Gestern waren wir in Puebla. Blöderweise war es uns komplett entgangen, dass die Autobahn nach Puebla wegen Überflutung gesperrt ist. Auf dem Hinweg war das noch ärgerlich, Infos oder gar eine ausgeschilderte Umleitung gab es natürlich nicht, die Autobahn war gesperrt und der Verkehr wurde weggeleitet. Fertig. Das GPS war keine grosse Hilfe, das versuchte immer wieder, uns zurück auf die gesperrte Autobahn zu leiten, einfach dem Strom hinterherzufahren war auch schwierig, an jeder Kreuzung schien sich der Strom zu teilen, die Einen bogen ab, die Anderen folgten der Strasse, wieder Andere wendeten entnervt. Naja, mittels Frauen-GPS (rechts ranfahren und fragen) kamen wir schliesslich wieder auf die Autobahn (natürlich genau vor der Zahlstelle) und kamen nach vier Stunden endlich an unser Ziel. Keine berauschende Zeit, aber noch erträglich.
Der Rückweg war setzte da allerdings noch einen drauf. Wir starteten gegen halb acht und freuten uns über die leere Autobahn. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, die kostenlose Strecke (Libre) zu nehmen, entschied mich dann aber doch für die Mautstrecke, um wenigstens dort schnell voranzukommen und ich hatte recht, bis zur Zahlstelle brauchten wir nicht viel länger als eine Stunde. Nach der Zahlstelle dann die Sperrung, wie erwartet staute sich der Verkehr dort ein wenig, diesmal hatte ich mich vorbereitet und auf der Karte eine Alternative herausgesucht. Auf dieser Seite der Autobahn war die Entscheidung einfach, die Strasse führte uns zur Libre die uns in die Stadt führen sollte. Bis zur Libre war der Verkehr schon sehr zäh, auf der Libre brauchten wir dann für die ersten fünf Kilometer ganze vier Stunden. Bis zu einer Baustelle, auf der der ganze Verkehr auf eine Fahrspur reduziert wird. Tolle Leistung, die Verkehrsplaner hier (gibt es die überhaupt oder sollte man die eher Chaos-Verwalter nennen) haben es wirklich drauf.
Danach war der Verkehr wieder angenehm flüssig (klar, es war mittlerweile ein Uhr morgens, wer nicht zwischen Puebla und dem Moloch im Stau stand, hatte besseres zu tun, als die Strassen zu bevölkern), nur noch kurz quer durch die Stadt und wir hätten es geschafft. Wenn da nicht dieses Schlagloch auf der Zaragoza gewesen wäre. Peng-Schrapp-Schrapp-Schrapp-Schrapp. Felge zerbeult, Reifen platt, rechts ran. Unter lautem Fluchen das Bordwerkzeug ausgepackt, Wagenheber angesetzt, Schrauben gelöst. Oder es zumindest versucht. Drei waren kein Problem, Eine sass etwas fester. Also drückte ich etwas fester. Peng, Schlüssel abgerissen. Toll, die können also nicht nur keine Getriebe bauen, sondern auch keine Schraubenschlüssel.
Also meine Versicherung angerufen, die Vollkasko beinhaltet so eine Art Mobilitätsgarantie. Dass der Mann am Telefon meine Police nicht in seinem Computer finden konnte, hat mich dann auch nicht mehr überrascht, immerhin war er so freundlich mir anzubieten, auf meine Kosten einen Mechaniker vorbeizuschicken, ich könnte mir die 180 Peso dann ja von der Versicherung erstatten lassen, wenn das mit der Police geklärt ist. Gut, mir war alles recht, es war halb zwei, ich wollte erstens nach Hause und vor allem da weg, wo wir gerade waren, am Rande der Nezza. Würde man 100 Mexikaner fragen, wo sie unter keinen Umständen nachts um halb zwei liegenbleiben wollten, wäre die Nezza sicher unter den ersten drei häufigsten Nennungen.
Wir warteten also auf den Mecanico, als ein Streifenwagen neben uns hielt. Der Beifahrer stieg aus und fragte mich, was ich denn da tue. Ich beschliese diesen herrlichen Sonntagsausflug mit einem Mitternachtspicknick am Rande der malerischen Nezza. Setz Dich, nimm Dir 'nen Keks! Ich erklärte ihm kurz meine missliche Lage, worauf er mir die Telefonnummer seines Reviers gab und mich aufforderte, wachsam zu sein, ein paar Meter weiter wurde gerade ein Auto ausgeraubt. Sprach's und verschwand.
Wo bekommen die nur dieses Personal her? Sind das Naturtalente oder werden die aufwändig geschult? Hatte ich bis dahin noch die Hoffnung in etwa einer Stunde in meinem Bett zu liegen, sah ich mich jetzt, meiner Habseligkeiten beraubt zu Fuss die letzten 20km durch die Stadt zu laufen. Was für ein Depp!
Nun, glücklicherweise hatte ich keine Zeit, mir die Schrecken der Nezza in allen Details auszumalen, der Mecanico kam, öffnete mit seinem Werkzeug die verdammte Radmutter (ohne sich dabei merklich anstrengen zu müssen) und zehn Minuten später waren wir tatsächlich auf dem Weg nach Hause.
Siebeneinhalb Stunden für 150km. Abenteuer Mexico. Manchmal wünsche ich, ich wäre woanders.
Montag, Februar 08, 2010
Mexico-Puebla
Mittwoch, Februar 03, 2010
Fachidiot
Neulich im Zoo, wir kommen zu einem Käfig, in dem eine Katze mit spitzen Ohren lag. Auf dem Schild draussen stand Lince. Ich mache meine Tochter darauf aufmerksam: "Schau mal Citlali, ein Lynx! Äh, ne, ein Linux?"
Luchs heisst das Ding auf deutsch, Luchs!!!
Dienstag, Februar 02, 2010
Neue Hausbank gesucht
Am Samstag waren wir einkaufen. Soweit nichts Besonderes, bis auf die kleine Peinlichkeit beim Bezahlen, als meine Kreditkarte als ungültig abgewiesen wurde.
Stimmt, da war noch was, gültig bis 01/10. Allerdings war Samstag doch erst der 30. Also bei der Bank (Bancomer) angerufen. Und was durfte ich mir da für tolle Geschichten anhören. Das müsste doch funktionieren, ich solle es nochmal probieren. Nein, nicht? Dann sei die Karte eben gesperrt, man verbindet mich mit der Sicherheitsabteilung. Dort wieder die Kartennummer vorlesen und das Problem schildern. Können die eigentlich nicht inern miteinander kommunizieren? Zumindest die Kartennummer könnten sie doch weiterleiten. Nein, sagt die Sicherheit, die Karte sei nicht gesperrt, die sei abgelaufen. Ja, stimmt, kann eigentlich nicht sein, sie ist ja noch zwei Tage gültig. Zurück zur Plastik-Abteilung. Wieder die Nummer vorlesen. Und das Problem erklären. Ja, komisch, dass die neue Karte noch nicht da ist. Zumal ich die Woche mal angerufen hatte, da hiess es, sie sei unterwegs. Tja, man könnte die, die unterwegs ist, stornieren und mir eine Neue schicken. Dauert dann halt bis zu 15 Tage bis sie ankommt. Wenn sie denn ankommt. Nein, die Alte kann ich so lange nicht weiterbenutzen. A propos, warum kann ich jetzt mit der nicht bezahlen? Weil die automatisch deaktiviert wurde, als ich die Neue aktiviert habe. Die Neue, die ich nie bekommen habe? Ja genau.
Ich hatte echt das Gefühl, die haben keine Ahnung von dem, was sie da so von sich geben. Eine gute Stunde später brachte mein neunter(!) Gesprächspartner dann etwas Licht ins Dunkel: Die Karten werden, wenn der letzte Tag des Gültigkeitszeitraums auf ein Wochenende fällt, am Freitag zuvor automatisch im System als ungültig markiert, die neue Karte war noch nicht aktiviert, nur als die Aktuelle eingetragen. Und auf die neue Karte muss ich eben warten, als Alternative schlug er mir vor, sie an eine Zweigstelle zu schicken, damit ich sie mir dort in 5 Tagen abholen kann. Nicht gerade eine ideale Lösung, aber besser als weiter auf den Paketdienst zu warten, der nie kommt. Übrigens ganz im Gegensatz zur nervigen Werbung für tolle Kredite mit dem sensationellen effektiven Jahreszins von 40%, die regelmässig hier eintrudelt.
Nun fand ich es ziemlich blöd, dass es die Bank entgegen ihrer Zusicherung nicht auf die Reihe gekriegt hat, mir rechtzeitig die neue Karte zukommen zu lassen und die Qualität der Callcenters war auch unter aller Sau. Und in der Hoffnung, das verbessern zu können, rief ich heute die Beschwerdestelle an. Die schossen dann den Vogel ab. Ich erzählte, dass meine neue Karte nicht angekommen ist, obwohl man mir das am Telefon zugesagt hat. Ja, was denn jetzt mein Problem sei. Ich fragte nochmal nach, ob das wirklich die Beschwerdeabteilung ist, wo man sich um Kunden kümmert, die mit dem Service nicht zufrieden sind. Ja, das stimmt schon, aber er könne mein Problem trotzdem nicht erkennen. Er bequemte sich dann widerwillig, meine Beschwerde entgegen zu nehmen. Um mir im Anschluss zu versichern, mir eine neue Karte zuzusenden. Auf die Idee, nachzuforschen, warum die erste nicht angekommen ist, um nächstes mal vielleicht einen anderen Paketdienst zu benutzen kam er nicht. Und Beschwerden über das Call-Center könne er nur entgegennehmen, wenn ich den Namen meines Gesprächspartners kenne. Allgemeine Beschwerden, z.B. darüber, dass man bei jedem neu Verbinden die Kartennummer herunterbeten muss, könnte er nicht annehmen, und nein, gibt es auch keinerlei Aufzeichnungen mittels derer er herausfinden könnte, mit wem ich am Samstag telefoniert habe.
Ich glaube es wird Zeit, die Bank zu wechseln.
Montag, Januar 25, 2010
Philosophisches
Am Samstag kamen wir vom Einkaufen und während wir die Einkäufe aus dem Auto räumten, kamen die Nachbarskinder und luden Citlali zum spielen ein. Ich sagte zu ihr irgendetwas auf Deutsch, was eines der Kinder veranlasste, Evelyn zu fragen "Verstehst Du Deinen Mann?".
Zum Glück war ich gerade auf dem Weg ins Haus, so hat keiner mein Grinsen gesehen.
Mittwoch, Januar 20, 2010
Blutsauger
Unser Neffe liegt zur Zeit im Krankenhaus, einem der staatlichen. Und dort ist es wohl so, dass man bei einem stationären Aufenthalt zwei Blutspenden abgeben muss.
Also war ich heute Blut spenden. Es war für mich das erste Mal und ich war etwas nervös. Ich bin ein ziemliches Weichei, wenn es darum geht, Nadeln in mich hineinstechen zu lassen. So schlimm ist es allerdings gar nicht, überrascht hat mich allerdings die ärztliche Untersuchung vorher. Es wurde natürlich nach aktuellen Krankheiten gefragt, ob ich Medikamente oder Drogen nehme, vor Kurzem Blut gespendet oder empfangen habe. Und ob ich schon einmal Verkehr mit einem Mann oder einer Prostituierten gehabt hätte.
Als ich dann auf der Liege lag, drückte mir die Krankenschwester ein Merkblatt in die Hand. Auf dem stand sinngemäss, dass es mitunter vorkommen könne, dass sich jemand, der zur Risikogruppe gehört, der Familie verpflichtet fühlt und, um trotzdem spenden zu können, falsche Angaben macht. Wenn dies der Fall sei, solle man auf beiliegendem Zettel ein Kreuz bei "nicht sicher" machen, in diesem Fall wird das Blut später entsorgt, man erhält aber trotzdem die notwendige Spendenbescheinigung.
Natürlich finde ich es gut, dass so viel Wert auf die Sicherheit der Blutkonserven gelegt wird, aber ich hätte gedacht, dass das Blut ohnehin auf HIV und Hepatitis-Viren überprüft wird, bevor es in die Blutbank wandert.
Ansonsten ist das Ganze kein Akt, es dauert zwar etwas bis man die Stationen Voruntersuchung, Blutprobe, ärztliche Untersuchung und endlich das grosse Entsaften durch hat, ist aber weniger schmerzhaft als ich dachte und Kreislaufprobleme hatte ich bis jetzt überhaupt keine. Die Blutbank nimmt auch freiwillige Spenden an, falls sich jemand dafür interessiert, hier gibt es Infos. Immerhin kann ein halber Liter bis zu vier Kinderleben retten.
Montag, Januar 18, 2010
Samstag, Januar 16, 2010
Das grosse mp3-Player-Sterben
Letzte Woche gab mein mp3-Player (ein IBIT von Kempler&Strauss) den Geist auf. Eigentlich nicht wirklich, so lange er an einen Rechner angeschlossen ist, kann ich ihn formatieren und Daten draufkopieren, aber wenn ich ihn dann einschalte, behauptet er, der Speicher sei leer. Also erstmal im Netz auf der Seite des Herstellers gesucht, was man da machen kann. Die beschränken sich allerdings darauf, ihre neuen Produkte anzupreisen, Support für ältere Geräte (ich hatte das Teil keine zwei Jahre!) ist wohl nicht vorgesehen. Aus dem Laden, aus dem Sinn. Na, schönen Dank auch.
Nun ist es nicht so, dass ich ständig und überall Musik im Ohr haben muss, das Ding spielt hauptsächlich Hörbücher ab, wenn ich hier im Stau stehe. Das ist allerdings etwas, an was ich mich mittlerweile so sehr gewöhnt habe, dass ich gar nicht mehr ohne Auto fahren will, weil ich mich sonst spätestens nach fünf Minuten in den grünen Hulk verwandle.
Also musste Ersatz her, ich erinnerte mich, noch irgendwo einen alten MuVo von Creative rumliegen zu haben. Und der funktionierte auch noch. Naja, zumindest drei Tage lang. Danach schaltete er sich irgendwann einfach ab und weigert sich seither, Audiodateien abzuspielen, obwohl er sie nach wie vor erkennt. Das gute an Creative ist, dass sie auch für uralt-Geräte noch Service anbieten, auch wenn man für das Firmware-Update Windows braucht. Allerdings konnte auch das den Player nicht wieder zum Leben erwecken, im Gegenteil, der Versuch, die Firmware upzudaten hat ihm wohl den Rest gegeben.
Zwei Player in einer Woche. Da fragt man sich ja schon, ob man vielleicht was falsch macht mit den Dingern.


