blöder!

Samstag, September 03, 2011

Montag, August 29, 2011

Zu vermieten

Das Haus in Santa Fe wollen wir vermieten. Da wir allerdings nicht regelmässig vor Ort sind und ich auch keinen echten Bock darauf habe, Hausbesichtigungen zu veranstalten, haben wir eine Agentur damit beauftragt. Die wollen zwar einen Exclusiv-Vertrag, d.h. wir dürfen das Haus nicht über eine andere Agentur bewerben lassen und sollten wir die Hütte innerhalb der nächsten sechs Monate vermieten, wird deren Komission auf alle Fälle fällig, egal ob sie uns den Mieter vermitelt haben, oder ob ich den selber gefunden habe.

Allerdings kostet uns das Ganze erstmal nichts, die Komission wird erst bei Abschluss eines Mietvertrages fällig, und die prüfen auch die Solvenz der Interessenten und arbeiten den Vertrag aus. Da wir ohnehin vorhatten, einen Anwalt mit letzterem zu beauftragen, der uns wahrscheinlich auch nicht viel weniger gekostet hätte, lohnt sich das also auf alle Fälle. Mal sehen, wann sie uns den ersten Interessenten vorstellen.

Falls sich hier jemand für unser Häuschen interessiert:

Etwa 80qm Grundfläche, im Erdgeschoss ist die Garage, Wohn/Esszimmer, Gästetoilette und die Küche (die Einbauküche bleibt drin).




Oben gibt's drei Schlafzimmer, eines davon mit eigenem Bad mit rieiger Wanne, ein Bad mit Dusche für die anderen beiden und ein Fernsehzimmer.



Die Dachterasse ist über fast die gesammte Fläche nutzbar.

Samstag, August 27, 2011

Mittwoch, August 24, 2011

Es geht voran

Auf allgemeinen Wunsch hier mal ein paar Fotos der Baustelle. Die machen nicht wirklich viel her, es ist schwer in dem beengten Raum aussagekfäftige Bilder zu machen, aber man erkennt, dass es voran geht und sieht das allgemeine Chaos. Die zusammengefrickelten improvisierten Gerüste erstaunen mich immer wieder.

Blick nach Nordosten über das Nachbargrundstück. Viel grün!


Der Meister bei der Arbeit:


Blick von der nordöstlichen Ecke nach Südwest:


Meine Lieblingswand. Die Fenster werden toll:


Die Jungs kommen gut voran, bisher liegen sie gut im Zeitplan. Morgen wird der erste Teil des Daches gegossen.

Montag, August 22, 2011

Die erste Woche

Jetzt leben wir also eine Woche in Cuernavaca. Und haben noch keinen Grund gefunden, es zu bereuen.

Was mir am meisten gefällt, ist der nicht vorhandene Verkehr. Abends schnell zum Supermarkt, einkaufen? Kein Thema.

In Santa Fe war die Einkauferei immer ein abendfüllendes Programm. In direkter Nähe gibt es keinen Supermarkt und so kamen wir entweder auf dem Weg zum Supermarkt oder zurück in den Feierabendverkehr. Und das heist eben, man braucht schonmal 'ne halbe Stunde für eine Strecke, die man sonst locker in 10 Minuten machen kann. Hier hat es einfach keinen Feierabendverkehr (zumindest nicht auf den Wegen die wir so benutzen), man fährt schnell mal einkaufen und wieder heim.

Am Mittwoch abend fuhren wir mal ganz mutig nach der Arbeit mit dem Bus ins Zentrum, das ging problemlos, also haben wir das am Donnerstag mal mit dem Auto versucht. Kein Problem, der Verkehr war erträglich, auf anhieb einen Parkplatz gefunden, durchs Zentrum geschlendert, am Zocalo gegessen und den Abend genossen. Genial!

Mittwoch, August 17, 2011

Umgezogen

Was die Planungen unserer Umzüge angeht, haben wir echt noch Verbesserungspotential. Vor vier Jahren lief unser Mietvertrag aus, gute zwei Monate bevor das Haus in Santa Fe fertig wurde. Kein echtes Problem, wir wohnten so lange bei Schwiegermuttern, aber eben auch nicht optimal.

Diesmal dachten wir, wir könnten uns alle Zeit der Welt lassen, schliesslich gehört das Haus in Santa Fe uns, da schmeisst uns keiner raus. Allerdings erwischten uns dann andere Zwänge, Evelyns Uni fängt im September an, das heisst, sie kann also jetzt anfangen, oder in einem Jahr. Pendeln ist für sie nicht wirklich eine Alternative, weil sie ja die Kinder versorgen muss, besonders die Kleine hängt noch sehr an ihr persönlich. Ausserdem ist auch nicht gerade nachteilig, wenn wir Citlali während der Ferien, also jetzt, den Kindergarten wechseln lassen, das macht die Umstellung für sie einfacher und wir sparen uns Materialien, Uniform und Einschreibegebühren wenn sie nicht während dem Schuljahr wechselt.

Da die Bauarbeiten gerade erst begonnen haben und wohl nicht vor Ende Oktober fertig sein werden, haben wir uns eine kleine Studentenwohnung genommen, in die wir am Sonntag eingezogen sind. Beim Transport der Waschmaschine hab' ich mir dann irgendwas in der Schulter gezerrt, man ist ja nicht mehr der Jüngste. Dafür weiss ich jetzt, dass ein abc-Pflaster mitnichten "curita abc" heisst, sondern als Parche Leon oder Parche Voltaren angeboten wird. Nur für den Fall dass hier auch andere alte Säcke mitlesen, die mal in die Verlegenheit kommen könnten, sowas zu brauchen.

So hausen wir jetzt also auf etwa 40 qm, das ist nichtmal ein Drittel von dem, was wir so gewohnt sind. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, nicht ganz so romantisch wie ein Campingurlaub, aber genauso beengt.

Dafür ist die Studentenbude ist in der gleichen Strasse, in der wir demnächst dann wohnen werden, wir haben die Baustelle also direkt im Blick und wir können uns schonmal umsehen. Was ich bisher gesehen habe, gefällt mir, kaum Verkehr in den Strassen, viele Geschäfte in direkter Nähe und auch das Wetter ist besser als in der Stinkestadt.

Samstag, August 13, 2011

Wochenende



Die Regenzeit hat angefangen. Ich sollte mir angewöhnen, das Dachfenster zu zu machen.

Dienstag, August 09, 2011

Ausdrucksweise

Neulich war ich mit Citlali in einem Schwimmbad. Schon am Eingang wurde ich darauf hingewiessen, dass sie nicht mit mir in die Männerumkleide kann, dafür wäre sie zu gross. Und nein, ich dürfte auch nicht mit ihr in die Damenumkleide.

Ist kein Problem, Citlali ist recht selbständig, umziehen kann sie sich alleine.

Als sie dann später auf die Toilette musste, schickte ich sie eben auf die Damentoilette und wartete draussen auf sie. Wie gesagt, sie kann das. Nach ein paar Minuten rief ich aber doch mal (auf Deutsch) rein, ob alles in Ordung sei da drinnen. "Ja, Papi", schallte es, glücklicherweise auch auf Deutsch, zurück, "ich bin am Kacken!"

Wenn ich nur wüsste, wo sie diese Ausdrucksweise her hat.

Sonntag, August 07, 2011

Ausbruchsversuch

Irgendwie stört mich die Ruhe in diesem Blogs doch schon. Auch wenn ich nicht die Posting-Frequenz einer Mariposa anstrebe, so wie es jetzt aussieht, ist es ja auch kein Zustand. Und ich habe in den letzten Tagen, als ich immer mal wieder einen Anlauf genommen habe, hier was zu bloggen, festgestellt, dass ich in einem Teufelskreis festsitze. Es sind hier eine Menge Dinge passiert, in der letzten Zeit, von denen ich nichts geschrieben habe. Wenn ich jetzt versuche, etwas Aktuelles zu berichten, fällt mir auf, dass dem Leser ein paar Dinge fehlen, um die Geschichte komplett zu verstehen. Also lass ich es bleiben. Womit der Berg der unveröffentlichten Ereignisse immer weiter anwächst. Und somit der Berg der Geschichten, die eigentlich auf diesen unveröffentlichten Geschichten aufbauen. Und so weiter.

Deshalb hier ein Versuch, aus diesem Teufelskreis auzubrechen. Im Folgenden einfach ein paar Fakten, um die Leser, die sich für die gesamte Geschichte interesieren, auf den neuesten Stand zu bringen. Danach geht es hier hoffentlich wieder etwas belebter weiter:

  • Der Umbau in Cuernavaca hat angefangen. Wir haben den gleichen Architekten und den Gleichen Meister wie damals in Santa Fe beauftrag. Das Ganze wird etwa drei Monate dauern.
  • Evelyn fängt im September an zu studieren. Bis dahin wird der Bau wohl eher nicht fertig sein, weshalb wir uns eine Studentenbude für zwei Monate gemietet haben. Hat den Vorteil, dass wir näher am Bau sind und dass Citlali auch gleich das neue Schuljahr im neuen Kindergarten in Cuernavaca beginnen kann.
  • Ich gehöre mittlerweile offiziell zu den alten Säcken (will sagen, bin vor Kurzem 40 geworden)
  • Ameyalli war letzte Woche krank. Nix Ernstes, nur 'ne Infektion im Gedärm. Hat uns aber drei Nächte lang hintereinander wachgehalten.
  • Das Haus in Santa Fe werden wir versuchen zu vermieten. Wir informieren uns gerade über die notwendigen Details.

Sonntag, Juli 31, 2011

Jubiläum

Genau heute vor sieben Jahren kamen wir hier in Mexico an, mit vier Koffern, drei Kisten und der festen Absicht, zu bleiben. Wir haben viel erlebt in diesen sieben Jahren, viel Schönes und ein paar Ärgernisse waren auch dabei (wobei die wohl den Löwenanteil der Artikel hier im Blog ausmachen). Von grösseren Katastrophen sind wir glücklicherweise verschont geblieben. Wenn das so bleibt, freue ich mich auf die nächsten sieben Jahre hier.

Samstag, Juli 23, 2011

Mittwoch, Juli 20, 2011

Mülltrennung

Hat uns heute doch tatsächlich der Müllmann ermahnt, unseren Müll zukünftig zu trennen. Es geht hier nur um organisch und nicht-organisch, wir müssen uns also jetzt keine 27 Eimerchen unter die Spüle stellen, wie wir das in Deutschland hatten. Aber verwundert hat mich das schon. Es gibt da nämlich ein Gesetz, welches (zumindest hier in der Stinkestadt) die Mülltrennung vorschreibt, das existiert bereits seit 2005, also gute sechs Jahre. Und nachdem wir anfänglich tatsächlich unseren Müll getrennt hatten, der aber auf dem LKW dann wieder zusammengeworfen wurde, liessen wir die Trennerei eben wieder sein und dachten, das Projekt wäre stillschweigend beendet (oder wäre entsorgt hier das bessere Verb) worden. Wohl doch nicht.

Leider hab' ich vergesen zu fragen, was ich mit den Windeln machen soll. Nicht-organische Verpackung um organischen Inhalt. Der organische Müll soll zu Kompost verarbeitet, der nicht-organische recycelt werden. Passt zu keinem so richtig. Und trennen kann in dem Fall auch nicht wirklich die vorgesehene Lösung sein, oder?

Freitag, Juli 15, 2011

Spezialisten

Es ist ein Kreuz mit den Mecanicos hier. Zwar kenne ich mittlerweile einen, mit dem ich sehr zufrieden bin, aber als vor Kurzem die Klimaanlage im Outlander ausfiel, sagte der mir, dass er sich mit sowas nicht auskennt, damit müsste ich zum Klimaanlagen-Spezialisten. Der fand ein Leck in einer Leitung, welches er verlötete und füllte anschliessend wieder Kühlmittel ein.

Das hielt dann auch fast drei Tage, dann war wieder nix mit kalter Luft. Und wenn man in der prallen Sonne im Stau (und von beidem gibt's hier mehr als genug) rumsteht, vermisst man diese kalte Luft doch heftigst. Also wieder zum Spezialisten, ich vermutete ja, dass das mit der Löterei nicht ganz hingehauen hätte, er präsentierte mir die durchgebrannt Spule der Magnetkupplung als Ursache. Ersatz war nicht leicht zu beschaffen, die Orginal-Ersatzteile bei Mitsubishi seien recht teuer und so brauchte er zwei Tage, bis er ein günstigeres Teil gefunden und eingebaut hatte, was mich 800 Peso kostete.

Schon am nächsten Tag wehte mir wieder nur lauwarme Luft um die Ohren (blöderweise wärmen sich die Schächte, durch die die Luft ins Fahrzeuginnere geführt wird, stark auf, wenn man im Stau rumsteht und die Wärme des Motors nicht durch den Fahrtwind abgeführt wird). Diesmal war es der Kompressor, der angeblich unwiederbringlich (oder besser irreparabel) das Zeitliche gesegnet hatte. Kostet beim Fachhändler 12000 (ja, das sind tatsächlich drei Nullen!) Peso und ist sonst nirgendwo zu bekommen.

So langsam kam mir die Sache seltsam vor, ich ging zu einem anderen Klimaanlagen-Spezialisten und bat ihn, doch mal zu checken, weshalb denn die Klimaanlage nicht tut. Der kam auch recht schnell zum Ergebnis, dass der Kompressor tot ist und bot mir an, ihn zwecks detallierterer Diagnose zu zerlegen. "Wie, die Dinger kann man reparieren?" - "Ja klar doch!" Und siehe da, die eingebaute Spule für die Magnetkupplung passte nicht in den Outlander und hat die Magnetkuplung ruiniert. Für 2000 Peso hat er beides getauscht, übrigens noch am gleichen Tag.

Das funktioniert jetzt schon seit einer Woche, nächste Woche werde ich also den erste Spezialisten mal mit der kaputten Magnetkupplung konfrontieren, mal sehen, was er dazu sagt. Zu hoffen, dass ich das Geld für die falsche Spule wiederbekomme, wäre wahrscheinlich etwas zu optimistisch. Wahrscheinlich hatte er die richtige Spule aber ich hatte das falsche Auto dabei.

Samstag, Juli 02, 2011

Wochenende



Mann, war das 'ne kurze Woche. Bestand eigentlich nur aus arbeiten gehen. Ich musste mal wieder feststellen, dass man in Projekten, in denen nicht alles so läuft, wie es laut Hndbuch sollte, wesentlich mehr lernt, als in Kursen oder aus Büchern. Geht mir jedenfalls so.

Samstag, Juni 25, 2011

Donnerstag, Juni 23, 2011

infonavit

Infonavit ist ein recht grosses Thema, über das ich schon länger mal berichten wollte, zumal ich ja jetzt bei denen Kunde bin. Aber ich weiss gar nicht so recht, wo ich da anfangen soll.Die Seite des Instituts ist sehr umfangreich, recht gewöhnungsbedürftig strukturiert und teilweise in schwer verständlichem Spanisch gehalten. Nicht gerade eine Seite, die zum Stöbern einlädt.

Sinn dieses Institutes ist es, Arbeitnehmern den Erwerb eines Eigenheims mittels Kredit zu ermöglichen, ich nenn' ds jetzt einfach mal staatlich verordnetes Bausparen. Der Arbeitgeber muss 5% des Gehalts an infonavit bezahlen, die auf einem Unterkonto des Afore deponiert werden.

Die Berechtigung, einen Kredit zu bekommen, berechnet sich nach einem komplizierten Punktesystem, wobei Faktoren wie Betriebszugehörigkeit, Kontostand, Gehalt und anderes einfliessen. Hat man die notwendige Punktzahl zusammen, kann man einen Kredit beantragen, die maximale Summe und die Zinsen richten sich nach dem aktuellen Einkommen, wobei der maximale Zinssatz bei 10% liegt, verglichen mit den hiesigen Banken ein niedriger Wert. Ausserdem werden ab jetzt die 5%, die mein Arbeitgeber zahlt, zur Tilgung verwendet, wodurch der Kredit schneller abbezahlt wird. Und ein nettes Detail ist, dass der Arbeitgeber die Raten für den Kredit gleich vom Gehalt abzieht und an infonavit überweist. Beim Service der Banken hier ist das ein echter Mehrwert.

Eine Frage, die mir bisher noch niemand zufriedenstellend beantworten konnte, ist was mit dem Geld auf dem Konto passiert, wenn man keinen Kredit beantragt. Ich habe da schon verschiedene Antworten gehört, das geht von "Das Geld verfällt dann halt" bis "Das wird dem Afore und somit der Rente zugeschlagen". Auf den offiziellen Seiten hab' ich noch nichts zum Thema gefunden, aber so brennend interesiert es mich auch gar nicht, schliesslich wird mein Konto auf absehbare Zeit ein überschaubares Guthaben aufweisen.

Dienstag, Juni 21, 2011

Lima

Wie der Roland schon erraten hat, war ich letzte Woche in Lima. Hübsche Stadt, liegt direkt am Meer, entsprechend gibt es viel frischen Fisch zu essen und das Klima ist auch ok. Bischen seltsam, dass die da gerade Winter haben, aber es war nicht kälter als es auch in Mexico im Winter ist. Die Leute sind nett und recht aufgeschlossen, das Spanisch ist verständlich, aber es gibt da ein paar Worte, die im mexikanischen Spanisch nicht vorkommen, wie z.B. Vuelto für's Wechselgeld, Retornar statt regresar und Playa (eigentlich Playa de estacionamiento) für einen Parkplatz.

Das einzige, was mir auf den Keks gegangen ist, waren die Taxis. Am Flughafen spät abends angekommen fand ich den Taxi-Stand sehr schnell, es standen ein Haufen Leute drumherum und der Kerl am Schalter war mehr als nur überfordert. Er sprach die ganze Zeit in sein Telefon, schaute ab und an jemanden an, der dann sein Fahrziel nannte, worauf keinerlei Reaktion erfolgte. Irgendwann kamen dann die Taxifahrer rein, riefen ein Fahrziel aus und irgendwer dackelte ihnen nach. Seltsames System.

Die Taxis auf der Strasse haben keine Taximeter, man hält ein Taxi an, nennt durch das halb geöffnete Beifahrerfenster sein Ziel und kriegt dann einen Preis genannt oder eine Abfuhr. Dass ich, wenn ich selbst das Taxi angehalten habe, einen höheren Preis zahlte, als wenn mir ein einheimischer Kollege ein Taxi heranwinkte ist ja nicht wirklich verwunderlich.

Ansonstes ist Lima, wie gesagt, sehr hübsch, das Zentrum ist sehr beeindruckend mit seinen Gebäuden im Kolonialstil mit den Holzbalkonen.

Samstag, Juni 18, 2011

Wochenende



Na, wer errät wo ich mich die vergangene Woche herumgetrieben habe?

Donnerstag, Juni 16, 2011

100 Jahre



Mein Arbeitgeber wird heute 100 Jahre alt. Schon beeindruckend, was die Firma bisher geleistet hat.

Samstag, Juni 11, 2011

Wochenende



Und wieder eine Woche vorbei. Wichtigstes Ereignis war sicher unser Hauskauf, aber es gab auch kleinere Dinge, über die wir uns freuten, z.B. Ameyallis fünfter Zahn. Fast acht Monate alt, keine Haare auf dem Kopf, aber Zähne wie ein Krokodil.

Freitag, Juni 10, 2011

Neuer Pass

Heute morgen hab' ich meinen neuen Reisepass auf der Botschaft abgeholt. Da steht jetzt auch nicht mehr Ulm als Wohnort drin, sondern Mexiko-Stadt. Den Alten durfte ich behalten, der wurde gelocht und mit "ungültig"-Stempeln versehen, aber immerhin darf ich die Tackerklammer aus Honduras behalten.

Schön war's trotzdem nicht. Muss das so lange dauern? Der Service als solcher ist wirklich toll, die Dame am Schalter ist nett und beantwortet auch mal Fragen, die eigentlich nichts mit dem Pass zu tun haben, aber die Wartezeit ist übel. Schon als ich den Antrag gestellt habe, musste ich fast zwei Stunden warten und heute sass ich vierzig Minuten da (die Wartezeit draussen gar nicht mitgerechnet), weil die Dame am Schalter eins beschäftigt war. Das ist an sich ja in Ordnung, aber warum konnte mir die Dame am Schalter zwei, von der in dem Moment niemand etwas wollte, nicht einfach meinen neuen Pass geben, die Quittung unterschreiben lassen und den alten Pass ungültig stempeln? Nicht zuständig? Nicht mein Tisch, Kollege kommt gleich?

Schade eigentlich, wie gesagt, der Service an sich war klasse, aber die Organisation ist Mist hat noch Verbesserungspotential.

Donnerstag, Juni 09, 2011

Haus gekauft

Gestern waren wir beim Notar. War nicht ganz so feierlich, wie ich mir das vorgestellt hatte, es wuselten da ziemlich viele Leute rum, der Herr Notar wurde ab und an unterbrochen und musste einige Details im Vertrag verbessern. Aber es war schon wesentlich formeller, als beim letzten mal, da war das ja mehr so ein Deal im Wohnzimmer und da mich die Genossenschaft nicht haben wollte, durfte nur Evelyn unterschreiben. Diesmal stehe ich als Käufer im Vertrag, das ginge schon gar nicht anders, weil wir diesmal einen Kredit vom infonavit in Anspruch nehmen und unterschreiben durften wir beide.

Natürlich darf ich als Ausländer nicht mal einfach so ein Grundstück kaufen, nein, im einfachen Fall (das Grundstück ist weiter als 50km vom nächsten Strand bzw der nächsten Grenze entfernt) brauche ich eine Genehmigung dafür. Und die Bedingung, diese Genehmigung zu bekommen, besteht im Wesentlichen aus der Bezahlung einer Ausländersondersteuer Gebühr von 5075 Pesos. Wenigstens hat uns der Notar den dazu notwendigen Papierkram abgenommen.

Jetzt steht uns mal wieder eine Menge Arbeit bevor, aber ich freu mich drauf!

Samstag, Juni 04, 2011

Freitag, Juni 03, 2011

Safety first

Ich durfte diese Woche für drei Tage nach Tijuana. Von der Stadt hab' ich leider mal wieder nicht viel gesehen.

Berichtenswert war allerdings was anderes. Bei so kurzen Trips reise ich gerne mit kleinem Gepäck, sprich, ich packe alles in einen grösseren Rucksack und nehm den mit an Bord. So kann ich meine Bordkarte selbst ausdrucken, spare ich mir das Schlangestehen beim Check-In und nach der Ankunft muss ich auch nicht lange auf den Koffer warten, ich kann direkt raus aus dem Flieger ein Taxi suchen. Natürlich kann ich dann keinen Rasierer und andere potentiell gefährliche Dinge mitnehmen, aber bisher hatte ich sonst keine Probleme.

Diesmal haben es die Jungs von der Sicherheit aber sehr genau genommen. Los gings Mittwoch morgens um halb fünf im DeEffe, als man mir die Mitnahme meiner Zahnpasta verweigerte. Es war nur noch ein kleiner Rest in der Tube, aber auf der Tube stand 110ml Füllmenge und das ist mehr, als die erlaubten 100ml. Dass in der Tube keine 20ml Zahnpasta mehr drinn waren, interessierte nicht.

Hier in Tijuana erwartete ich eigentlich Probleme, weil ich für Citlali ein Spielzeug mit Knete gekauft hatte. Wer Angst vor leeren Zahnpastatuben hat, der hält vielleicht auch Knete für Plastiksprengstoff. Die Knete ging allerdings problemlos durch, was den Herrn erregte, war mein Kensington Schloss, ein Drahtkabel mit einem Zahlenschloss dran, mit dem ich mein Laptop sichern kann. Das Teil habe ich immer mit und hatte noch nie ein Problem. Nein, das kann ich nicht mit an Bord nehmen, damit könnte ich ja jemanden erdroseln. Das muss ich als Gepäck aufgeben. Die ganzen sonstigen Kabel (Kopfhörer, Netzwerkkabel, Ladegerät für Laptop und Mobiltelefon sind nur ein paar von denen, die ich dabei habe) haben nicht interessiert. Also zum Aeromexico-Schalter. Die fanden's witzig. Ob ich nicht meinen Rucksack komplett aufgeben will. Nö, will ich nicht, ich brauch den Laptop und den will ich nicht so nackig durch die Gegend tragen. Aber wenn sie mir eine Plastiktüte hätte, wo er mit Ladegerät und zwei Büchern reinpasst, könnten wir darüber reden. Auf der Suche nach der Tüte fand sie einen kleinen Karton, in den das Kensington reinpasste, und klebte ihn mit "Zerbrechlich"-Aufklebern zu, was anderes hatte sie nicht. Nachdem sie sich ein paar mal für das Provisorium entschuldigt hatte, kam der Koffer-Aufkleber drauf und fertig. Cooler Service, vielen Dank!

Die Sicherheitsheinis allerdings kommen mir jedesmal lächerlicher vor. Ich bin ja oft per Flieger unterwegs und finde es gut, dass man es den Terroristen nicht zu leicht macht, so ein Flugzeug zu entführen. Aber irgendwann wird es eben lächerlich, wenn man die Hysterie weiterspinnt, dürfen wir demnächst nur noch nackig und ohne Bordgepäck fliegen, schliesslich könnte ich auch jemanden mit meinem Hemd erdrosseln oder mit meinen Schuhen verhauen.

Mittwoch, Juni 01, 2011

TV-Stars gesucht

Aus meinem Posteingang:

Als erfahrene Auswanderer und Blogger sind Sie sicherlich auch mit anderen Deutschen in Mexico vernetzt.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser Anliegen an deutsche Kollegen/Innen oder Freunde weiterleiten würden, vielleicht ist ja auch einer Ihrer Bekannten oder auch Sie selbst schon lange auf der Suche nach der großen Liebe, und hat Lust und Zeit an unserer Sendung teilzunehmen.


Tja, leider kann ich Euch da nicht wirklich weiter helfen, ich selbst bin glücklich verheiratet. Und die wenigen Deutschen, die ich hier kenne, sind auch nicht nur wegen der leckeren Tacos hier, sondern weil sie allesamt mit einer Mexikanerin (also nicht alle mit derselben, sondern jeder mit einer anderen) verheiratet sind.

Falls aber zufälligerweise einer unserer Leser sich zum Horst machen will bereits ausgewandert ist und auf der Suche nach der grossen Liebe ist, möge er dem Link zu Auswanderer sucht Frau folgen.

Samstag, Mai 28, 2011

Donnerstag, Mai 26, 2011

Ganz schön schlau ...

Gestern abend kam ich zufällig ins Wohnzimmer, als Evelyn gerade mit Citlali sprach:

Evelyn: "Ich glaube, es ist besser wir sagen's ihm."
Citlali: "Nö, sonst wird er sauer."
Evelyn: "Aber wenn wir es ihm nicht sagen, ist das wie Lügen und dann kriegen wir eine lange Nase."
Citlali, jetzt wesentlich leiser: "Nö, Mama, das mit der Nase stimmt gar nicht, ich hab' schon ein paar mal gelogen und meine Nase ist nicht gewachsen!"

Ich bin ja mal gespannt, wann sie hinter den Trick mit dem Weihnachtsmann kommt.

Dienstag, Mai 24, 2011

Sonntagsspaziergang

Am Sonntag waren wir in Tepotztlan und sind nach langer Zeit mal wieder zur Pyramide hochgelaufen. Die Kleine (wiegt bereits stramme 9kg) haben wir abwechselnd getragen und hatten so am Montag witzigerweise mehr Muskelkater in den Armen als in den Beinen.

Überrascht hat mich Citlali, die ist den ganzen Weg (immerhin 2km bei 400m Höhenunterschied, einfach) selbst gelaufen. Und gefallen hat es ihr wohl auch, sie hat mir am Montag noch dreimal erzählt, wie viel Spass wir doch hatten, auf dem Weg zur Pyramide.

Samstag, Mai 21, 2011

So weit...

Gestern bin ich im Netz über die Seite von JBL gestolpert, die haben da interessante Sachen, geben aber leider keine Preise an. Aber sie bieten eine Händlersuche an, das sollte also kein Problem sein. Und bei der Händlersuche kann man, oh Überraschung, nicht nur einfach Händler in Deutschland suchen, sonder sogar weltweit.

Das Ergebnis ist allerdings etwas -hm- ernüchternd:

Montag, Mai 16, 2011

Und weg

Wie hier schonmal angekündigt, sind wir auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Grundbedingung ist diesmal auf alle Fälle ein Garten. Der muss nicht gross sein, ich will ja keine Tomaten pflanzen, so ein kleines Fleckchen Grün wie wir es damals in Taxqueña hatten (das waren etwa 25qm) würde mir schon reichen. Unsere Suche im DeEffe brachte nicht viel Brauchbares, entweder man muss ziemlich an den Rand der Stadt gehen, was der ursprünglichen Idee, Evelyn und den Kindern den Weg zu Uni und Schule zu verkürzen widerspricht oder verdammt viel Geld auf den Tisch legen.

Parallel schauten wir uns in Cuernavaca um. Wir haben dort einen Freund, der hat sich umgehört und wir haben im Internet und bei Maklern gesucht und ihn dann gebeten, die Häuser vorher anzuschauen und vorab etwas zu filtern. Dabei flogen zum Beispiel die Häuser raus, die in Überschwemmungszonen stehen. Auch wenn da nur alle zehn Jahre die Suppe im Wohnzimmer steht, sowas muss nicht sein. Zumal die Häuser da nicht wirklich billiger sind, die Einheimischen kaufen da sowieso nicht und den Chilangos (Hauptstädtern) kann man da ja zum normalen Preis verkaufen, die wissen ja nicht, worauf sie sich einlassen.

So verbrachten wir also die letzten Wochenenden damit, uns Häuser anzuschauen. Mal ganz unter uns, mein Ding ist das nicht. Bei den meisten wuste ich schon nach dem ersten Blick, dass das nichts für uns ist, trotzdem lässt man sich alles zeigen und erklären, hört sich die Vorzüge des Objektes an, tut so, als habe man die offensichtlichen Mängel nicht gesehen, tauscht Telefonnummern aus und verspricht, sich wieder zu melden.

Den Vogel abgeschossen hat dabei ein Makler, der es wohl sehr eilig hatte. Es war Sonntag, der letzte Termin, den wir an diesem Tag hatten. Wir schauten uns das Haus an, es hatte zwar ein paar kleinere Macken, war aber auf den ersten Blick nicht schlecht. Zum Abschluss erklärten wir dem Makler, dass uns das Haus gefällt, wir aber auch andere Angebote haben und wir uns im Laufe der kommenden Woche entscheiden und ihm dann Bescheid sagen würden. Auf dem Rückweg, wir waren noch nichtmal im DeEffe angekommen, klingelte schon mein Mobiltelefon, ob wir uns schon entschieden hätten, es gäbe da noch einen anderen Interessenten und es wäre doch schade, wenn der uns das Haus vor der Nase wegschnappt.

Wir entschieden uns dann für ein kleines Häuschen mit grossem Garten, im Norden Cuernavacas. Da ist das Klima etwas milder, weil der Norden höher liegt, ausserdem ist der Weg in den DeEffe kürzer. Das Haus ist etwas zu klein für uns, wir werden es also erweitern, bevor wir einziehen, dafür ist die Lage und der Garten das Beste, was uns angeboten wurde.

Ich freue mich jetzt schon riesig darauf, den DeEffe zu verlassen und in eine ruhigere Stadt zu ziehen. Die Kaufabsichtserklärung haben wir unterschrieben, jetzt brauch' ich erstmal eine Erlaubnis, als Ausländer hier eine Immobilie zu erwerben und wir müssen uns um die Finanzierung kümmern. Davon später mehr.

Freitag, Mai 13, 2011

Und wieder 'ne Rechnung

Diese Woche haben wir eine Stromrechnung bekommen und es hätte mich fast aus den Latschen gehauen. 6000 Peso wollen die von uns für die letzten beiden Monate. Bisher haben wir immer irgendwas um die 80 Peso bezahlt.

Wir wussten zwar, dass wir irgendwann eine fette Rechnung bekommen würden, aber ganz so fett hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Wenn ich das mal kurz überschlage, haben wir bisher nicht mal ein Viertel von dem Strom bezahlt, den wir verbraucht haben.

Freitag, Mai 06, 2011

Staatlich geförderte Prokrastination

Es gibt hier keinen Personalausweis wie in Deutschland, um sich auszuweisen benutzen die Mexikaner entweder ihren Führerschein oder den sogenannten IFE. Das ist ein Wählerausweis, der wird erst seit etwa 20 Jahren ausgegeben und hat wohl einen kleinen Geburtsfehler, das Ding hat kein Gültigkeitsdatum. Aber auf der Rückseite des Ausweises sind Kästchen mit Jahreszahlen, in diese wurde (mittlerweile machen sie das elektronisch) bei den Wahlen ein Loch gestanzt, um zu verhindern, dass jemand mit dem gleichen Ausweis mehrmals wählt.

Schon vor dem letzten Jahreswechsel liefen im Radio und Fernsehen Werbespots, die darüber informierten, dass Ausweise mit einer 03 im letzten Kästchen ab 2011 nicht mehr gültig sein werden, weder um sich auszuweisen, noch um zu wählen.

Im Juni finden im Estado de Mexico Wahlen statt und schon seit geraumer Zeit läuft Werbung, man solle unbedingt seinen IFE erneuern, sonst könne man nicht an den Wahlen teilnehmen.

Gestern hörte ich einen Werbespot im Radio, der verkündete, dass auch Wähler, die es nicht geschafft haben, ihren 03-IFE zu erneuern, wählen dürfen. Manchmal wundert es mich schon, dass hier überhaupt Termine eingehalen werden.

Freitag, April 29, 2011

Guter Kauf

Gestern abend beim Einkaufen sind wir über ein Angebot gestolpert: DVD-Player mit USB-Anschluss für 300 Peso. Selbst wenn das Ding nicht viel taugt, der Preis ist genial und die DVD-Rohlinge wachsen ja auch nicht im Garten (den wir nicht haben).

Und da es mich mich am Wochenende erst genervt hat, dass das Erstellen einer DVD 'ne knappe Stunde dauert (nicht das Brennen an sich, sondern das Umkodieren des Videos und das anschliessende Brennen), haben wir zugegriffen.

Und nach dem ersten Test bin ich fasziniert von dem Ding. Film auf USB-Stick kopieren dauert keine fünf Minuten, Stick in den Player und los gehts. Ausserdem spielt das Teil unsere deutschen orginal DVDs ab, ohne sich um Format oder Regionalcode zu kümmern. Das waren mal gut angelegte 300 Peso.

Montag, April 25, 2011

Wasserrechnung

Die Wasserwerke hier sind ein Glanzstück an Dämlichkeit Rückständigkeit. Und ich rede nicht mal davon, dass sie es nicht schaffen, 24 Stunden am Tag Trinkwasser mit einem definierten Druck zu liefern. Was mich im Moment aufregt, ist die Wasserrechnung.

Meine Telefonrechnung wird von der Kreditkarte abgebucht, der Stromanbieter bucht direkt vom Girokonto ab, was anbetrachts der Tatsache, dass es hier gar keine Einzugsermächtigung gibt, schon ein bemerkenswerter Service ist.

Die Wasserrechnung muss ich bar bezahlen, entweder auf der Bank oder in einigen wenigen Supermärkten. Und das geht auch nur vor dem Fälligkeitsdatum, danach muss man direkt zu den Wasserwerken. Dumm nur, dass die Wasserrechnung bei uns regelmässig nach dem Fälligkeitsdatum ankommt und ich in meinem täglichen Leben nie bei den Waserwerken vorbeikomme. Und wenn man die Rechnung dann eben nicht bezahlt, erscheint nicht etwa auf der nächsten Rechnung, dass man da noch was offen hat, nein, es gibt einfach wieder die normale Rechnung für den aktuellen Zeitraum.

Also liessen wir ein paar Rechnungen unbezahlt. Irgendwann beschwerten wir uns mal, weil die Rechnungen immer so spät kommen, da hies es dann "Kann gar nicht sein" oder "wir kümmern uns drum", geändert hat sich nix. Beschwerden, dass seit vier Jahren nie jemand gefragt hat, ob er mal unseren Zähler sehen darf, der in der abgeschlossenen Garage hängt, hatten übrigens das gleiche Ergebnis.

Mit der letzten (verspäteten) Rechnung kam dann ein Schreiben, das uns aufforderte, unsere Aussenstände zu begleichen, sonst müsste man uns das Wasser abstellen, das wäre schliesslich unfair den zahlenden Nutzern gegenüber. Natürlich keinerlei Hinweis darauf, um wieviel Geld es eigentlich geht.

Also ging Evelyn mal da hin, zahlte unsere Schulden (knappe 1000 Peso bei etwa 30 Peso Verbrauch monatlich, da sind uns wohl einige Rechnungen durch die Lappen gegangen) und beschwerte sich bei der Gelegenheit auch gleich über verspätete Rechnungen und den nicht abgelesenen Zähler. Das ganze war wider Erwarten sogar recht problemlos und dauerte nur knapp zwei Stunden, inklusive Wartezeit.

Prinzipiell habe ich ja kein Problem damit, meine Rechnungen zu bezahlen. Aber muss man es dem Verbraucher denn so schwer machen? Wie gesagt, am einfachsten automatisch einziehen oder wenigstens offene Beträge mit der nächsten Rechnung einfordern und fertig.

Und wenn ich dann Artikel wie diesen hier lese (Die Abgeordneten haben beschlossen, dass auch Leuten, die ihre Wasserrechnung nicht bezahlen, der Hahn nicht abgedreht werden darf), wundert es mich nicht, dass erstens keiner seine Wasserrechnung bezahlt und zweitens dass das Wasser im DeEffe immer knapper wird. Warum sollte man damit sparsam umgehen, kostet ja nix.

Donnerstag, April 14, 2011

Kleingeld

Roland hatte vor einem Jahr schonmal über die geschrumpften Zehnerle berichtet, jetzt hat es auch die Fuffzgerle Fünfzig-Cent-Münzen erwischt.

Während auf neue Scheine unter anderem mittels Fernsehwerbung aufmerksam gemacht wird, wurden die kleinen Münzen eher stillschweigend eingeführt, was nun nicht wirklich tragisch ist. Aber dass der Kaffeeautomat im Büro die Dinger nicht haben will, zumal der auch Getränke mit "krummen" Preisen (z.B. 4.50) verkauft, ist schon doof.

Dienstag, April 12, 2011

Donnerstag, April 07, 2011

Standort

Als wir vor etwa 4 Jahren unser Haus gekauft haben, hatte ein Kriterium ganz besonders viel Gewicht: die Nähe zu Santa Fe. Ich hatte die Schnautze voll bis Oberkante Unterkiefer vom Verkehr und davon, mich durch Selbigen zu quälen.

Dass die Entscheidung richtig war, merke ich, wenn ich ins Büro fahre. Meistens brauche ich etwa eine halbe Stunde, selten mal eine Ganze, und ausserhalb der üblichen Stosszeiten schaffe ich es auch schon mal in 15 Minuten.

Zwar muss ich bei IBM nicht mehr jeden Tag ins Büro, aber auch wenn ich zu Kunden in die Stinkestadt runter muss, fahre ich gegen den Strom (der fliesst bzw. steht morgens hoch und abends wieder runter), so dass ich recht zügig vorankomme.

Allerdings stehen uns demnächst ein paar Veränderungen ins Haus, die ein anderes Licht auf die Standortfrage werfen. In gut einem Jahr kommt Citlali in die Schule. Wir haben uns noch nicht entschieden, in welche wir sie schicken wollen, aber mir schwebt eine der europäischen Schulen vor. Und davon gibt es hier oben eher wenige. Ausserdem will Evelyn die Rollschuhe endgültig an den Nagel hängen und studieren gehen. Zwar gibt es hier oben Unis, aber die zählen zu den Teureren, Evelyn dachte eher an eine der einfacheren unten in der Stadt.

Und so spielen wir seit ein paar Tagen verschiedene Szenarien durch.

Wir bleiben hier wohnen
Dann hätte Citlali einen recht weiten Schulweg und entweder einer von uns müsste sie fahren (nicht gerade verlockend) oder sie ist jeden Tag 'ne kleine Ewigkeit mit dem Schulbus unterwegs. Und Evelyn findet den weiten Weg in die Uni auch nicht gerade toll, auch wenn es gegen den Strom geht.

Wir ziehen runter in die Stadt
Würde mich mittlerweile verkehrstechnisch nicht mehr so sehr treffen, weil ich viel von zu Hause aus arbeiten kann oder ohnehin bei Kunden bin. Allerdings stört mich der Gedanke, dass meine Kinder in dieser verdreckten Luft leben müssen. Und es ist schwierig, da unten ein (bezahlbares) Haus zu finden.

Wir ziehen in eine andere Stadt
Wenn ich zu Hause arbeite, ist es relativ egal, wo dieses zu Hause ist. Wenn ich auf Reisen bin, ist es auch egal, wo ich nicht zu Hause bin. Und für die gelegentlichen Termine im Büro und Projekte bei Kunden sollte das neue Zuhause natürlich nicht all zu weit vom DeEffe weg sein. Dafür könnten wir in einer anderen Stadt vielleicht Uni und Schule finden, die sich in vernünftigen Zeiten erreichen lassen, weil die Stadt einfach kleiner ist und/oder es dort weniger Verkehr hat. Prinzipiell kommen zwei Städte in Frage, Toluca im Westen, oder Cuernavaca im Süden, wobei das Klima in Cuernavaca eindeutig besser ist. Und man findet dort Häuser mit kleinem Garten zu akzeptablen Preisen.

Tja, wie gesagt, wir überlegen noch. Falls jemand Anregungen hat, ab in die Kommentare damit!

Dienstag, März 29, 2011

Hausmittelchen

Vor Kurzem (irgendwie kommt es mir vor, als wäre es schon wieder eine Ewigkeit her) hatten wir Besuch von meinen Eltern. Mein Vater hatte sich kurz vor dem Urlaub das Knie verletzt und so kam es, dass er nach einem Besuch bei den Monarch-Schmetterlingen, bei dem sie recht lange durch den Wald wanderten, über sein dick geschwollenes Knie klagte. Schwiegermutter versprach Abhilfe, sie hätte da so ein altes Hausmittelchen, das würde sicher helfen. Verschwand und kam kurze Zeit später mit einer Salbe in einem gelben Pott wieder. Während mein Vater sich eine grosse Portion davon auf's Knie schmierte, schaute ich mir die Dose genauer an.




Nehmen Sie sich Zeit, lesen Sie aufmerksam die Anweisungen

Netter Hinweis. Hätten wir vielleicht vorher machen sollen.


Konsultieren Sie einen Tierarzt. Verkauf nur mit ärztlichem Rezept.

Diesen Hinweis fand ich etwas irritierend. Dass die Rezeptpflichtigkeit hier niemanden interesiert, wusste ich ja, aber was mein Vater beim Tierarzt soll...


Für die lokale, äusserliche Behandlung von Schwellungen des Euters...

Klasse. Vater schmiert sich Eutercreme auf's Knie. Fragt mich lieber nicht, wo Schwiegermutter dieses "Hausmittelchen" her hat, wenn sie vom Land kommen würde, könnte ich das ja noch verstehen, aber die ist ein hundertzehnprozentiges Stadtkind, hat mit Tierhaltung absolut nichts am Hut.

Immerhin hat's geholfen, das Knie sah am nächsten Tag besser aus. Milch kam allerdings keine raus.

Samstag, März 26, 2011

Playa Ventura

Am Wochenende waren wir am Meer. Citlali fand es mal wieder fantastisch, den ganzen Tag in der warmen Lagune rumlungern, mit Papa Sandburgen bauen und abends am Lagerfeuer Marshmellows grillen. Das ist schwer zu überbieten. Ameyalli hat das Ganze aufmerksam verfolgt, besonders das Meer als solches hat sie sehr fasziniert. Allerdings hatte sie mit der Hitze zu kämpfen, nachts wollte sie nicht einschlafen und unter dem Rand der Windel hat sie einen hässlichen Ausschlag bekommen.

Citlali hatte ihren ersten Sonnenbrand. Wir hatten sie zwar, wie immer, gründlich eingecremt und sie hatte auch die meiste Zeit ihr T-Shirt an, aber sie lag lange Zeit an einer sehr seichten Stelle in der Lagune, so dass ihre Beine etwas zu viel Sonne abbekamen. Die gute Nachricht: Die Haut hat sie von ihrer Mutter geerbt. Bei mir ist so ein Sonnenbrand immer mehrere Tage lang rot und juckt wie Sau, bei Citlali war das gar kein Problem, am nächsten Tag war sie einfach nur braun. Glück für sie, wir werden trotzdem nächstes mal besser aufpassen.

Der Outlander ist übrigens genial, das war ja das erste Mal, dass wir damit ans Meer gefahren sind und ich war gespannt, wie er sich auf der Strecke macht. Der Motor zieht noch besser als der vom Peugeot, die Strassenlage ist ähnlich, die Sitze sind sehr bequem und die Kiste hat einen Tempomat. Das ist mal ein wirklich nützliches Zubehör. Das Teil auf 130 eingestellt und laufen lassen. Wirklich entspanntes Reisen.
Und vor Ort machte sich die erhöhte Bodenfreiheit bemerkbar. Mit dem Peugeot sind wir letztes Mal ab und zu aufgesessen, das ist uns mit dem Outlander nicht passiert. Die Kiste macht richtig Spass.

Mittwoch, März 23, 2011

Die Neue

Es ist gar nicht so einfach, hier eine Waschmaschine zu kaufen. Die billigen Toplader bekommt man sogar im Supermarkt nachgeschmissen, aber bei Frontladern wird's kniffelig. Der einzige Laden, der unserer nach unseren Recherchen preislich mit Viana mithalten kann, ist Best Buy, und die haben in ihren Filialen keine Grossgeräte auf Lager, wird alles ab Zentrallager geliefert. Und genau das wollten wir ja eigentlich nicht mehr.

Also fuhren wir gestern abend in unserer Verzweiflung nochmal zu Viana, in der Hoffnung, dass die was auf Lager haben. Und wurden im Keller bei den Restposten fündig. Ein Einzelstück, der Maschine, die wir ursprünglich gekauft aber nie bekommen haben, recht ähnlich, nur 20% billiger.

Witzigerweise passt das Ding sogar auf den Sockel, den wir zu der ursprünglichen Maschine geschenkt (und geliefert!) bekommen hatten.

Donnerstag, März 17, 2011

Zurück auf Los

Gestern abend bin ich also nach Feierabend noch schnell (wer den Verkehr hier kennt, versteht den Witz!) zu Viana gefahren. Nach einer halben Stunde (da hatte ich eigentlich schon genug) begrüsste mich endlich eine Sachbearbeiterin mit den Worten "Was kann ich für Sie tun?". "Eine Waschmaschine liefern!" Ich erklärte ihr kurz, dass wir vor knapp vier Wochen eine Waschmaschine bezahlt haben, aber pünktlich zu jedem Liefertermin uns jemand von Viana anruft, um den Termin zu verlegen. Sie schaute in ihren Computer, ging kurz raus, kam wieder und erzählte mir, dass es da ein Problem mit dem Lieferanten gab, der käme mit den Lieferungen nicht nach, aber diesen Samstag bekommt sie eine Lieferung von 50-60 Maschinen und sie würde uns dann am Montag anrufen und uns den genauen Liefertermin sagen.

Ich fragte, was denn jetzt das Problem mit der Rechnung sei. Kein Problem, sagte sie, damit sei alles in Ordnung. Ob sie mir dann bitte erklären könne, weshalb einer Ihrer Kollegen sagt, es gäbe ein Problem mit der Rechnung, der andere sagt, wir bekämen eine ganz andere Maschine und sie sagt mir jetzt, dass ich eine halbe Stunde nur darauf gewartet habe, dass sie mir sagt, dass sie mir am Montag einen Liefertermin sagen wird, der dann wahrscheinlich auch platzt.

Sie verschwand nochmal. Kam dann wieder, erzählte mir, dass die Lieferung vom Samstag wohl schon verteilt sei und wir deshalb das Nachfolgemodell bekommen würden, aber zum gleichen Preis. Und 10% Rabatt wegen der Verspätung. Vorraussichtliche Lieferung: in drei Wochen.

Sie begleitete mich dann zur Kasse und zahlte mir mein Geld zurück. Am Stamstag versuchen wir es dann nochmal woanders.

Dienstag, März 15, 2011

Neues von der Waschmaschine

Manchmal überholt mich die Wirklichkeit beim Bloggen. Während ich mich hier noch über die Spacken bei Viana auskotzte, rief meine Frau (manchmal bin ich ja richtig überrascht, wie praktisch die veranlagt ist) einfach mal in der Filiale an, um zu fragen, ob sie das jetzt entweder auf die Reihe bekommen, oder uns doch bitte das Geld zurücküberweisen.

In der Filiale war man sehr überrascht über den Stuss, den uns die Zentrale da erzählt hat. Das Problem ist Folgendes: Der Lieferant stellt das Modell, welches wir wollten, gar nicht mehr her. Aber es gibt ein Neues, das ist noch beser, hübscher, bunter, kostet zwar auch etwas mehr, aber weil es ja nicht unsere Schuld ist, dass es das Alte nicht mehr gibt, bekommen wir das neue Modell zu dem Preis, den wir schon bezahlt haben. Ich müsste nur eben in der Filiale eine neue Rechnung abholen, weil die Jungs, die das Zeug liefern, meine Rechnung sehen wollen, und wenn da nicht das Modell drauf steht, das sie dabei haben, packen sie es gar nicht erst aus. Und wenn ich schonmal da bin, kann ich auch gleich noch den Gutschein über die 10% Ermässigung mitnehmen, der mir wegen der Verspätung ja zusteht.

OK, das klingt schonmal besser, mal sehen, was die mir morgen abend dann erzählen.

Waschmaschinenkauf mit Hindernissen

Vor etwa drei Wochen hat unsere Waschmaschine den Geist aufgegeben. Soweit nicht weiter verwunderlich, immerhin hat sie knappe sechs Jahre auf dem Buckel, ist schonmal umgezogen und war auch nicht gerade das teuerste Modell. Die Lager gaben schon seit längerem seltsame Geräusche von sich, vor drei Wochen ist dann auch noch die Elektronik ausgefallen, Kostenvoranschlag für eine Reparatur: 2500 Peso. Ab 3500 gibt's neue Maschinen, ausserdem waren wir in letzter Zeit mit den Waschergebnissen nicht mehr wirklich so zufrieden, wir entschieden uns also, eine neue Maschine zu kaufen. Und zwar diesmal eine "richtige", also eine mit horizontaler Trommel.

Kurzer Preisvergleich im Netz, danach bei den günstigsten Läden nochmal die Maschinen in echt angeschaut und dann bei Viana (zufälligerweise im gleichen Laden, in dem wir die Erste auch gekauft hatten) zugeschlagen. Lieferung frei Haus, allerdings erst in einer Woche. Oder doch lieber selber mitnehmen? Nö, sagt der Verkäufer, er sieht gerade, er hat gar keine auf Lager. Also gut, dann Lieferung in einer Woche.

Am Liefertag dann ein Anruf von Viana, es tut ihnen furchtbar leid, man habe Probleme mit dem Lieferanten, man könne erst in fünf bis zehn Tagen liefern, bietet dafür aber einen Rabatt von 10% an. Gut, wir warten.

Heute, es sind mittlerweile zehn Tage verstrichen, wieder ein Anruf von Viana, es gibt da ein Problem mit unserer Bestellung, man wisse gar nicht, welche Maschine wir denn bestellt hätten. Ob wir bitte nochmal in der Filiale vorstellig werden könnten?

Ja, ganz toll. So langsam komme ich mir verschaukelt vor. Das war das letzte Mal, dass ich irgendetwas vor Lieferung bezahlt habe.

Samstag, März 12, 2011

Nochmal die Schulbank drücken?

Gestern bat mich mein Scheff zum Gespräch und erklärte mir in etwa Folgendes: Mein Arbeitgeber bietet jedes Jahr Stipendien für seine Mitarbeiter an. Das sieht dann so aus, dass sich bestimmte Mitarbeiter am Instituto Tecnológico de Monterrey eine Maestría (das dürfte in einem Magister-Studium entsprechen) aussuchen und sich darum bewerben dürfen, von IBM die Studiengebühren bezahlt zu bekommen. Dann wird von einem internen Gremium beschlossen, wer in den Genuss eines Stipendiums kommt, und wer nicht.

Der Grund, weshalb er mir das erzählte, ist schlicht der, dass ich die Bedingungen erfülle (da spielt unter Anderem meine Leistung im vergangenen Jahr eine Rolle), mich bewerben zu dürfen. Und jetzt sitze ich hier und denke darüber nach, soll ich, oder soll ich nicht.

So ein Studium dauert zwei Jahre und ich müsste das in meiner knappen Freizeit absolvieren. Das geht sicherlich zu Lasten der Familie. Andererseits würde es mich reizen, meine theoretischen Kenntnisse mal wieder aufzufrischen, ist immerhin schon gute zehn Jahre her, dass ich mein Diplom bekommen hab'. Und wenn ich beruflich unterwegs bin, könnte ich die Abende im Hotel zum studieren nutzen, statt nur ziellos durch's Internet zu surfen.

Ich bin im Moment noch ziemlich ratlos.

Dienstag, März 08, 2011

Getauft

Vor einer Woche haben wir Ameyalli getauft. Die Taufe als solche war recht unspektakulär, in der Kirche hat das Kind eigentlich die ganze Zeit geheult, erst recht, als sie das Wasser über den Kopf bekam, dafür scheint ihr die Feier gefallen zu haben, da war sie erstaunlich ruhig und hat interesiert zugeschaut, wie wir uns amüsiert haben.

Dabei wurde es kurz vor der Taufe nochmal sehr spannend. Wir hatten nämlich recht lange übelegt, wem wir das Amt der Paten auf's Auge drücken könnten. Und während wir noch überlegten, teilte uns Evelyns Schwester und ihr Mann (die beiden sind Paten bei Citlali) mit, dass sie prinzipiell kein Problem damit hätten, das Amt für beide Mädels zu übernehmen. Das machte uns die Entscheidung leicht, die zwei verstehen sich sehr gut mit den Mädels und wenn wir unvorhergesehener weise den Löffel abgeben, bleiben die Kinder wenigstens zusammen.

Beim allerersten Gespräch in der Kirche, als es um den Termin ging, hatten wir bereits erwähnt, dass die Paten nur standesamtlich verheiratet sind, da hies es dann nur, wir müssten das bei der Anmeldung zum Vorbereitungsgespräch erwähnen, anmelden sollten wir uns in der Woche vor der Taufe. Bei der Anmeldung dann die grosse Überraschung, wenn die beiden nur standesamtlich verheiratet sind, leben sie in Sünde zusammen und taugen somit als Paten nicht. Dass sie bei Citlali Paten sind, ist aus Sicht der Kirche bedauerlich, spielt aber sonst keine Rolle, damals bei der Taufe waren die beiden noch gar nicht verheiratet, deshalb konnten sie damals auch Paten werden. Tolle Logik! Wäre ich nicht schon zuvor aus dem Verein ausgetreten, ich hätte es jetzt getan.

Wir halfen uns mit einem kleinen Trick: Die Eltern des Schwagers sind kirchlich verheiratet, also meldeten wir sie als Paten an, sie haben sich sogar das Vorbereitungsgespräch angetan und am Samstag gingen wir trotzdem mit Schwager und Schwägerin in die Kirche. Da das Vorbereitungsgespräch bei einem anderen Pfarrer war als die Taufe, hat keiner den Tausch bemerkt und es ist auch keiner von uns spontan in Flammen aufgegangen.

Mittwoch, Februar 23, 2011

Lebenszeichen

Ja, wir leben noch :-)

Letzte Woche war ich mal wieder an der Riviera Maya, die gleiche Fortbildungsveranstaltung wie letztes Jahr. Diesmal allerdings unter verschärften Bedingungen, ich hab' mir (wie andere Kollegen übrigens auch) gleich am ersten Tag irgendwas eingefangen, was sich auch mittels Immodium nur schwer unter Kontrolle bringen lies.

Dann hab' ich es im Moment mit sehr unentschlossenen flexiblen Kunden zu tun, ständig werden Projekte verschoben, verlegt oder abgebrochen. Nicht leicht, da den Überblick zu behalten.

Und wir bereiten gerade mit Hochdruck Ameyallis Taufe vor.

Alles in allem ist hier viel los, aber es gibt wenig Konkretes zu berichten.

Mittwoch, Februar 09, 2011

Arme Kekse

Letzten Samstag haben wir eine Schachtel Schokoladenkekse aufgemacht. Und seltsamerweise haben wir sie nicht gleich leergefuttert, sondern die halbleere Schachtel auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen.

Am Sonntag lief dann Citlali an mir vorbei, in der einen Hand einen angebisenen Schokoladenkeks, in der Anderen die Schachtel. Auf meine Frage "Was machst Du mit meinen Keksen" antwortete sie "Estaban en la mesa y nadie les hizó caso (Die lagen auf dem Tisch und niemand hat sich um sie gekümmert)". Die armen Kekse!

Donnerstag, Februar 03, 2011

Texas

Letzte Woche war ich in Texas. Leider hatte ich mal wieder keine Zeit, mir die Gegend näher anzuschauen, aber trotzdem sind mir ein paar Dinge aufgefallen.

Zum Beispiel, dass meine nord-amerikanischen Kollegen nur sehr selten ihre Büros aufsuchen. Die Gebäude wirkten geradezu verlassen, auch in der Kantine war nichts los. Arbeiten alle von zu Hause aus. Hier in Mexico ist das anders, das Gebäude gleicht einem Bienenstock, im Parkhaus ist Parken in zweiter Reihe die Regel. Mir scheint, die Mexikaner kommen auch ins Büro wenn keine technische Notwendigkeit dazu besteht, einfach um Kollegen zu treffen.

Und mir ist ein grosser Unterschied zwischen Texas und anderen Staaten (z.B. Pennsylvania) aufgefallen. Nachdem ich Sonntag abend im Hotel angekommen war, bin ich zwecks Abendessen in ein Burger-Restaurant nebenan gegangen. Die Bedienung fragte mich, ob ich mich setzen oder nur was zum Mitnehmen bestellen will. Ich entschied mich für letzteres, wenn ich schon alleine essen muss, tu ich das lieber im Hotelzimmer vor meinen Rechner. Auf meine vorsichtige Frage, ob sie mir auch ein Bier zum mitnehmen verkaufen kann (das ist in anderen Staaten streng verboten), lachte sie laut uns sagte "Klar, Junge, Du bist hier in Texas, ich kann Dir sogar Bier nach Hause liefern!" Und das Zeug schmeckte gar nicht mal so schlecht.

Dienstag, Januar 18, 2011

Auf Trab

Dieses Foto entstand in einem der eher wenigen ruhigen Momente. Ameyalli ist zwar mittlerweile sehr interessiert an ihrer Umwelt und schaut sehr gerne nach allem, was sich bewegt oder ihr neu ist, aber leider wird ihr auch schnell wieder langweilig und sie fordert lautstark danach, unterhalten zu werden. So konnte auch das Aquarium, bzw dessen Bewohner sie nur für wenige Minuten fesseln.

Manchmal habe ich den Eindruck, Citlali war etwas pflegeleichter, das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich damals einen sehr entspannten Job hatte, damals konnte ich mich am Schreibtisch vom anstrengenden Feierabend erholen, das funktioniert jetzt nicht mehr. Zwar ist es Dank gleitender Arbeitszeit und Home-Office einfacher, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, aber am Ende der Woche will mein Scheff Ergebnisse sehen.

Und trotzdem sind wir glücklich mit der kleinen Maus. Ganz egal, wie stressig das Ganze ist, ein Lächeln von ihr lässt die ganzen Strapazen vergessen. Das hat die Natur (oder meinetwegen auch das höhere Wesen, welches uns angeblich erschaffen hat) gefickt eingeschädelt geschickt eingefädelt.

Mittwoch, Januar 12, 2011

Danke, Air France!

Deseamos asegurarle que ponemos todo nuestro empeño para que, desde el momento de la partida hasta el momento de la llegada a destino, el viaje de nuestros clientes se desarrolle en las mejores condiciones posibles. En este sentido, la calidad del servicio forma, claro está, parte de los objetivos prioritarios de Air France.

Auf Deutsch in etwa: Wir versichern Ihnen, dass wir danach streben, dass sich die Reise unserer Kunden nach den bestmöglichen Bedingungen vom Abflug bis zur Ankunft entwickeln. In diesem Sinne ist die Qualität der Dienstleistung selbstverständlich Teil der vorrangigen Ziele der Air France.

Sorry für die holprige Übersetzung, aber im Übersetzen von Moppelkotze leeren Worthülsen bin ich nicht so geübt.

Tja, liebe Air France, fassen wir nochmal zusammen:

Ihr presst mir 110 Dollar ab. Ja, das sehe ich tatsächlich so, hättet Ihr mir vorher gesagt, dass Ihr nicht daran denkt, den Vertrag von Aeromexico zu erfüllen, hätte ich eben nur zwei Koffer gepackt. Aber das erst bei Check in rauszulassen, wenn die Koffer gepackt sind, ist Erpressung. Wer steht dann schon hin und packt die Hälfte wieder aus?

Auf dem Rückflug (bei dem die vier Koffer plötzlich kein Problem mehr waren), verliert Ihr zwei unserer Koffer, den ersten bekommen wir nach zwei Tagen, den zweiten nach über einer Woche wieder. Dazu nicht mal ein Wort der Entschuldigung.

Dann braucht Ihr zwei Wochen, um auf meine zweite Beschwerde zu reagieren (die Erste ist wohl irgendwo im System untergegangen) und alles was Ihr zu sagen habt ist, dass es nichts zu sagen gibt, ausser dem Mist, dass Kundenzufriedenheit ganz oben auf Eurer Prioritätenliste steht?

Mal ganz unter uns: Wenn mir nach verarscht werden ist, kann ich das hier an jeder Strassenecke billiger haben. Und wenn mir mal wieder nach Fliegen ist, gibt es ja zum Glück auch andere Anbieter.

UPDATE

Da ich nicht vermute, dass AF hier mitliest, wollte ich den Spacken meine nicht-konformität per Mail kundtun. Also auf Reply geklickt, meinem Unmut freien Lauf gelassen und abgeschickt. Und was meldet mir Google drei tage später:

Delivery to the following recipient failed permanently:

Customer-care@airfrance.com

Technical details of permanent failure:
The recipient server did not accept our requests to connect.


Will sagen, AF weigert sich einfach, Antworten auf ihre Mails anzunehmen. Auch eine Form, ihren Kunden zu sagen, dass sie ihnen am Arsch vorbeigehen.