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Donnerstag, Mai 26, 2011

Ganz schön schlau ...

Gestern abend kam ich zufällig ins Wohnzimmer, als Evelyn gerade mit Citlali sprach:

Evelyn: "Ich glaube, es ist besser wir sagen's ihm."
Citlali: "Nö, sonst wird er sauer."
Evelyn: "Aber wenn wir es ihm nicht sagen, ist das wie Lügen und dann kriegen wir eine lange Nase."
Citlali, jetzt wesentlich leiser: "Nö, Mama, das mit der Nase stimmt gar nicht, ich hab' schon ein paar mal gelogen und meine Nase ist nicht gewachsen!"

Ich bin ja mal gespannt, wann sie hinter den Trick mit dem Weihnachtsmann kommt.

Mittwoch, Februar 09, 2011

Arme Kekse

Letzten Samstag haben wir eine Schachtel Schokoladenkekse aufgemacht. Und seltsamerweise haben wir sie nicht gleich leergefuttert, sondern die halbleere Schachtel auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen.

Am Sonntag lief dann Citlali an mir vorbei, in der einen Hand einen angebisenen Schokoladenkeks, in der Anderen die Schachtel. Auf meine Frage "Was machst Du mit meinen Keksen" antwortete sie "Estaban en la mesa y nadie les hizó caso (Die lagen auf dem Tisch und niemand hat sich um sie gekümmert)". Die armen Kekse!

Donnerstag, November 25, 2010

Ausgezeichnet

Wurde gerade mit dem Vaterschaftsorden für besondere Verdienste am Kind ausgezeichnet. Bin stolz auf mich!

Mittwoch, September 08, 2010

Schadenfreude

Man kann verklumpten Parmesankäse durch heftiges Schütteln der Dose wieder in einen streufähigen Zustand versetzen. Man sollte allerdings darauf achten, dass der Deckel sich bei der Schüttelei nicht öffnet.

Kaum zu glauben, welche Fläche man mit ein paar Gramm Parmesan einsauen kann. Und wie sehr sich ein Kind freut, wenn die Mama zur Abwechslung mal mit dem Papa schimpft.

Mittwoch, Juni 09, 2010

Relativ

Gestern morgen, als ich einen Parkplatz suchte, kam mir das Parkhaus unter dem Büro so klein vor. Als ich dann nach Feierabend feststellte, dass ich mir den Stellplatz nicht gemerkt hatte, war es plötzlich so verdammt gross.

Mittwoch, April 14, 2010

Telefonregistrierung

Wie hier schonmal berichtet, mussten bis zum vergangenen Samstag alle mexikanischen Mobiltelefone mit den Daten des Besitzers in einer grossen Datenbank registriert werden. Natürlich haben viele Leute mit der Registrierung bis auf den letzten Drücker gewartet, woraufhin an den letzten Tagen das System, wie erwartet, zusammenbrach.

Auch ich habe bis zum vorletzten Tag gewartet, in der Hoffnung, dass sich die Herren, die sich den Schmarrn ausgedacht haben, es sich vielleicht doch nochmal anders überlegen. Haben sie nicht. Und hier muss ich dann doch mal ein Lob an Movistar loswerden. Das RENAUT-System war am Freitag nicht mehr zu erreichen, weder per SMS noch per Internet. Also bot Movistar seinen Kunden an, sich auf der Movistar-Seite zu registrieren und versprach, die Nummer nicht abzuschalten, wenn man sich bei Movistar registriert hat. Wahrscheinlich werden die RENAUT die Daten dann später übergeben, wenn die ihr Desaster wieder am Laufen haben. Zumindest kann ich immer noch telefonieren. Im Gegensatz zu Schwiegermuttern, die am Samstag vergeblich versuchte, ihr TelCel-Telefon zu registrieren. Das ist seit heute tot.

Den Vogel abgeschossen hat Telcel allerdings bei einem Kollegen. Der hat einen USB-Stick, mit dem er über das Mobilfunk-Netz ins Internet kann. Oder besser konnte. Er hat das Ding seit drei Monaten und ging davon aus, dass neue Geräte automatisch registriert werden. Werden sie nicht. Hat ihn auch nur eine Stunde gekostet, das herauszufinden und das Teil zu registrieren. Ist gar nicht so einfach, von einem Gerät ohne Tastatur und Display eine SMS zu versenden. Immerhin hat man ihm zugesichert, dass er in spätestens 48h wieder am Netz ist.

Dienstag, April 13, 2010

Definitionen

Am Wochenende waren wir Essen, die Spezialität des Hauses war Hase. Frage an Citlali, ob sie einen Hasen essen möchte. "Nein" sagt sie empört, "ich esse doch keine Tiere." "Ach so, aber Du isst doch Hühnchen, was ist das denn?" "Das ist Essen!"

Freitag, März 12, 2010

Aussicht (ohne Essen)

In meinem Job bin ich ja immer mal wieder bei Kunden und wenn diese ihre Büros in Hochhäusern haben, geniesse ich auch schonmal die Aussicht. Deshalb freute ich mich auch diesmal, als man mich in den 22. Stock schickte. Zu früh gefreut, wie sich herausstellte. Das Nachbargebäude sieht auch vom Erdgeschoss aus nicht anders aus.

Montag, Januar 25, 2010

Philosophisches

Am Samstag kamen wir vom Einkaufen und während wir die Einkäufe aus dem Auto räumten, kamen die Nachbarskinder und luden Citlali zum spielen ein. Ich sagte zu ihr irgendetwas auf Deutsch, was eines der Kinder veranlasste, Evelyn zu fragen "Verstehst Du Deinen Mann?".

Zum Glück war ich gerade auf dem Weg ins Haus, so hat keiner mein Grinsen gesehen.

Montag, Januar 04, 2010

Silvester am Strand

Weihnachten und Silvester lagen ja recht günstig kurz vor dem Wochenende und so wollten wir dieses Jahr mal was Neues ausprobieren: Eine Silvesterparty am Strand.

Unsere Wahl fiel auf Tecolutla, da waren wir vor gut einem Monat schonmal und es hat uns recht gut gefallen. Der Strand ist sehr lang, der Sand angenehm fein und die Stadt ist nicht zu gross, aber es ist doch etwas mehr los als z.B. in Playa Ventura. Einziger Nachteil: Es liegt verkehrstechnisch sehr ungünstig. Es sind zwar nur 320km vom DeEffe bis zum Strand (Acapulco oder Veracruz liegen ca 400km von der Stinkestadt entfernt und von dort sind es dann auch nochmal knappe 100km bis zu einem schönen Strand), davon ist aber nur die erste Hälfte ausgebaut. Von Huachinango bis Tecolutla geht es über eine kurvige Landstrasse, auf der Überholen nur sehr selten möglich ist, blöderweise wird genau diese Strecke stark von schweren LKW befahren, die die Steigungen (oder Gefällstrecken, je nach Richtung) mit etwa 30-40 km/h verstopfen. Entsprechend kann man die erste Hälfte bis Huachinango in zwei Stunden schaffen, für den Rest ist das Doppelte realistisch.

Da ich am 31. noch ein bischen arbeiten mussten, fuhren wir um elf Uhr los und kamen, wie geplant, um fünf Uhr abends an. Das Wetter war ziemlich mies, es wehte ein kühler Wind und die Sonne war durch die dichte Wolkendecke nichtmal zu erahnen. Trotzdem bauten wir unsere Zelte auf, gingen erstmal Essen und erwarteten anschliessend am Lagerfeuer am Strand den Jahreswechsel.

Der erste Tag des neuen Jahres fiel dann erstmal ins Wasser, es war kalt und es regnete. Wir verbrachten die Zeit mit Spazierengehen, Essen und in der Stadt herumlaufen. Der zweite Tag war etwas besser, es regnete nicht mehr und der Wind hatte sich gelegt, aber Sonnenschutz brauchten wir auch keinen.

Eigentlich wollten wir erst Sonntag abend nach Hause fahren, aber mittlerweile war uns die Lust vergangen und wir entschlossen uns am Samstag nach dem Abendessen die Koffer zu packen und loszufahren, um uns wenigstens den Rückreiseverkehr zu ersparen, glücklicherweise ging wenigstens der Plan auf, wir waren nach fünfeinhalb Stunden zu Hause. Der Rest der Familie blieb noch bis Sonntag, weil sie nicht in die Nacht hinein fahren wollten und quälten sich dann 8 Stunden lang in den DeEffe zurück.

Das Jahr wird hoffentlich noch besser werden!

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Eselsbrücke

Ich habe Probleme mir Namen zu merken. Aber da gibt es ja diese tollen Eselsbrücken, mit denen man sich helfen kann. So hat man mir vor kurzem eine Kollegin vorgestellt, die heisst René. Das war leicht zu merken, Kermit der Frosch heisst hier nämlich La rana René.

Dass ich sie gerade mit "Hola Kermit" begrüsst habe, ist mir ja schon ein wenig peinlich.

Freitag, Oktober 09, 2009

Mieses Timimg

Wir schonmal erwähnt, gedenken wir gerade, den Tracker zu verkaufen. Also haben wir ihn erstmal gründlichst gereinigt. Citlali ist da mal ein kleines Missgeschick mit einem Joghurt passiert, welches einen riesigen Fleck auf den Polstern hinterlassen hatte. Und verschiedene andere Kleinigkeiten, deren Schilderung ich der geneigten Leserschaft erspare. Am widerlichsten war der Wackelpudding, der unbemerkt unter den Sitz rollte, dort in der Hitze schmolz und dann irgendwann zum Leben erwachte.

Bei der Aktion zeigte sich, was für eine geniale Konstruktion der Tracker doch ist. Die Sitzbezüge sind nicht einfach auf die Stühle getackert, sondern verschraubt. Also abgezogen und in die Waschmaschine damit. Die Sitze komplett ausgebaut und schon liess sich der Teppich herausnehmen und mittels Dampfstrahler vom Wackelpudding befreien.

Dann ging's zum Mecanico, Ölwechsel war schon überfällig und er sollte einfach mal schauen, was denn einen potentiellen Käufer abschrecken könnte. Er fand ein paar Kleinigkeiten, wechselte Öl, Filter, Kerzen und Bremsbeläge (worauf auch das Rubbeln beim Bremsen verschwand) und jetzt sieht die Kiste wieder ganz ansehnlich aus. Den Preis von knappen 3000 Peso fand ich dafür ganz in Ordnung.

Also haben wir beschlossen, den Tracker am Sonntag auf einem der vielen Gebrauchtwagenmärkte anzubieten. (Falls jemand Interesse hat, schnell mailen, bevor er weg ist!).

Heute morgen passierte dann etwas Unerwartetes. Der Motor lief unrund und die Motorkontrollleuchte tat, wofür sie gebaut wurde: sie leuchtete. Na toll! Ab zum Mecanico, der diagnistizierte eine durchgebrannte bobina. Auf mein "die hast Du doch gestern erst getauscht, warum verkaufst Du mir auch so einen billigen Mist" klärte er mich über den Unterschied zwischen Bujía (Zündkerze) und Bobina (Zündspule) auf. Peinlich. Und erwähnte auch gleich, dass die Dinger nicht ganz so billig seien, wie die Zündkerzen. Was leicht untertrieben war. 1900 Peso kostete das Mistding letztendlich. Das Drecksteil hätte doch auch noch ein Woche halten können!

Samstag, Oktober 03, 2009

Rechenkünstler

Ein kleiner Bildschirmausschnitt von meinem Internetbanking:



Sollte ich mir Sorgen machen?

Das ist übrigens schon der vierte Eintrag mit diesem Titel.

Donnerstag, Oktober 01, 2009

Neues Spielzeug

Nach unserem Kurzurlaub in Playa Ventura wollte ich natürlich die Fotos von der Kamera auf den Rechner kopieren, erlebte dabei allerdings eine kleine Überraschung. Beim Einschalten der Kamera kam eine Rauchwolke aus selbiger. Vermutlich spielte dieser Rauch eine wichtige Rolle in der Kamera, seit er draussen ist, funktioniert sie nämlich nicht mehr.

Schade drum. Sie hat zwar zwischendurch immer mal wieder rumgezickt und wir hatten sie zwischenzeitlich sogar mal ersetzt, aber sie hat sogar ihren Ersatz überlebt und uns fünf Jahre lang begleitet, nicht schlecht in dieser kurzlebigen Zeit.

Also musste Ersatz her, die Entscheidung fiel auf die Stylus 850 SW von Olympus, weil Evelyn das himmelblaue Gehäuse so toll fand sie wasserdicht ist. Ja, das ist ein seltsames Kriterium bei der Auswahl einer Kamera, aber ich hatte die Fuji schon des öfteren in einen Plastikbeutel verpackt, z.B. in Tolantongo und auch am Meer wurde ich schon ab und zu mal von einer Welle überrascht und nur die Kameratasche verhinderte Schlimmeres.

So ein Spielzeug will natürlich ausprobiert werden und was liegt da näher, als sie im Aquarium zu versenken? Zugegeben, sensationell ist das nicht, aber es sieht vielversprechend aus, ich hoffe, sie möglichst bald in einem interessanteren Einsatzgebiet zu benutzen.

Samstag, September 12, 2009

Reingefallen

Sie hat etwas mit Weihnachten gemeinsam. Sie kommt jedes Jahr auf's Neue, überrascht trotzdem die meisten Menschen hier recht unvorbereitet und sie läuft nach festen Ritualen ab. Die Regenzeit.

Sie beginnt Ende Juli, Anfang August mit abendlichem Regen, der prompt den Verkehr zusammenbrechen lässt. Sogleich beginnt in den Nachrichten das Lamentieren über den schlechten Zustand der Infrastruktur, die verstopften Abwaserkanäle, die Schlaglöcher, die mit jedem Regenguss grösser, tiefer und zahlreicher werden und der dringende Appell, keinen Müll auf die Strasse zu werfen, weil dieser sich dann in den Abwasserkanälen sammelt, selbige verstopft und so für Überschwemmungen sorgt.

Je nach politischer Präferenz des Nachrichtensenders werden dann die aktuelle Regierung der Stadt, deren Vorgänger, der Präsident der Republik oder sonstwer für die Überschwemmungen verantwortlich gemacht. Argumente gibt es genug und die werden wohl auch nicht weniger, so lange Geld in künstliche Strände und Eisbahnen in der Stadt statt in Abwasserkanäle investiert wird.

Wirklich ändern tut sich dann aber nichts, alleine in Santa Fe kenne ich zwei Stellen, an denen sich jedes Jahr zur Regenzeit tagtäglich der Verkehr staut, weil von drei Fahrspuren zwei so tief unter Wasser stehen, dass nur noch eine benutzt werden kann.

Aber immerhin sind die Überschwemmungen immer wieder für eine Schlagzeile gut. Oder einen Lacher:

Donnerstag, Juni 11, 2009

Verbrechensbekämpfung!

Hier im Land gibt es seit Langem das Problem der virtuellen Entführungen. Als es vor über einem Jahr dann während einer Parlamentssitzung einige Abgeordneten erwischte (Roland berichtete), beschloss man, endlich etwas dagegen zu tun.

Deshalb gibt es seit April diesen Jahres also nur eineinhalb Jahre später schon ein paar Änderungen bei den Mobiltelefonen. Wer ein Neues kauft muss es jetzt sofort registrieren und bereits im Umlauf befindliche müssen bis zum 10. April kommenden Jahres (2010) registriert werden. Man sieht, es war dem Gesetzgeber wirklich eilig, dass sich da etwas tut.

Glücklicherweise wurde auf unnötige Bürokratie verzichtet, zur Registrierung reicht es, wenn man vom betreffenden Telefon aus eine SMS mit Namen und Geburtsdatum oder Wahlweise der CURP (sowas wie die Sozialversicherungsnummer) an eine Servicenummer verschickt. Einfacher geht es kaum. Dämlicher aber auch nicht, schliesslich kann ich mein Telefon jetzt registrieren auf wen ich will, wenn ich Namen und Geburtsdatum der Person habe. Nur in Bezug auf die Sicherheit gegenüber Manipulationen scheint mir das Konzept noch nicht komplett ausgereift.

Freitag, Juni 05, 2009

Post für's Kind

Diese Woche bekam Citlali Post. Und was für welche, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll.

Vielleicht beim Datum des Poststempels: 03. Mai 2009. Hat ja nur einen Monat gedauert, bis der Brief angekomen ist. Wo er herkommt? Zwei Strassen weiter, vom Spanischen Krankenhaus, in dem wir ihr damals den Finger nähen liessen. Könnte natürlich daran liegen, dass die Strasse nicht wie auf dem Brief angegeben "Laguna de la Mandara" sondern "Laguna de la Mancha" heisst. An den Schreibfehlern in ihren beiden Vornamen (pro Vorname ein Fehler) wird es eher nicht gelegen haben.

Der Inhalt ist nicht weniger kurios: Ein Kalender für das laufende Jahr. Also nicht so ein schmuckes Ding zum an die Wand hängen oder so einer mit viele Seiten zum was reinschreiben sondern so eine kleine Karte für die Brieftasche. Seltsame Idee, sowas Anfang Mai wegzuschicken. Dass die sehr wahrscheinlich Citlalis Geburtsdatum in ihrer Kartei haben mal ganz aussen vorgelassen.

Sehr seltsam das Ganze.

Donnerstag, Mai 28, 2009

Kopfschmerzen

Heute morgen bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht. Das kann ich irgendwie gar nicht ab, diese Tage werden dann auch selten besser. Also erstmal zwei Kopfschmerztabletten aus der Schublade geholt, auf den Frühstücktisch gelegt und Kaffee gekocht. Nach der üblichen Morgenroutine bin ich ins Büro und hab' mich den ganzen Vormittag gewundert, weshalb die mistigen Tabletten nicht endlich anfangen zu wirken.

So habe ich mich dann durch den Tag geschleppt, es war glücklicherweise nicht viel los und freute mich um so mehr, als endlich Feierabend war. Zu Hause kassierte ich dann erstmal einen Anschiss wurde ich dann von meiner liebreizenden Frau darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht ungefährlich sei, irgendwelche Tabletten auf dem Tisch liegen zu lassen, das Kind könnte sie ja futtern. Recht hat sie.

Und ich dachte schon, ich hätte 'ne Aspirin-Resistenz.

Freitag, März 27, 2009

Iztaccíhuatl



Vor knapp zwei Wochen (ist schon ein Weilchen her, ich bin bisher leider noch nicht zum Schreiben gekommen), habe ich mal wieder versucht, den Iztaccihuatl zu besteigen. Roland hatte mich eingeladen ihn und seine Gruppe zu begleiten.

Im Gegensatz zum ersten Versuch ging es diesmal in San Rafael los, also am Kopf-Ende der weissen Frau. Das liegt auf etwa 2800m und damit wesentlich tiefer, als La Joya (knappe 4000m), von wo aus wir letztes mal gestartet sind. Das hat natürlich zur Folge, dass der Weg zum Gipfel (den wir allerdings nicht wirklich zu erreichen hofften) länger ist, allerdings ist die Landschaft wesentlich schöner und abwechslungsreicher, weil man eben noch unterhalb der Baumgrenze läuft und nicht nur durch eine Steinwüste stapft. Stellenweise hat mich die Vegetation schon sehr an den Schwarzwald erinnert.

Am ersten Tag überwanden wir etwa 1200 Höhenmeter und übernachteten somit auf ziemlich genau 4000m. Die dünne Luft machte mir auch diesmal keine Probleme, dafür fand ich es aber wieder verdammt kalt. Nach dem Frühstück stiegen wir dann ohne Gepäck noch weitere 400m auf, genossen ein Weilchen die Aussicht und stiegen dann wieder ab zum Lager.

Da fällt mir etwas ein, das ich bisher noch gar nicht erwähnt hatte: Ich habe ja gar keine richtigen Wanderschuhe, sondern habe dafür bisher meine alten Bundeswehr-Stiefel benutzt. Die sehen zwischenzeitlich natürlich nicht mehr aus wie Neu, aber zeigten bisher auch noch keine nennenswerten Abnutzungserscheinungen, ich benutze sie ja nur selten.

Beim Aufstieg, vermutlich hatten wir noch keine 200 Höhenmeter hinter uns gebracht, löste sich am linken Schuh die Sohle hinten ab und klapperte fröhlich bei jedem Schritt gegen meine Ferse. Damit sie sich nicht weiter löst, habe ich erstmal versucht, sie mit Klebeband zu befestigen, was allerdings nicht lange hielt.


Also band ich sie mit einem Schnürsenkel fest, was dann länger hielt, als befürchtet, ich hatte Bedenken, der Schnürsenkel könnte durchscheuern, tat er aber nicht. Irgendwann löste sich allerdings auch die rechte Sohle am hinteren Ende, dann fing die linke Sohle an, sich vorne abzulösen. Der Rest der Gruppe lacht sich schon schief über meine mit Schnürsenkel zusammengehaltenen Schuhe (Ja, das ist Qualität made in Germany!), aber sie hielten.

Bis wir eben wieder von unserem morgendlichen Ausflug zum Lager zurückkamen. Dort löste sich die linke Sohle dann komplett vom Schuh und wollte sich auch nicht mit Schnürsenkeln und Spucke wieder befestigen lassen. Also trat ich den Rückweg auf der Innensohle an. Die ist zwar etwas rutschig und dämpft überhaupt nicht (was mit dem Rucksack und Bergab nicht gerade sehr vorteilhaft ist), aber besser als barfuss war es allemal. Als dann kurz vor dem Ziel auch Rolands Schuhe anfingen, sich in ihre Einzelteile auzulösen, war das Gelächter natürlich gross.

Insgesamt hatten wir in den zwei Tagen also 1600 Höhenmeter überwunden (letztes Mal waren es nur 700m), es war wieder sehr interessant und ich habe es genossen, mich mal zwei Tage lang mit Roland auszutauschen, ich habe ja sonst nicht oft Gelegenheit, mich in meiner Muttersprache zu unterhalten. Der Muskelkater dauerte diesmal etwas länger (die Waden schmerzten noch bis Freitag) und von den vermaledeiten Schnürsenkeln hatte ich fette Blasen auf dem Fussrücken, deren Spuren immer noch zu sehen sind. Aber falls mich mal wieder jemand einladen sollte, werde ich (allerdings mit anderen Schuhen) wieder dabei sein. Irgendwann werde ich es doch mal bis zum Gipfel schaffen!

Hier geht's zu den Fotos.

Donnerstag, März 12, 2009

Nicht mein Tag

Heute morgen bin ich mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht. Eine halbe Stunde zu früh. Toll. Also erstmal einen Kaffee gemacht und geschaut, was es im Netz Neues gibt. Nix gab's, mein Internetanschluss war tot. Rechner neu gestartet, den Router auch, immer noch nix. Vielleicht sollte ich mal bei Axtel anrufen. Gar nicht so einfach, wenn man nicht nach der Nummer googeln kann! Also Telefonrechnung gesucht, da sollte eine Nummer draufstehen. Ich fand auch gleich eine, 2455 irgendwas. Sieht zwar komisch aus, normalerweise die Service-Nummern einprägsamer, aber was solls. Angerufen, besetzt. Na sowas. Naja, kommt schonmal vor, dass man vor lauter Ansturm nicht mal zur Warteschleife kommt, sondern einfach nur den Besetztton hört, wahrscheinlich bin ich nicht der Einzige, der Probleme hat. Ich versuche es weiterhin, während ich mir mein Frühstück zusammensuche. Immer besetzt. Seltsam. Ich frühstücke und überfliege nochmal meine Telefonrechnung. Hey, da unten stehen zwei Service-Nummern, eine für Rückfragen zur Rechnung und eine für technische Probleme (1414 1515). Und was ist dann diese 2455 irgendwas für eine Nummer?

In dem Moment wird mir klar, warum die immer besetzt ist. Ich versuche seit einer viertel Stunde, mich selbst anzurufen. Das dürfte heute eher nicht mein Tag werden.