Dienstag, März 03, 2015

Plattfuss

Letzte Woche war ich ausnahmsweise mal mit dem Auto in der Stinkestadt. Und auf dem Rückweg verhielt sich die Kiste plötzlich seltsam, irgendwie instabil. Ich fuhr also etwas zurückhaltender als normal, als mir in einer Rechtskurve das Heck ausbrach. Bei knapp über 90. Die Kurve nehm' ich normalerweise locker mit 120.

Zum Glück hab' ich die Kiste wieder unter Kontrolle gekriegt, bevor sie die Betonwand touchierte. Also erstmal rechts ran und nachgeschaut. Reifen hinten links platt. Nicht wirklich komplett platt, aber eben zu wenig Luft drin. Weiterfahren fand ich eher nicht angesagt. Und der Standstreifen an der Stelle nicht wirklich sehr breit. Während ich noch nachdachte, ob ich es hier wirklich riskieren sollte, mir den Arsch abfahren zu lassen, während ich versuche, das Rad zu wechseln, fuhr ein Abschleppwagen an mir vorbei, bremste und setzte zurück.

Der Fahrer kam gleich auf mich zu, fragte, ob er mir helfen soll das Rad zu wechseln, oder ob er die Kiste aufladen und bis Cuernavaca bringen soll. Ich entschied mich für den Radwechsel und fragte, was mich der Spass denn kostet. Nix, sagte er, er ist von der CAPUFE, das ist die staatliche Autobahnbetreibergesellschaft. Cool. Er wechselte das Rad, ich füllte ihm dafür eine Zufriedenheitsumfrage aus und gab' ihm auch ein Trinkgeld mit auf den Weg.

Und keine viertel Stunde später war ich auf dem Noträdchen unterwegs. Natürlich schön langsam, fühlte sich aber trotzdem besser an, als mit dem halbplatten normalen Rad. Glück gehabt.

Montag, Februar 09, 2015

Veränderungen


Unser Leben hier verlief in der letzten Zeit nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es will mir im Nachhinein nicht gelingen, einen bestimmten Zeitpunkt oder ein bestimmtes Ereignis festzumachen, an dem wir eine falsche Entscheidung getroffen, die Warnsignale übersehen haben. Allerdings würde mir das auch nur in sofern helfen, den erkannten Fehler nicht noch einmal zu machen, unser aktuelles Problem lässt sich dadurch nicht mehr lösen. Das Problem ist, dass wir uns nicht mehr verstehen, in mittlerweile so ziemlich jedem Aspekt des täglichen Lebens gegenteilige Ansichten haben. Wir haben versucht, dagegen anzukämpfen. Der alten Zeiten wegen, der Kinder wegen und vieler anderer Dinge wegen. Und sind doch jedes mal gescheitert.

Also bleibt uns als Konsequenz nur die Trennung. Darüber, dass wir uns trennen, sind wir uns einig. Allerdings sind bei den Modalitäten noch ein paar Fragen zu klären. Und selbstverständlich sind wir uns auch da alles andere als Einig.

Sieht ganz danach aus, als müsste ich mich etwas näher mit dem mexikanischen Scheidungsrecht auseinander setzen. Darüber dann  vielleicht demnächst mehr.

Freitag, August 15, 2014

Geadelt

Ich bin ja einige seltsame Schreibweisen meines Namens gewohnt, aber den hatte ich noch nicht:


Sonntag, August 03, 2014

gegrillter Tintenfisch

Wir grillen hier sehr oft, wettermässig ist das hier ja ganzjährig möglich. Und ab und an versuchen wir auch mal ausgefallenere Dinge. Diesmal probierten wir uns am Tintenfisch. Laut Internet liegt der Trick darin, das Tier erstmal im Backofen bei geringen Hitze weichzukochen.

Im Backofen weichkochen
Gesagt, getan, knappe zwei Stunden bei 130° im Backofen, danach war der Fisch tatsächlich weich.


Bischen Olivenöl, Salz und Pfeffer dran und rauf auf den Grill! Zur Sicherheit noch ein paar Würstchen dazu, falls der "Pulpo" doch nicht so dolle ist und dann die kritische Verköstigung. Und, was soll ich sagen, bis auf die Kleinste waren alle begeistert. Der Pulpo war schnell alle, von den Würstchen wollte nur die Kleine was wissen. Das werden wir mal wieder machen.

Donnerstag, Juli 31, 2014

Gartenarbeit

Am Wochenende hab' ich den Baum in unserem Garten gestutzt. Das Ding war in den drei Jahren recht gross geworden und doch etwas zu viel Schatten geworfen.

Viel Ahnung hab' ich ja nicht von der Gartenarbeit, aber mein Nachbar hatte mir ein paar grobe Anweisungen gegeben. Also habe ich mittels Säge einfach ein paar der grossen Äste gekappt. War recht spassig, wie die Teile dann abgestürzt sind. Bis dann aus einem der Äste eine seltsame Wolke aufgestiegen ist. Da war ein fettes Wespennest im Baum. Seltsam, dass wir nie etwas davon bemerkt hatten. Ich hatte Glück, ich wurde nur einmal gestochen. Und der Nachbar war so nett, sich um das Ding zu kümmern.


Mittlerweile hat der Baum einen anderen Bewohner, gestern konnte ich eine Gottesanbeterin bei der Eiablage beobachten.Die gefallen mir wesentlich besser, als die Wespen.


Donnerstag, Mai 08, 2014

Erdbeben

video

Das war heftig. Da schwappen 150l Wasser und die Aufnahme hab' ich erst ein paar Sekunden nach dem Beben gemacht. Fühlte sich heftig an, ist aber wohl nichts ernsthaftes passiert.

Montag, April 28, 2014

Brösel

Sonntag morgen, kurz vor dem ersten Kaffee, es klingelt. Die Nachbarin fragt mich schüchtern, ob ich das mit meinem Auto schon gesehen habe. Nein, habe ich nicht:






Toll! Von innen sieht das dann so aus:





Auch nicht gerade besser. Eine kurze Bestandsaufnahme ergab: Das Auto war immer noch abgeschlossen, die Spackos waren offensichtlich zu blöd, den Knopf der Zentralverriegelung zu betätigen. Entsprechend kamen sie nicht ans Handschuhfach (hätte die Beute allerdings auch nicht erhöht) und auch das ganze (wertlose) Geraffel unter den Sitzen und im Kofferraum blieb  unangetastet. Das Radio bekamen sie nicht raus, haben also nur das Bedienteil mitgenommen (ich weiss auch schon, auf welchem Markt ich mir das nächsten Sonntag zurückkaufen kann) und es fehlt ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder. Tolle Beute, echt.

Wir haben dann erstmal Polizei und Versicherung angerufen. Die Versicherung meinte, sie zahlen den Glasschaden, Anzeige müssten wir keine vorlegen, Radio oder anderes Zeug wäre nicht mitversichert.

Die Polizisten, die dann kurz darauf zu viert ums Auto standen, meinten zwar, wir sollten unbedingt Anzeige erstatten, so richtig begründen konnten sie das allerdings nicht. Es gibt weder Zeugen noch sonst irgendeinen echten Hinweis, allerdings kennt jeder im Viertel die Gruppe Jugendlicher, die seit etwa einem halben Jahr alles klaut, was sich nicht wehrt. Einmal wurde die Bande sogar hochgenommen, dann war eine Woche (!) Ruhe. Von daher halte ich es für erfolgsversprechender, Nadeln in kleine Stoffpuppen zu stecken.

Und so verbrachte ich den halben Tag damit, den Spacken die Pest an den Hals zu wünschen und das Gebrösel aufzusaugen. Nicht gerade das, was man an einem Sonntag so machen möchte.

[Nachtrag]
Mein Eigenanteil an der Scheibe betrug 420 Pesos. Das können wir uns gerade noch leisten.