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Dienstag, Oktober 12, 2010

Falsch geparkt

Heute morgen hatte ich einen Termin bei einem Kunden, den ich noch nicht kannte. Eigentlich kein Problem, ich hatte die Adresse, war ziemlich früh dran und kurz bevor ich zu besagter Adresse kam, sah ich ein Parkhaus. Nun ist es so, dass wir bei manchen Kunden parken können, bei anderen nicht. Und da ich mich im Gewirr der Einbahnstrassen im Zentrum leicht verfahre, fuhr ich erst mal rechts ran, um abzuklären, ob ich beim Kunden parken kann, oder besser gleich in dieses Parkhaus fahre. Ich zog meinen Laptop aus dem Rucksack, suchte die Nummer des Projektleiters raus, rief ihn an und fragte. Nein, beim Kunden hat es keine Parkplätze, Parkhaus ist angesagt.

Und wie ich das Telefon wieder wegstecken will, hält neben mir ein seltsam eckiger Kleinbus, ein Typ und eine Frau springen raus, während sie (in Uniform) zur Parkuhr läuft, kniet er (in Zivil) sich an meinem Vorderrad zu schaffen. Ich reisse die Tür auf und frage ihn, was er da macht. "Er befolgt meine Befehle" bellt mich die Uniformierte an. Er soll jetzt mal langsam machen, sage ich ihm, schliesslich sei ich doch hier im Auto, was das ganze denn soll. Der Stumme wurstelt weiter, ohne mich zu beachten, auch die Befehlshabende ignoriert mich komplett, sie schreibt irgendwas auf einen Block. Mir schwant böses. Ich versuche es nochmal, richte mich direkt an den Drachen und frage sie, was das Ganze soll, ich bin doch hier noch im Auto, ich parke hier doch gar nicht. "Doch" sagt sie, sehr kurz angebunden, ohne ihr Geschreibe auch nur für den Bruchteil einer Sekunde zu unterbrechen, "wenn sie im Auto sitzen und der Motor nicht läuft, parken Sie". Selber schuld, wer den Planeten retten will, muss eben Opfer bringen. Sie drückt mir mit einer Mischung aus Triumpf und Verachtung im Gesicht einen Strafzettel in die Hand, nuschelt eine Adresse und verschwindet.

Nun ja, in einem zivilisierten Land Land mit funktionierender Verwaltung wäre die Geschichte nicht weiter erzählenswert, Profilneurotiker in Uniform gibt es wohl überall und nächstes mal werd' ich eben erst 5 Peso in die Parkuhr stecken, bevor ich den Motor abstelle. Das Problem ist, dass es hier wohl unmöglich ist, die Bezahlung von Strafzetteln durchzusetzen. Also benutzt man dieses mittelalterliche Instrument:



Das heisst, man kann nicht innerhalb einer bestimmten Frist einfach den Betrag überweisen und gut ist, nein, man muss zu einem Verwaltungsgebäude (das war die genuschelte Adresse), um dort die 460 Peso in Bar (hatte ich schon erwähnt, wie rückständig das ganze System ist?) abzudrücken. Und darf dann bei seinem Auto warten, bis jemand kommt, der das Teil abmacht.

Der Kunde nahm meine Verspätung mit Humor, er sagte mir, ihn hätten sie vor zwei Wochen erwischt, er hatte nur kurz gehalten und auf einen Kollegen gewartet. Er vermutet, dass die Parkraumwächter eine Provision bekommen, sie würden immer überfallartig auftreten und entgegen der hiesigen Gepflogenheiten nicht auf Bestechungsangebote eingehen.

Montag, Februar 08, 2010

Mexico-Puebla

Gestern waren wir in Puebla. Blöderweise war es uns komplett entgangen, dass die Autobahn nach Puebla wegen Überflutung gesperrt ist. Auf dem Hinweg war das noch ärgerlich, Infos oder gar eine ausgeschilderte Umleitung gab es natürlich nicht, die Autobahn war gesperrt und der Verkehr wurde weggeleitet. Fertig. Das GPS war keine grosse Hilfe, das versuchte immer wieder, uns zurück auf die gesperrte Autobahn zu leiten, einfach dem Strom hinterherzufahren war auch schwierig, an jeder Kreuzung schien sich der Strom zu teilen, die Einen bogen ab, die Anderen folgten der Strasse, wieder Andere wendeten entnervt. Naja, mittels Frauen-GPS (rechts ranfahren und fragen) kamen wir schliesslich wieder auf die Autobahn (natürlich genau vor der Zahlstelle) und kamen nach vier Stunden endlich an unser Ziel. Keine berauschende Zeit, aber noch erträglich.

Der Rückweg war setzte da allerdings noch einen drauf. Wir starteten gegen halb acht und freuten uns über die leere Autobahn. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, die kostenlose Strecke (Libre) zu nehmen, entschied mich dann aber doch für die Mautstrecke, um wenigstens dort schnell voranzukommen und ich hatte recht, bis zur Zahlstelle brauchten wir nicht viel länger als eine Stunde. Nach der Zahlstelle dann die Sperrung, wie erwartet staute sich der Verkehr dort ein wenig, diesmal hatte ich mich vorbereitet und auf der Karte eine Alternative herausgesucht. Auf dieser Seite der Autobahn war die Entscheidung einfach, die Strasse führte uns zur Libre die uns in die Stadt führen sollte. Bis zur Libre war der Verkehr schon sehr zäh, auf der Libre brauchten wir dann für die ersten fünf Kilometer ganze vier Stunden. Bis zu einer Baustelle, auf der der ganze Verkehr auf eine Fahrspur reduziert wird. Tolle Leistung, die Verkehrsplaner hier (gibt es die überhaupt oder sollte man die eher Chaos-Verwalter nennen) haben es wirklich drauf.

Danach war der Verkehr wieder angenehm flüssig (klar, es war mittlerweile ein Uhr morgens, wer nicht zwischen Puebla und dem Moloch im Stau stand, hatte besseres zu tun, als die Strassen zu bevölkern), nur noch kurz quer durch die Stadt und wir hätten es geschafft. Wenn da nicht dieses Schlagloch auf der Zaragoza gewesen wäre. Peng-Schrapp-Schrapp-Schrapp-Schrapp. Felge zerbeult, Reifen platt, rechts ran. Unter lautem Fluchen das Bordwerkzeug ausgepackt, Wagenheber angesetzt, Schrauben gelöst. Oder es zumindest versucht. Drei waren kein Problem, Eine sass etwas fester. Also drückte ich etwas fester. Peng, Schlüssel abgerissen. Toll, die können also nicht nur keine Getriebe bauen, sondern auch keine Schraubenschlüssel.

Also meine Versicherung angerufen, die Vollkasko beinhaltet so eine Art Mobilitätsgarantie. Dass der Mann am Telefon meine Police nicht in seinem Computer finden konnte, hat mich dann auch nicht mehr überrascht, immerhin war er so freundlich mir anzubieten, auf meine Kosten einen Mechaniker vorbeizuschicken, ich könnte mir die 180 Peso dann ja von der Versicherung erstatten lassen, wenn das mit der Police geklärt ist. Gut, mir war alles recht, es war halb zwei, ich wollte erstens nach Hause und vor allem da weg, wo wir gerade waren, am Rande der Nezza. Würde man 100 Mexikaner fragen, wo sie unter keinen Umständen nachts um halb zwei liegenbleiben wollten, wäre die Nezza sicher unter den ersten drei häufigsten Nennungen.

Wir warteten also auf den Mecanico, als ein Streifenwagen neben uns hielt. Der Beifahrer stieg aus und fragte mich, was ich denn da tue. Ich beschliese diesen herrlichen Sonntagsausflug mit einem Mitternachtspicknick am Rande der malerischen Nezza. Setz Dich, nimm Dir 'nen Keks! Ich erklärte ihm kurz meine missliche Lage, worauf er mir die Telefonnummer seines Reviers gab und mich aufforderte, wachsam zu sein, ein paar Meter weiter wurde gerade ein Auto ausgeraubt. Sprach's und verschwand.

Wo bekommen die nur dieses Personal her? Sind das Naturtalente oder werden die aufwändig geschult? Hatte ich bis dahin noch die Hoffnung in etwa einer Stunde in meinem Bett zu liegen, sah ich mich jetzt, meiner Habseligkeiten beraubt zu Fuss die letzten 20km durch die Stadt zu laufen. Was für ein Depp!

Nun, glücklicherweise hatte ich keine Zeit, mir die Schrecken der Nezza in allen Details auszumalen, der Mecanico kam, öffnete mit seinem Werkzeug die verdammte Radmutter (ohne sich dabei merklich anstrengen zu müssen) und zehn Minuten später waren wir tatsächlich auf dem Weg nach Hause.

Siebeneinhalb Stunden für 150km. Abenteuer Mexico. Manchmal wünsche ich, ich wäre woanders.

Montag, Januar 04, 2010

Silvester am Strand

Weihnachten und Silvester lagen ja recht günstig kurz vor dem Wochenende und so wollten wir dieses Jahr mal was Neues ausprobieren: Eine Silvesterparty am Strand.

Unsere Wahl fiel auf Tecolutla, da waren wir vor gut einem Monat schonmal und es hat uns recht gut gefallen. Der Strand ist sehr lang, der Sand angenehm fein und die Stadt ist nicht zu gross, aber es ist doch etwas mehr los als z.B. in Playa Ventura. Einziger Nachteil: Es liegt verkehrstechnisch sehr ungünstig. Es sind zwar nur 320km vom DeEffe bis zum Strand (Acapulco oder Veracruz liegen ca 400km von der Stinkestadt entfernt und von dort sind es dann auch nochmal knappe 100km bis zu einem schönen Strand), davon ist aber nur die erste Hälfte ausgebaut. Von Huachinango bis Tecolutla geht es über eine kurvige Landstrasse, auf der Überholen nur sehr selten möglich ist, blöderweise wird genau diese Strecke stark von schweren LKW befahren, die die Steigungen (oder Gefällstrecken, je nach Richtung) mit etwa 30-40 km/h verstopfen. Entsprechend kann man die erste Hälfte bis Huachinango in zwei Stunden schaffen, für den Rest ist das Doppelte realistisch.

Da ich am 31. noch ein bischen arbeiten mussten, fuhren wir um elf Uhr los und kamen, wie geplant, um fünf Uhr abends an. Das Wetter war ziemlich mies, es wehte ein kühler Wind und die Sonne war durch die dichte Wolkendecke nichtmal zu erahnen. Trotzdem bauten wir unsere Zelte auf, gingen erstmal Essen und erwarteten anschliessend am Lagerfeuer am Strand den Jahreswechsel.

Der erste Tag des neuen Jahres fiel dann erstmal ins Wasser, es war kalt und es regnete. Wir verbrachten die Zeit mit Spazierengehen, Essen und in der Stadt herumlaufen. Der zweite Tag war etwas besser, es regnete nicht mehr und der Wind hatte sich gelegt, aber Sonnenschutz brauchten wir auch keinen.

Eigentlich wollten wir erst Sonntag abend nach Hause fahren, aber mittlerweile war uns die Lust vergangen und wir entschlossen uns am Samstag nach dem Abendessen die Koffer zu packen und loszufahren, um uns wenigstens den Rückreiseverkehr zu ersparen, glücklicherweise ging wenigstens der Plan auf, wir waren nach fünfeinhalb Stunden zu Hause. Der Rest der Familie blieb noch bis Sonntag, weil sie nicht in die Nacht hinein fahren wollten und quälten sich dann 8 Stunden lang in den DeEffe zurück.

Das Jahr wird hoffentlich noch besser werden!

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Getrickse bei der Abgasuntersuchung

Letzte Woche hab' ich den Peugeot zur Abgasuntersuchung gebracht. Und erstmal gelernt, dass man sein Auto in dem Staat zur Verificación bringen muss, in dem er angemeldet ist, also in diesem Fall nicht hier im DeEffe, sondern im Estado de Mexico.

Da ich mich dort nicht auskenne, hab' ich einfach mal den Schwager gefragt, schliesslich wohnt er im Estado. Kein Problem, er kommt mit. Bei der Ankunft erstmal gefragt, was das denn kostet. 274 Pesos. "Mit allem?" fragt der Schwager. "Nö, mit allem kostet 374", sagt der Kontrolleur. Ich bezahlte also erstmal und während der Kontrolleur den Test machte, fragte ich den Schwager was denn das "mit allem" sollte.

Es sei so, dass die Systeme relativ gut gegen Manipulationen gesichert seien, unter anderem werden die Kontrolleure mittels Kameras überwacht, um zu verhindern, dass ihnen jemand Geld zusteckt. Würde er mir aber 100 Peso zu viel kassieren, fällt das weniger auf und das wäre sowas wie eine Garantie, dass der Wagen durchkommt.

Prompt kam der Kontrolleur zu uns und erklärte , die Werte seien zu hoch, der Wagen hätte nicht bestanden. Und fügte etwas leiser hinzu, wir sollen in 15 Minuten wiederkommen. Also fuhren wir raus, warteten eine Viertelstunde und fuhren danach wieder ins Verificentro. Bezahlt haben wir diesmal nichts und, oh Wunder, diesmal bestand der Peugeot die Prüfung.

Und seither frage ich mich, ob die Abgaswerte des Peugeot tatsächlich mies sind und die Jungs im zweiten Anlauf getrickst haben oder ob sie beim ersten Anlauf tricksten, um mir das Gefühl zu geben, etwas für meine 100 Peso extra bekommen zu haben.

Samstag, September 12, 2009

Reingefallen

Sie hat etwas mit Weihnachten gemeinsam. Sie kommt jedes Jahr auf's Neue, überrascht trotzdem die meisten Menschen hier recht unvorbereitet und sie läuft nach festen Ritualen ab. Die Regenzeit.

Sie beginnt Ende Juli, Anfang August mit abendlichem Regen, der prompt den Verkehr zusammenbrechen lässt. Sogleich beginnt in den Nachrichten das Lamentieren über den schlechten Zustand der Infrastruktur, die verstopften Abwaserkanäle, die Schlaglöcher, die mit jedem Regenguss grösser, tiefer und zahlreicher werden und der dringende Appell, keinen Müll auf die Strasse zu werfen, weil dieser sich dann in den Abwasserkanälen sammelt, selbige verstopft und so für Überschwemmungen sorgt.

Je nach politischer Präferenz des Nachrichtensenders werden dann die aktuelle Regierung der Stadt, deren Vorgänger, der Präsident der Republik oder sonstwer für die Überschwemmungen verantwortlich gemacht. Argumente gibt es genug und die werden wohl auch nicht weniger, so lange Geld in künstliche Strände und Eisbahnen in der Stadt statt in Abwasserkanäle investiert wird.

Wirklich ändern tut sich dann aber nichts, alleine in Santa Fe kenne ich zwei Stellen, an denen sich jedes Jahr zur Regenzeit tagtäglich der Verkehr staut, weil von drei Fahrspuren zwei so tief unter Wasser stehen, dass nur noch eine benutzt werden kann.

Aber immerhin sind die Überschwemmungen immer wieder für eine Schlagzeile gut. Oder einen Lacher:

Freitag, September 04, 2009

Traumwagen

Da hatte ich mich vor Kurzem noch über das beschränkte Angebot auf dem hiesigen Automarkt ausgelassen und dann läuft (bzw. fährt) mir hier das Traumauto schlechthin über den Weg.

Klassisches Wurst-Design, viel Stauraum und sogar Flügeltüren. Nur die übersichtlichkeit nach Hinten ist etwas eingeschränkt:



Montag, Juli 20, 2009

Parkplatzverteidigung

Parkplätze sind im Moloch (wie wohl in jeder grösseren Stadt) Mangelware. Das führt hier mitunter dazu, dass manche Leute das Stück Strasse vor ihrem Haus mittels Eimern, Kisten oder gar einbetonierten Pfosten reservieren. Das ist zwar mittlerweile verboten, aber das Gesetz und die Realität bilden hier zwei getrennte Universen, die sich nur gelegentlich berühren, beispielsweise wenn ein Polizist Geld für sein Feierabendbier braucht.

Es gibt auch die ganz gestörten, die verzichten auf die Markierung ihres Parkplatzes und stechen einfach jedem, der es wagt, vor ihrem Haus zu parken, die Reifen auf, irgendwann weiss dann jeder Nachbar, dass er hier nicht zu parken hat.

Gestern sind wir scheinbar an so ein Arschloch geraten, wir waren auf einem Markt und haben in einer Nebenstrasse geparkt. Es war da weder ein offizielles Parkverbot oder irgendeine Form der Parkplatzreservierung, die ich normalerweise, so assozial ich sie finde, zähneknirschend respektiere, schliesslich kann ich darauf verzichten, dass mir jemand die Reifen zerlöchert oder den Lack zerkratzt. Als wir zum Auto zurückkamen, war der hintere Reifen leicht platt, ich dachte mir erstmal nichts dabei, sondern nahm mir vor, den an der Tankstelle überprüfen zu lassen. Wir kamen allerdings gar nicht erst so weit, der Reifen war ziemlich bald komplett platt. Kein Problem, Ersatzrad drauf und zum Vulcanizador gefahren. Der fand das Loch und fragte auch gleich, ob ich da wohl irgendwo geparkt hätte, wo ich nicht hätte sollen. Nein, eigentlich nicht. Das Loch war allerdings ein Riss in der Reifenflanke, etwa einen halben Zentimeter lang, ziemlich offensichtlich die Spur eines Schraubenziehers. Eigentlich keine grosse Sache, kostete gerade mal 40 Peso und eine viertel Stunde Zeit, aber trotzdem nervig.

Das wäre so ein schönes Land, wenn es nicht so viele Idioten hätte.

Montag, Januar 26, 2009

Einmal (die Woche) aussetzen

Es gibt ja hier im DeEffe ein Programm zur Luftverbesserung (oder Verkehrsverminderung). Komischerweise finde ich hier im Arschief Archiv gar nix dazu, hab' ich da tatsächlich noch nie was darüber geschrieben? Nun ja, es geht darum, dass die Autos hier verschiedenen Schadstoffklassen zugewiesen werden und wenn ein Auto nicht der Klasse zero (null) oder doble zero (doppel null) entspricht, darf es an einem Tag in der Woche und einem Samstag im Monat nicht fahren. Der Tag wird durch die letzte Ziffer des Kennzeichens festgelegt, uns würde beispielsweise der Montag und der erste Samstag im Monat treffen. Würde, weil der Tracker bzw. mein Trinkgeld an den Prüfer die Norm der Klasse zero erfüllt.

Nun ging ich bisher davon aus, dass diese Schadstoffklassen nur etwas mit dem Schadstoffausstoss des Autos zu tun hätten. Bis mir gestern jemand erzählte, dass er demnächst sein Auto verkaufen will, weil es nächstes Jahr nicht mehr die zero-Plakette bekommt. Und siehe da, auf dieser Seite, Abschnitt II.1 stehen die Voraussetzungen für die Zero-Plakette: Abgas-Grenzwerte und ein maximales Alter von acht Jahren.

Hat da draussen jemand Interesse an einem Tracker, Baujahr 2001?

Dienstag, Januar 13, 2009

Mit dem Rad nach Teotihuacan

Ich hatte von einer Gruppe gelesen, die am Sonntag mit dem Rad zu den Pyramiden nach Teotihuacan fahren wollte. Acht Uhr morgens sollte es losgehen, als Strecke wurden etwa 90km angegeben.

Also begab ich mich in aller Herrgottsfrühe auf den Weg zum Zocalo, wo es tatsächlich pünktlich losging. Das war dann aber leider auch schon das Highlight des Tages.

Die Streckenführung war denkbar einfach, wir benutzten die Standspur der Autobahn. Und das aus einem recht einfachen Grund: Es gibt hier als Verbindungsweg zwischen zwei Städten meist nur eine Landstrasse und (nicht immer) die (kostenpflichtige und für Radfahrer eigentlich verbotene) Autobahn. Alternativen, wie z.B. asphaltierte Feldwege oder kurze Umwege über die Dörfer gibt es nicht. Die Landstrasse ist problematisch, weil sie meist gerade breit genug ist, dass zwei Autos aneinander vorbeipassen, für einen Radfahrer ist da kein Platz. Und ich schreibe bewusst nicht, Um einen Radfahrer bei Gegenverkehr zu überholen ist kein Platz. So bleibt einem für längere Touren eben nur die Autobahn.

Also fuhren wir auf dem rauhen, äusserst unangenehm zu befahrenden Standstreifen, der mit Müll, Splitt und Glassplittern übersät war. Landschaftlich bietet die Strecke nichts wirklich Reizvolles, und den Nervenkitzel, wenn man mit wenigen Zentimetern Abstand von Bussen und LKWs überholt wird, fand ich auch nicht wirklich so erstrebenswert.

Insgesamt war es eine Erfahrung, auf die ich auch gerne hätte verzichten können, zumal aus den geplanten 90 Kilometern 117 wurden und gerade die letzten 20 zogen sich dann auch ewig hin. Nächstesmal dann doch lieber wieder auf Schotter durch den Wald.

Dienstag, Dezember 30, 2008

Neue Sitten?

Wie hier ja schon ab und an mal erwähnt, muss ich mit dem Tracker alle sechs Monate zur Abgasuntersuchung. Und alle anderen auch. Bei bestandener Prüfung gibt es einen Aufkleber, der von innen an eine der Scheiben geklebt wird. Diese Aufkleber haben unterschiedliche Formen, um den Polizisten die Überprüfung zu erleichtern.

Wir haben den Tracker mit Folien ausgestattet, das heisst, innen wurde eine dunkle Folie auf die Seitenscheiben geklebt, welche verhindern soll, dass jemand einfach die Scheibe einschlägt und irgendwas aus der Kiste klaut. Beim Anbringen dieser Folie hatten wir natürlich den aktuellen Abgasuntersuchungsaufkleber an der Scheibe kleben. Der klebt jetzt zwischen Scheibe und Folie, ist also sehr gut zu sehen und nicht entfernbar. Der aktuelle Kleber klebt hinter der Folie und ist auf Grund der Tönung der Folie schlecht sichtbar. Deshalb werde ich ab und zu angehalten und darauf hingewiessen, dass ich nicht über die aktuelle Verificación verfüge.

Das lief bisher so ab, dass ich erstmal um die Papiere gebeten wurde (und, naiv wie ich bin, habe ich die anfangs auch immer brav herausgerückt), dann wurde mir erklärt, worum es ging, ich erklärte das Problem mit der Folie, worauf der Polizist in der Regel nach irgendeinem anderen Grund suchte, mir einen Strafzettel zu verpassen, stets meine Papiere in der Hand, in der Hoffnung, ich würde ihm ein Trinkgeld anbieten, damit er mir meine Papiere zurückgibt und ich weiterfahren kann. Ihren Namen nannten diese Geier dabei meist auch auf Nachfragen nicht, alles in allem gingen mir diese Abzockversuche Überprüfungen tierisch auf den Sack, beim letzten Mal öffnete ich mein Fenster nur noch einen Spalt, ignorierte die Frage nach den Papieren und fragte erstmal, worum es denn geht. Das schient mir die einzig adäquate Vorgehensweise.

Wobei ich mich nach wie vor frage, weshalb mich noch keiner darauf hingewiesen hat, dass die Folien seit einem Jahr verboten sind.

Wie dem auch sei, heute morgen, ich war auf dem Weg zu einem Kunden, wurde ich wieder mal angehalten. Der Polizist trat an meinen Wagen, ich öffnete das Fenster einen Spalt und wurde sehr angenehm überrascht. Der Polizist stellte sich mit Namen vor, entschuldigte sich für die Störung und sagte mir, dass er den Aufkleber der aktuellen Verificación nicht sehe. Ich erklärte ihm, wo er ist, er bat mich, nicht wegzufahren, lief ums Auto herum, kam zurück, bat mich um Entschuldigung, weil er den aktuellen nicht gleich gesehen hatte und wünschte mir einen schönen Tag. Ich bin immer noch verblüfft. Hoffentlich war das nicht nur ein Weihnachtsausrutscher!

Sonntag, September 28, 2008

Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Heute ist Sonntag, der letzte im Monat, das heisst für mich, ich gehe zum Ciclotón. Vorher noch schnell meine Mädels in der Granada abgesetzt und dann direkt mit dem Rad zur Reforma. Dort traf ich allerdings nur auf ein paar verstört dreinblickende Radfahrer, die Strasse war nicht, wie sonst üblich, für Autos gesperrt. Also fuhr ich erstmal (auf der rechten Spur, wie es sich gehört) in Richtung Zentrum, vielleicht findet sich ja dort ein Hinweis darauf, was los ist.

An einer Einmündung kam dann von rechts eine Dame mit ihrem Wagen, sah mich an und zog direkt vor mir heraus. Ich machte keine Vollbremsung, sondern wich ihr aus, fuhr parallel zu ihr, auf Höhe ihrer Tür, unterdrückte den Impuls, gegen selbige zu treten und machte meinem Ärger lautstark Luft.

Ein paar Meter weiter stand eine Gruppe von 5 Polizisten, die den Vorfall gesehen hatten und sofort in Aktion traten: Sie hielten mich an und klärten mich darüber auf, dass das Radfahren auf der Fahrbahn verboten sei und ich auf dem Gehweg fahren müsse.

Nun, es mag in zeiten knapper Kassen günstiger sein, den Typen zwei aufgeweichte Brötchen vom Vortag unter die Schädeldecke zu stopfen anstatt sie mit echtem Hirn auszustatten und für die Standardsituationen (im Rudel dumm rumstehen, Airobic an der Ampel machen und immer schön die Hand aufhalten) reicht das ja auch vollkommen aus, aber vielleicht sollte man den Uniformständern doch ein kleines bischen Verstand mitgeben. Oder zumindest die Gesetze, auf die sie sich beziehen in schriftlicher Form. Auf meine Frage wo das den stehe, gab es zunächst die fantastische Antwort "en el reglamento de transito" (also der Verkehrsordnung), auf die Rückfrage wo denn da genau nur kollektives Schulterzucken. Und leider hatte man auch kein Exemplar dabei, in dem man hätte nachschlagen können. Mal davon ausgehend, dass mindestens einer von der Truppe lesen kann.

Das sonntägliche Radfahren auf Reforma war übrigens ausgefallen, weil da jemand (hat der eigentlich sonst nix zu tun?) mal wieder einen Protestmarsch organisiert hatte und im Gegensatz zu dem, was mir ein anderer Uniformständer erzählt hatte (Fällt heute alles aus!) fand der Ciclotón tatsächlich statt, nur ging er eben nicht durchs Zentrum.

Donnerstag, Juli 10, 2008

Parkticket

An vielen Parkplätzen (z.B. an denen der Supermärkte) findet sich hier der Hinweis, daß man im Falle des Verlustes des Parktickets erstens eine erhöhte Parkgebühr bezahlen und außerdem nachweisen muß, daß man tatsächlich Besitzer es Wagens ist, mit dem man den Parkplatz zu verlassen gedenkt. Das soll wohl Diebstähle verhindern.

So auch an dem, auf dem ich gestern abend kurz parkte und irgendwie tatsächlich dieses dämliche Ticket verloren habe. Ganz toll. Ich war alleine unterwegs, hatte natürlich keine Papiere außer dem deutschen Personalausweis und Führerschein dabei und um das Chaos perfekt zu machen, laufen die Papiere des Tracker auf Evelyns Namen. Und zwar nicht auf Evelyn Bohn, sondern, wie hier üblich, auf ihren Mädchennamen, was es noch einen Tick schwieriger machen würde, jetzt plausibel zu erklären, daß die Kiste mir gehört.

Also bin ich erstmal zu Fuß zur Schranke gegangen, man will ja nicht den ganzen Verkehr aufhalten, und hab' dem Kassierer erzählt, daß ich das doofe Ticket verloren habe. Der meinte, in dem Fall müsste er mir halt 80 Peso (nicht ganz 5 Euro) berechnen, statt der normalen drei, da kann er leider nichts machen. "Sonst gibt es da aber kein Problem?" fragte ich vorsichtig (nur keine schlafenden Hunde wecken) und er verneinte. Und tatsächlich, ich fuhr mit dem Tracker vor, er erkannte mich wieder, entschuldigte sich nochmal, daß er am Preis nix machen könnte, ich drückte die 80 Peso ab und fuhr von dannen.

Glück gehabt!

Freitag, April 25, 2008

Verbesserte Verkehrsführung

Vor fast einem Jahr hatte ich mich hier mal über die dusselige Verkehrsführung an der Stelle, an der die sogenannte Avenida de los Poetas in die Avenida Centenario mündet, ausgelassen.

Und siehe da, sie hat sich verbessert. Was natürlich nicht an meinem Blogeinrag, sondern an den ständigen Beschwerden von Anwohnern und Autofahrern liegt.

Das Problem war ein etwa ein Kilometer langes Stück, welches nur eine Fahrspur pro Richtung breit war, während sonst überall mindestens zwei Spuren pro Richtung zur Verfügung stehen. Das hatte zur Folge, daß es abends in Richtung Stadt an der Stelle, an der aus zwei Spuren eine wurde, zu kilometerlangen Staus kam, in denen auch ich stand, obwohl ich eigentlich ganz woanders hin wollte.

Nun wurde endlich die Engstelle aufgebohrt, aus einer Spur wurden zwei und das hat zwei ganz tolle Konsequenzen. Zum einen gehört der Stau auf den Brücken endlich der Vergangenheit an, ich spare jeden Abend zwischen zehn und 30 Minuten, wenn ich mit dem Auto auf dem Weg nach Hause bin. Die andere ist etwas überraschend, da jetzt auch der Weg aus der Stadt zu den Brücken einen höheren Durchsatz an Autos ermöglicht, kommt es morgens zu einem kurzen Stau am anderen Ende der Brücken. Der kostet mich zwar, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, etwa fünf Minuten, bringt mir aber als Radfahrer einen großen Vorteil. Am Ende der Brücke (drei Spuren pro Richtung) beschreibt die Straße eine leichte Kurve und führt dann durch einen Tunnel. An der Stelle fuhren einige Autofahrer bisher recht schnell und, durch die Kurve und die plötzliche Änderung der Lichtverhältnisse bedingt, eigentlich im Blindflug, weshalb ich immer recht froh war, wenn ich mit dem Rad durch diesen Tunel war.

Dadurch, daß der morgendliche Stau jetzt bis vor den Tunnel reicht, kann ich gefahrlos an den stehenden Autos vorbeifahren. Nur schade, daß ich im Moment vollzeit bei einem Kunden unten in der Stadt bin, das ist noch recht weit für mein rekonvaleszentes Knie, ausserdem ist das Laptop im Rucksack verdammt schwer, so daß ich mich im Moment auf einen Radtag pro Woche beschränke.

Dienstag, April 15, 2008

Wieder auf dem Rad

Am Montag bin ich enlich mal wieder mit dem Rad zum Kunden gefahren. Zugegeben, mir war unterwegs stellenweise etwas mulmig zumute, aber trotzdem habe ich es genossen.

Und ich kann nichtmal genau sagen, weshalb. Es ist einfach die Art der Fortbewegung, ich werde nicht bewegt sondern bewege mich. Und so lange ich das kann, werde ich es genießen. Natürlich mit der gebotenen Vorsicht, erstmal nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit und sehr umsichtig, im doppelten Sinne des Wortes.

Schon am Sonntag vor einer Woche bin ich probehalber mal auf Reforma gefahren, damals fühlte sich das Knie noch etwas seltsam an, eigentlich nicht das Knie an sich, sondern die Muskeln drumherum machten den Eindruck, als ob sie verklebt wären. Allerdings war das nur im Moment der Belastung, anschließend hatte ich keinerlei Beschwerden im Knie.

A propos Reforma: Klar könnte ich meine radfahrererischen Aktivitäten auf abgesperrte Veranstaltungen beschränken, es gibt hier mehr davon, als man vermutet. Ich werde auch versuchen, diese vermehrt zu nutzen, allerdings verwandelt die Fahrt zur Arbeit mit dem Rad verlorene Zeit in genutzte Zeit. Und da kann ich nicht immer widerstehen, auch wenn die Sache mit den Hörbüchern hilft.

Mittwoch, März 26, 2008

Los Federales

Es gibt hier eine spezielle Bundes-Verkehrspolizei, die sogenannten Policía Federal Preventiva (de Caminos), im Volksmund kurz "Los Federales". Die, wer hätte das gedacht, ist für den Verkehr auf den Bundesautobahnen zuständig und hat seit kurzem nagelneue Autos, Dodge Charger (hier gibt es ein Foto). Die Teile sehen verdammt gut aus und am vergangenen Wochenende waren sie natürlich schwer beschäftigt, wenn sie nicht über die Piste rasten, standen sie am Rand und überwachten den Verkehr.

Einen von denen sah ich etwas spät, ich war gerade im Begriff einen Kombi zu überholen, auserdem ging es leicht bergab, so daß ich gute 130 auf dem Tacho hatte. Prompt gingen auf dem Streifenwagen die Lichter an, er setzte sich in Bewegung und und der Fahrer gab mir mittels Handzeichen zu verstehen, vor ihm rechts ranzufahren. Das tat ich und kam ironischerweise genau vor einem riesigen Schild, auf dem an das Tempolimit von 110 km/h erinnert wurde, zum stehen. So ein Mist aber auch.

Er stieg aus, kam zu uns und erklärte mir, er habe mich angehalten, weil ich mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und verlangte Führerschein und Fahrzeugpapiere. Ich gab ihm meinen rosa Lappen und die Fahrzeugpappe, er ging damit zu seinem Auto.

Während ich im Rückspiegel beobachtete, wie er ausgiebig meinen Führerschein studierte und sich per Funk mit jemandem unterhielt, erklärte mir mein Schwager die Lage. Nach seiner Meinung sind die Federales richtige Polizisten, sprich sie haben eine Ausbildung genossen und werden angemessen bezahlt, im Gegensatz zu den Verkehrspolizisten im DeEffe. Und entsprechend ist es wesentlich unwahrscheinlicher, einen der Federales bestechen zu können (was ich eigentlich auch nicht vorhatte). Allerdings sind die Strafen für überhöhte Geschwindigkeit elendig hoch, er meinte, der Spaß würde unsere Reisekasse sicherlich um 1000 Peso erleichtern.

So herrschte bald betretenes Schweigen im Auto, als der Poliziste wieder zu uns kam. Er fragte erstmal, ob ich Spanisch spreche, ich bejahte und er erklärte mir, daß er mich wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnen würde. Er wisse, daß wir in Europa mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten unterwegs seien, aber in Mexico gelte nunmal ein Tempolimit von 110 km/h und ich soll mich in Zukunft bitte daran halten, das diene schließlich meiner Sicherheit und der der anderen Verkehrsteilnehmer. Er würde diesmal davon absehen, einen Strafzettel auszustellen, sondern mich nur mündlich verwarnen. Sprachs, gab mir die Papiere wieder und wünschte uns eine gute Fahrt. Netter Kerl.

Ich bedankte mich ordentlich und machte mich vom Acker, mein Schwager konnte es kaum fassen. Verwarnt von einem Federal. Ob ich ihm nicht auch so einen rosa Führerschein besorgen könnte. Tja, manchmal hat es auch Vorteile, wenn man als Ausländer erkannt wird.

[Nachtrag]
Ein Foto des Federales-Fuhrparks von Tehuacan/Puebla:

Donnerstag, März 13, 2008

90 Minuten

habe ich heute morgen für die 8km ins Büro gebraucht. Und nichtmal ansatzweise eine Ahnung, warum. Einfach nur viel Verkehr, der sich dann irgendwann spurlos auflöst. Es gibt Tage, an denen hasse ich diese Stadt! Ich will mein Fahrrad wiederhaben!

[Nachtrag]

Mittlerweile weiß ich, warum: Ein Stück weit oberhalb der Brücken haben Anwohner gegen den Verkehr protestiert, das führte zum Rückstau, in dem ich stand. Das macht mich jetzt allerdings auch nicht weniger angefressen!

Freitag, Februar 29, 2008

Zeitvertreib im Stau

Aus bekannten Gründen bin ich zur Zeit ja wieder vermehrt mit dem Auto unterwegs. Nun, die halbe Stunde bis ins Büro und zurück ist zu ertragen, obwohl ich mein Fahrrad sehr vermisse, richtig nervig wird es, wenn ich zu irgendwelchen Kunden runter in die Stadt fahren darf.

Bevor ich mit dem Radfahren hier angefangen habe, hatte ich mir mal von meinen MASH-DVDs die Audio-Spuren extrahiert und auf CDs gebrannt, so daß ich mir die Folgen im Auto anhören konnte. Das machte die Fahrerei erträglicher, allerdings hatte ich die irgendwann auch durch, obwohl es fast 100 CDs sind (erstaunlich, wieviel Zeit man doch im Auto verbringt!).

Auf der Suche nach Alternativen stolperte ich über Hörbücher. Tolle Sache, lenkt nicht allzusehr ab, und man hat nach einer Stunde im Stau wenigstens das Gefühl, die Zeit nicht ganz sinnlos vergeudet zu haben, immerhin hat man einem Buch zugehört. Zum echten Lesen fehlt mir ohnehin oft die Zeit, außerdem kann ich mir die Hörbücher im Netz direkt herunterladen (Bezahlung per Kreditkarte), da entfällt auch das Transportproblem.

Mittwoch, Februar 27, 2008

Verkehr(therum)

Ich hatte heute einen Termin bei einem anderen Orthopäden, weil ich einfach noch eine zweite Meinung zu meinem Knie haben wollte. Und irgendwie konnte ich mit der Anfahrtsskizze nicht so recht was anfangen, die Straßen verliefen darauf etwas anders, als auf dem Stadtplan.

Ist ja auch klar, wenn auf der Skizze Norden unten ist! Wer macht denn sowas? Und das ohne den kleinsten Hinweis?

Der Doc machte übrigens einen guten Eindruck, nach sehr umfassender Untersuchung kam auch er zu dem Schluß, daß der Meniskus verletzt ist, außerdem meint er, das innere Kreuzband sei etwas lockerer als am intakten Knie, was allerdings nicht weiter schlimm sein muß. Näheres wird dann also eine Magnetresonanztomographie bringen.

Donnerstag, Februar 14, 2008

Taxi-Wirren

Bis vor Kurzem gab es hier drei verschiedene Arten von Taxis: Die mit dem L auf dem Nummernschild, die mit dem S und die mit den ganz normalen Nummernschildern.

L und S kennzeichneten reguläre Taxis, die mit den normalen Nummernschildern sind schlichtweg private Autos, die sich als Taxen ausgeben. Angeblich kostet es 17.000 Peso Strafe, wenn man sich als illegaler Taxifahrer erwischen läßt, wenn man allerdings mal darauf achtet, wieviele dieser falschen Taxen unterwegs sind, muss sich das entweder trotzdem lohnen oder da werden irgendwo jede Menge Augen zugedrückt.

Der Unterscheid zwischen L- und S-Taxen besteht darin, daß die Libre-Taxen ihre Fahrgäste unterwegs aufsammeln, während die Sitio-Taxen an ihren Sitios (Taxiständen) auf Fahrgäste warten (wobei Sitio-Taxen meist auch Fahrgäste unterwegs aufnehmen, wenn sie gerade leer unterwegs sind). Es gibt einen kleinen Unterschied im Preis, prinzipiell müssen aber alle Farten nach Taxameter abgerechnet werden, mit Ausnahme der Taxen an den großen Busbahnhöfen. Soweit zur Theorie, wie sie beispielsweise hier auf der Seite des zuständigen Behörde beschrieben wird.

In der Realität fahren nämlich nach wie vor viele Sitio-Taxen nicht nach Taxameter (selbst wenn sie eines eingebaut haben), sondern verhandeln den Preis vor Fahrtbeginn. Und, oh Wunder, der liegt natürlich über dem Preis, den das Taxameter angeben würde, sonst könnte man ja gleich selbiges verwenden. Ein Grund für mich, Sitio-Taxis zu meiden.

Das war bis vor Kurzem auch kein Problem, der Blick aufs Nummernschild ist sowieso angebracht, um nicht in ein illegales Taxi einzusteigen (so empfiehlt es z.B. diese Seite), nur haben seit dem Jahreswechsel die Taxen neue Nummernschilder. Die fangen jetzt mit einem A an, gefolgt von den gewohnten 5 Ziffern, egal ob Sitio oder Libre. Ich habe nicht wirklich mitbekommen, warum die neu Beschildert wurden, wahrscheinlich geht es darum, Taxen, deren Lizenz nicht verlängert wurde oder die geklaut wurden, aus dem Verkehr zu ziehen.

So pasierte es mir vor Kurzem tatsächlich, daß ich nacheinender in drei Sitio-Taxen einstieg, die sich alle weigerten, vom vorhandenen Taximeter Gebrauch zu machen. Ich bin dann vor Frust in ein Illegales eingestiegen, der wollte nach Taxameter 45 Peso statt der 70-80, die die anderen wollten.

Freitag, Januar 18, 2008

Tips für Radfahrer (VII)

Hütet Euch vor Leuten, deren Mobiltelefon klingelt, wenn sie gerade die Spur wechseln!

Ein Scheiss-Tip, weil man relativ machtlos ist, selbst wenn man den Kerl sieht. Aber von vorne: Ich war gestern abend auf dem Weg nach Hause, auf der Straße auf folgendem Kartenabschnitt, von oben nach unten. Die Straße hat an der Stelle drei Spuren, die (in Fahrtrichtung) Linke führt nach unten auf die Brücke, die Rechte geht normal weiter während die Mittlere sich in zwei Spuren aufteilt. Ich fahre normalerweise auf der rechten Spur, wie sich das eben gehört und kurz vor der Gabelung wechsle ich auf die Mittlere.


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Gestern abend war das genau so wie immer, ich war auf der rechten Spur, schaute mich um, die Spur war frei und ich zog nach links und wartete auf eine Lücke auf der mittleren Spur, um mich dort einzuordnen, als ich sah, wie einer aus der mittleren Spur nach rechts zog und beschleunigte. Ein seltsam dämliches Gefühl. Irgendwann hat er mich dann doch gesehen, auf Grund der vorherigen Beschleunigung (er hatte es Eilig, er wollte zur Uni auf der anderen Seite der Straße) hatte er jetzt aber jemanden links von sich, er konnte die Fahrbahn nicht wechseln und er hat mich trotz Vollbremsung erwischt.

Der Aufprall hat mich umgeworfen, unglücklicherweise bin ich aufs Knie gefallen. Der Kerl hat netterweise angehalten (das ist hier leider keine Selbstverständlichkeit) und mich auch prompt ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde dann erstmal das Knie untersucht und geröngt, der Knochen hat nix abbekommen, die Bänder sind wohl noch dran, aber so genau können sie das erst sagen, wenn die Schwellung abgeklungen ist. Jetzt trage ich eine modische Beinschiene und habe meinen Fuß auf dem Schreibtisch liegen.

Und so sieht mein armes Fahrrad aus (Draufklicken für die große Version):