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Freitag, Oktober 01, 2010

Der Nächste bitte (IV)

Letzten Sonntag fanden wir bei einem Gebrauchtwagenhändler dann einen potentiellen Kandidaten. Näher angeschaut und für gut befunden. Und gefragt, ob er den Peugeot in Zahlung nimmt. Klar doch, sagte der Händler, schaute in sein Buch und bot uns 80.000 Peso. Natürlich wollte er die Kiste vorher noch sehen. Ich erzählte ihm von den diversen Macken (zumindest von den offensichtlichsten) und erwähnte auch das seltsame Geräusch, das beim Bremsen und Beschleunigen auftritt. Der Peugeot-Händler wollte deshalb die Motor-Aufhängungen tauschen, der freie Mechaniker die Stossdämpfer. Der Gebrauchtwagenhändler schaute kurz in den Motorraum und zog aus der Motor-Aufhängung die Brösel eines Dämpfungs-Gummies. Und meinte, die anderen beiden sehen auch nicht mehr sehr frisch aus. So viel also zu den Künsten meines Ex-Mechanikers. Nach eingehender Prüfung meinte der Händler dann, die Kiste sei ihm zu riskant. Immerhin hätte sie schon 95000km auf der Uhr, da wäre demnächst dann mit Sicherheit das Getriebe dran. Ich hätte die Scheisskarre am liebsten gleich vor Ort angezündet.

Am Mittwoch fanden wir dann einen Mitsubishi Outlander der ersten Generation. Mit Ledersitzen und Dachfenster. Und der Händler nahm den Peugeot. Zwar nur für magere 65000 Peso (wir haben vor einem Jahr 95000 dafür bezahlt), aber ich bin froh, dass wir das Ding los haben.



Mal sehen, womit uns der überrascht.

Sonntag, September 26, 2010

Der Nächste bitte (III)

Also sind wir zum Gebrauchtwagenhändler und haben dem unser Anliegen vorgetragen. Ja, klar kauft er Autos. Was es denn für eines ist? Ach so, ein Peyot. Naja, eigentlich hat er im Moment gar keinen Platz mehr frei. Gleiches Resultat bei anderen Händlern. Den peyot will keiner freiwillig, bestenfalls Inzahlungnahme, wenn wir was Anderes kaufen. Nur blöd, dass die im Moment nichts anbieten, das uns zusagt. Und wir sind schon lange nicht mehr sehr wählerisch.

Der Schwager meinte, wir sollen es doch einfach über's Internet probieren, wenn man da weit genug mit dem Preis runtergeht, bekäme man ihn bestimmt los. Wir bekamen auch recht schnell zwei Angebote. Einen Tausch gegen einen Ford Expedition Baujahr 2000 plus ein Laptop (mit Tasche) und eine Swatch in Orginalverpackung. Nicht wirklich verlockend. Und ein Angebot von einem angeblichen Italiener, der sich gerade beruflich an der Elfenbeinküste aufhält, das Auto aber so toll findet, dass er es unbesehen kaufen will. Ich soll ihm nur meinen Ausweis (beide Seiten!) und die Bankverbindung per Mail schicken, er überweisst mir dann das Geld und lässt das Auto von einem Spediteur (natürlich auf seine Kosten) abholen. Ich bin sicher nicht der Schlauste und ich komm so auf die Schnelle auch nicht drauf, wo da der Haken ist. Aber ich bin mir sicher, dass niemand so blöd ist, sich ein Auto (und zwar keine furchtbar seltene Rarität, sondern eine stinknormale Familienkiste wie es sie sicher auch in Afrika gibt) unbesehen zu kaufen und die Transportkosten von hier nach Afrika zu bezahlen. Das kann nicht ernst gemeint sein.

Also verbringen wir unsere freie Zeit weiterhin damit, die Gebrauchtwagenhändler abzuklappern. Gibt ja genug. Und der Peyot scheint es zu spüren, dass er in Ungnade gefallen ist und dankt es uns mit seinem Herumgezicke. Die hintere linke Tür lässt sich seit letzter Woche nicht mehr von aussen öffnen (sowas wie Kindersicherung, nur andersrum), das Scheibenwaschwasserspritzdingsbums tut schon länger nicht mehr, der CD-Wechsler gab seinen Geist auf der Fahrt nach Playa Ventura auf. Und seit letzten Mittwoch startet die Drecksmöhre erst nach mehreren Versuchen und ärgerlichem Herumgerüttel am Schalthebel, der Schalter der erkennt, dass der Getriebewahlhebel auf P steht, hat wohl einen Wackelkontakt.

Noch nicht mal 100'000 km auf der Uhr und fällt schon auseinander. Tolle Leistung.

Sonntag, September 05, 2010

Der Nächste bitte (II)

Wir brauchen also ein anderes Auto. Ein SUV soll es wieder werden, Wurstwagen gibt es im Moment einfach keine auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Ich hatte mir vom Kombi eigentlich einen geringeren Spritverbrauch erhofft, tatsächlich braucht der Peyot ein bis zwei Liter weniger, allerdings braucht er Premium statt Magna, so dass die Ersparniss durch den Preisunterschied wieder ausgeglichen wird. Ausserdem ist die Auswahl an Kombis hier nicht wirklich berauschend und die Strassen hier sind auch nicht immer zu normalen Autos kompatibel.

Also grasen wir zur Zeit das Internet und die Gebrauchtwagenhändler ab. Letzte Woche waren wir bei einem Toyota-Händler, dort wollten wir uns einen gebrauchten RAV4 anschauen. Den gibt es ab Baujahr 2006 als 7-Sitzer. Allerdings stand daneben auch ein Honda CRV, der ist zwar ein Jahr älter und hat nur 5 Sitze, dafür hat er aber ein Dachfenster, Ledersitze und ist gut 20% günstiger. Und da wir die zusätzlichen Sitze seltener brauchen werden als Dachfenster und Ledersitze, entscheiden wir uns für den Honda. Die grosse Frage ist, ob er den Getriebeschaden Peugeot in Zahlung nimmt. Aber klar doch, aber er muss ihn vom Mechaniker checken lassen, mit Franzosen hätte er schlechte Erfahrungen gemacht.

Nach zehn Minuten kam er wieder, er bietet 50 Tausend Peso, müsste aber vorher das Getriebe genauer prüfen, die Gangwechsel seien etwas ruppig. Die Kisten stehen für knapp das Doppelte in den hiesigen Gebrauchtwagenbörsen im Internet, entsprechend fragte ich ihn, ob er sich über mich lustig macht. Nein, er weiss, dass das nicht viel ist, aber mehr kann er mir nicht anbieten. Wie gesagt, vorrausgesetzt, die Überprüfung des Getriebes ergibt nichts Ernstes. Schönen Dank auch, wir stehen auf und gehen. Er läuft hinterher und fragt, ob wir nicht eine Anzahlung für den Honda dalassen wollen. Ich kann mich beherrschen.

Bei einem Honda-Händler sehen wir einen anderen CRV. Wir schauen uns die Kiste an, sieht gut aus und fragen den Verkäufer, ob er unser Auto in Zahlung nimmt. Er überrascht mich mit seiner Ehrlichkeit. Er sagt, er nimmt ihn in Zahlung, aber zu einem Preis, der mir nicht gefallen wird. Sein Job sei es, die Gebrauchtwagen der Neuwagenkunden wieder loszuwerden, nicht noch mehr Gebrauchtwagen zu kaufen. Er zeigt mir das Büchlein, dass hier jeder Händler immer bei sich hat, sowas wie eine Schwacke-Liste. Da steht der Peugeot mit einem Einkaufswert von 75 Tausend und Verkaufswert von 85 Tausend drin. Er rät mir, die Kiste entweder selbst privat zu verkaufen, da sollten dann mindestens 80 drin sein, oder eben zu einem Gebrauchtwagenhändler zu gehen, der würde je nach Zustand etwas mehr oder weniger als die beschriebenen 75 zahlen.

Jetzt haben wir den Peugeot zwar immer noch an der Backe, sind aber wenigstens schlauer. Die Liste gibt es übrigens auch im Netz, und ich glaube, der Honda-Händler hat uns nicht den Preis vom SW sondern den vom Break genannt, der SW steht mit 97 bis 111 drin. Was das Angebot des ersten Händlers noch lächerlicher erscheinen lässt.

Dienstag, August 31, 2010

Der nächste bitte

Seit gut einem Jahr haben wir den Pejot (so spricht man die Marke mit dem Löwen hier aus) jetzt. Und um es vorweg zu nehmen: Viel länger wird das auch nicht mehr werden. Wir hatten das Getriebe ja schonmal überarbeiten lassen und das Teil fängt jetzt wieder an zu spinnen. An Steigungen im zweiten Gang rutscht die Kupplung (die ja eigentlich gar keine ist) bei geringen Drehzahlen manchmal durch. Wenn man das reparieren könnte, müssten wir jetzt überlegen, ob sich das noch lohnt.

Allerdings können die hiesigen Spitzentechniker bei Pejot ja nichts anderes, als komplette Getriebe zu tauschen, keine Ahnung, ob diese automatisierten Schaltgetriebe unreparierbar konstruiert wurden (was wohl ein Armutszeugnis für die Ingenieure bei Peugeot wäre) oder die Mechaniker für eine Reparatur zu dämlich sind (was auch nicht gerade für die Marke spricht). Ein Kompletttausch lohnt keinesfalls und der Erfolg einer Reparatur in der Hinterhofwerkstatt ist definitiv nur von kurzer Dauer, daher bleibt uns eigentlich nur, die Kiste zu verkaufen. Oder anzünden und die Versicherung kassieren.

Schade eigentlich, prinzipiell mag ich das Auto immer noch. Es ist so ziemlich genau das, was wir gesucht hatten, es bietet drinnen viel Platz und ist, im Vergleich zu den meisten hier erhältlichen Kombis doch relativ kompakt. Als Kritikpunkt könnte man, abgesehen natürlich von dieser Fehlkonstruktion die sich Getriebe nennt, allenfalls das Glasdach anführen. Das lässt das Auto zwar grösser erscheinen wenn man drin sitzt, aber es lässt sich nicht öffnen und wenn hier die Sonne drauf brennt, hat die Klimaanlage Schwierigkeiten, den Innenraum auf angenehme 22 Grad zu bringen, da hilft auch der elektrische Vorhang wenig. Da wäre mir ein kleineres, aber öffnendes Dach lieber.

Am meisten werde ich wohl die vielen elektronischen Helferlein vermissen. Licht-Automatik, Regensensor, die Fenster schliessen automatisch mit der Zentralverriegelung. Alles nicht wirklich notwendig, aber unheimlich komfortabel.

Was als Nächstes kommt, wissen wir noch nicht, aber es wird sehr wahrscheinlich wieder ein SUV werden. Die Strassen hier sind nicht wirklich für normale Autos gemacht, mit dem Pejot bin ich des öfteren mal auf den Bremshügeln aufgesessen, das ist mir mit dem Tracker nie passiert. Und wenn es regnet bilden sich hier an manchen Stellen tiefe Pfützen kleine Seen, da fühlt man sich bei der Durchquerung doch etwas sicherer, wenn die Kiste mehr Bodenfreiheit hat.

Dienstag, August 24, 2010

Prius in Mexico

Wir haben uns am Wochenende mal bei einem Toyota-Händler umgesehen und festegestellt, dass es den Prius jetzt auch in Mexico gibt. Ich vermute, dass man mit dem Hybrid-Teil gerade hier im Stadtverkehr einiges an Energie sparen kann. Aber nicht genug, um das Ding zu bezahlen. 430 Tausend Peso. Das ist mit Abstand das teuerste Auto, das da im Showroom rumstand und selbst bei den SUVs findet sich günstigeres. Das rentiert sich niemals bei den subventionierten Spritpreisen hier.

Schade eigentlich, ich finde die Technik interessant und wäre auch bereit, etwas mehr für ein Umweltfreundliches Auto auszugeben, aber das ist definitiv zu viel. Da hätte der Honda Civic Hybrid mehr Chancen (330 Tausend Peso), allerdings suchen wir was mit mehr Kofferraum.

Montag, Februar 08, 2010

Mexico-Puebla

Gestern waren wir in Puebla. Blöderweise war es uns komplett entgangen, dass die Autobahn nach Puebla wegen Überflutung gesperrt ist. Auf dem Hinweg war das noch ärgerlich, Infos oder gar eine ausgeschilderte Umleitung gab es natürlich nicht, die Autobahn war gesperrt und der Verkehr wurde weggeleitet. Fertig. Das GPS war keine grosse Hilfe, das versuchte immer wieder, uns zurück auf die gesperrte Autobahn zu leiten, einfach dem Strom hinterherzufahren war auch schwierig, an jeder Kreuzung schien sich der Strom zu teilen, die Einen bogen ab, die Anderen folgten der Strasse, wieder Andere wendeten entnervt. Naja, mittels Frauen-GPS (rechts ranfahren und fragen) kamen wir schliesslich wieder auf die Autobahn (natürlich genau vor der Zahlstelle) und kamen nach vier Stunden endlich an unser Ziel. Keine berauschende Zeit, aber noch erträglich.

Der Rückweg war setzte da allerdings noch einen drauf. Wir starteten gegen halb acht und freuten uns über die leere Autobahn. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, die kostenlose Strecke (Libre) zu nehmen, entschied mich dann aber doch für die Mautstrecke, um wenigstens dort schnell voranzukommen und ich hatte recht, bis zur Zahlstelle brauchten wir nicht viel länger als eine Stunde. Nach der Zahlstelle dann die Sperrung, wie erwartet staute sich der Verkehr dort ein wenig, diesmal hatte ich mich vorbereitet und auf der Karte eine Alternative herausgesucht. Auf dieser Seite der Autobahn war die Entscheidung einfach, die Strasse führte uns zur Libre die uns in die Stadt führen sollte. Bis zur Libre war der Verkehr schon sehr zäh, auf der Libre brauchten wir dann für die ersten fünf Kilometer ganze vier Stunden. Bis zu einer Baustelle, auf der der ganze Verkehr auf eine Fahrspur reduziert wird. Tolle Leistung, die Verkehrsplaner hier (gibt es die überhaupt oder sollte man die eher Chaos-Verwalter nennen) haben es wirklich drauf.

Danach war der Verkehr wieder angenehm flüssig (klar, es war mittlerweile ein Uhr morgens, wer nicht zwischen Puebla und dem Moloch im Stau stand, hatte besseres zu tun, als die Strassen zu bevölkern), nur noch kurz quer durch die Stadt und wir hätten es geschafft. Wenn da nicht dieses Schlagloch auf der Zaragoza gewesen wäre. Peng-Schrapp-Schrapp-Schrapp-Schrapp. Felge zerbeult, Reifen platt, rechts ran. Unter lautem Fluchen das Bordwerkzeug ausgepackt, Wagenheber angesetzt, Schrauben gelöst. Oder es zumindest versucht. Drei waren kein Problem, Eine sass etwas fester. Also drückte ich etwas fester. Peng, Schlüssel abgerissen. Toll, die können also nicht nur keine Getriebe bauen, sondern auch keine Schraubenschlüssel.

Also meine Versicherung angerufen, die Vollkasko beinhaltet so eine Art Mobilitätsgarantie. Dass der Mann am Telefon meine Police nicht in seinem Computer finden konnte, hat mich dann auch nicht mehr überrascht, immerhin war er so freundlich mir anzubieten, auf meine Kosten einen Mechaniker vorbeizuschicken, ich könnte mir die 180 Peso dann ja von der Versicherung erstatten lassen, wenn das mit der Police geklärt ist. Gut, mir war alles recht, es war halb zwei, ich wollte erstens nach Hause und vor allem da weg, wo wir gerade waren, am Rande der Nezza. Würde man 100 Mexikaner fragen, wo sie unter keinen Umständen nachts um halb zwei liegenbleiben wollten, wäre die Nezza sicher unter den ersten drei häufigsten Nennungen.

Wir warteten also auf den Mecanico, als ein Streifenwagen neben uns hielt. Der Beifahrer stieg aus und fragte mich, was ich denn da tue. Ich beschliese diesen herrlichen Sonntagsausflug mit einem Mitternachtspicknick am Rande der malerischen Nezza. Setz Dich, nimm Dir 'nen Keks! Ich erklärte ihm kurz meine missliche Lage, worauf er mir die Telefonnummer seines Reviers gab und mich aufforderte, wachsam zu sein, ein paar Meter weiter wurde gerade ein Auto ausgeraubt. Sprach's und verschwand.

Wo bekommen die nur dieses Personal her? Sind das Naturtalente oder werden die aufwändig geschult? Hatte ich bis dahin noch die Hoffnung in etwa einer Stunde in meinem Bett zu liegen, sah ich mich jetzt, meiner Habseligkeiten beraubt zu Fuss die letzten 20km durch die Stadt zu laufen. Was für ein Depp!

Nun, glücklicherweise hatte ich keine Zeit, mir die Schrecken der Nezza in allen Details auszumalen, der Mecanico kam, öffnete mit seinem Werkzeug die verdammte Radmutter (ohne sich dabei merklich anstrengen zu müssen) und zehn Minuten später waren wir tatsächlich auf dem Weg nach Hause.

Siebeneinhalb Stunden für 150km. Abenteuer Mexico. Manchmal wünsche ich, ich wäre woanders.

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Getrickse bei der Abgasuntersuchung

Letzte Woche hab' ich den Peugeot zur Abgasuntersuchung gebracht. Und erstmal gelernt, dass man sein Auto in dem Staat zur Verificación bringen muss, in dem er angemeldet ist, also in diesem Fall nicht hier im DeEffe, sondern im Estado de Mexico.

Da ich mich dort nicht auskenne, hab' ich einfach mal den Schwager gefragt, schliesslich wohnt er im Estado. Kein Problem, er kommt mit. Bei der Ankunft erstmal gefragt, was das denn kostet. 274 Pesos. "Mit allem?" fragt der Schwager. "Nö, mit allem kostet 374", sagt der Kontrolleur. Ich bezahlte also erstmal und während der Kontrolleur den Test machte, fragte ich den Schwager was denn das "mit allem" sollte.

Es sei so, dass die Systeme relativ gut gegen Manipulationen gesichert seien, unter anderem werden die Kontrolleure mittels Kameras überwacht, um zu verhindern, dass ihnen jemand Geld zusteckt. Würde er mir aber 100 Peso zu viel kassieren, fällt das weniger auf und das wäre sowas wie eine Garantie, dass der Wagen durchkommt.

Prompt kam der Kontrolleur zu uns und erklärte , die Werte seien zu hoch, der Wagen hätte nicht bestanden. Und fügte etwas leiser hinzu, wir sollen in 15 Minuten wiederkommen. Also fuhren wir raus, warteten eine Viertelstunde und fuhren danach wieder ins Verificentro. Bezahlt haben wir diesmal nichts und, oh Wunder, diesmal bestand der Peugeot die Prüfung.

Und seither frage ich mich, ob die Abgaswerte des Peugeot tatsächlich mies sind und die Jungs im zweiten Anlauf getrickst haben oder ob sie beim ersten Anlauf tricksten, um mir das Gefühl zu geben, etwas für meine 100 Peso extra bekommen zu haben.

Freitag, November 20, 2009

Kein guter Start

Als wir den Peugeot bekommen haben, war er nicht gerade im besten Zustand, der Schwager hatte ihn im August gekauft, von jemandem, der im letzten halben Jahr definitiv keinen Cent mehr hineingesteckt hat. Die Reifen waren bis fast auf die Karkasse abgefahren und auch die Bremsbeläge und Scheibenwischer waren komplett runter. Dafür war der Preis allerdings auch gut unter dem was sonst so für vergleichbare Wagen aufgerufen wurde.

Der Schwager hat dann zumindest die Bremsen neu belegt und auch eine neue Wasserpumpe einbauen lassen, nachdem die alte ihren Dienst eingestellt hatte. Aber er hat auch ziemlich bald festgestellt, dass ihm die Kiste eigentlich zu gross ist und dass die Ersatzteile doch etwas teurer sind als bei VW und so kamen wir günstig zu unserem Kombi. Ich habe dann erstmal einen Satz neue Reifen gekauft und bin anschliessend zu Peugeot gefahren, sie sollen einfach mal durchchecken. Im unteren Drehzahlbereich schien mir der Motor etwas schwach, ich vermutete die Ursache irgendwo in der fehlenden Wartung, verstopfter Luftfilter, alte Kerzen oder sowas in der Art.

Was mir dann aber der Meister erzählte, war nicht wirklich nach meinem Geschmack. Zum einen wären drei der vier Motorhalterungen gebrochen (der Austausch kommt auf etwa 5000 Peso) und die fehlende Leistung liegt am Getriebe. Irgendwer hat da Öl für normale Automatikgetriebe reingefüllt, statt dem speziellen Peugeot-Öl. Das greift jetzt die Dichtungen an und muss mitsammt selbigen gewechselt werden. Kostenpunkt gut 10.000 Peso. Aber, gab er zu bedenken, er kann mir nicht sagen, ob die empfindlichen Komponenten im Getriebe (irgendwelche Ventile und was Hydraulisches) noch einwandfrei funktionieren. Das wissen wir erst, wenn er das Teil wieder eingebaut hat. Danach müsste man eventuell die defekten Teile tauschen, was sicher auch nicht günstig wird, weshalb er mir dazu rät, das Getriebe gleich zu tauschen. Immerhin hätte das Teil ja schon 75.000km runter, das wäre ja schon 'ne ganze Menge. Ich verkniff mir die Bemerkung, dass der Tracker gut das doppelte auf dem Getriebe und noch nicht mal neue Bremsbänder nötig hatte.

Das neue Getriebe käme dann auf 38.000 Peso plus Einbau. Mein Vorschlag, einfach das ganze Geraffel im Getriebe mitsamt Öl und Dichtungen zu wechseln, konnte ihn gar nicht begeistern. Erst als ich ihn wiederholt fragte, was das denn koste, rechnete er mir die Geschichte zusammen und kam auf gute 28.000 Peso. Also nur 10.000 Peso weniger, als ein neues Getriebe (wobei er geschickt den Einbau unterschlug), dafür hätte ich aber ein ganzes Jahr Garantie auf das Teil, nicht nur 6 Monate. Und überhaupt, er brachte tausende von Einwänden vor, er bot mir sogar 10% Rabatt und 6 Monatsraten ohne Zinsen an, wenn ich mich nur für das neue Getriebe entscheiden würde. Gut, ich sagte ihm, ich würde darüber nachdenken und mich wieder melden.

Zu Hause dann erstmal den Schwager angerufen, der war sprachlos. Er hatte am Getriebe kein Öl gewechselt und wusste auch nichts von der Geschichte. Die fehlende Leistung beim Anfahren hatte er zwar bemerkt, schob es aber auf die Automatik, da er bisher immer nur Schaltgetriebe gefahren ist. Er meinte dann, ich solle ihm die Kiste wieder zurückgeben, da er die ja doch recht günstig gekauft hat, war er optimistisch, sie auch wieder zum selben Preis loszuwerden. Allerdings wollte ich mich nicht so einfach wieder davon trennen, dafür gefällt sie mir einfach zu gut.

Er erinnerte sich daran, einen Bekannten in einer anderen Peugeot-Werkstatt zu haben, der sich allerdings als totale Niete herausstellte. Der Schwager erzählte ihm das Problem und der Bekannte ihm ganz spontan an, ihm ein neues Getriebe für nur 40.000 zu besorgen, das Orginal koste ja immerhin 60.000.

Also schlug der Schwager vor, zu seinem Mechaniker zu fahren, ein freier Schrauber, zu dem er normalerweise geht. Ursprünglich sträubte ich mich dagegen, den Wagen zu einem der freien Mechaniker zu bringen. Ich hatte mich zwischenzeitlich im Internet informiert, besagtes Getriebe ist kein Automatikgetriebe (Planetengetriebe mit Drehmomentwandler), sondern ein Schaltgetriebe, das von einem Computer mittels Hydraulik gekuppelt und geschaltet wird. Leider ergab meine Recherche auch, dass besagtes Getriebe ziemlicher Mist ist wohl eher nicht zu den Glanzstücken französischer Ingenieurskunst zählt. Und ich befürchtete, die hiesigen Mechaniker, die es eben doch eher mit Automatikgetrieben amerikanischer Bauart zu tun haben, hätten von dem neumodischen Zeug nur wenig Ahnung.

Der Mechaniker meines Schwagers belehrte mich eines Besseren. Wir fuhren zu ihm, erzählten ihm erstmal nichts von unseren Besuchen bei Peugeot, sondern beklagten nur die spärliche Leistung. Er stöpselte seinen Computer an, der allerdings nichts fand, ausser einer durchgebrannten Birne, dann fuhr er die Kiste kurz um den Block und erklärte uns, dass die Ursache sicher das Getriebe sei. Er hatte schon mehrere Wagen mit diesen Getrieben (die gibt es bei mehreren Herstellern) in seiner Werkstatt, diese Teile seien offensichtlich nicht für den Betrieb im Dauerstau im DeEffe ausgelegt und so wie bei einem normalen Schaltwagen beim ständigen Anfahren die Kupplung vorzeitig abgenutzt wird, verschleissen eben verschiedene Teile in diesen Getrieben auch vorzeitig. Sein Lösungsvorschlag war, eben diese hydraulischen Teile im Getriebe austauschen, er hat das schon mehrmals gemacht und es hat immer funktioniert. Seltsamerweise genau das, was ich auch dem Meister bei Peugeot vorgeschlagen hatte, dem aber wohl zu viel Arbeit war.

Das falsche Öl fand er übrigens nicht so problematisch, so gross seien die Unterschiede gar nicht, das sei nur ein vorgeschobenes Argument von Peugeot, um von ihrer Fehlkonstruktion abzulenken.

Wirklich überprüfen konnte ich seine Aussage natürlich nicht, aber sie klang logischer als das, was mir Peugeot verkaufen wollte. Und sein Preis lag mit 19.000 noch gerade im Rahmen dessen, was ich bereit war, in die Kiste zu stecken, also lies ich sie ihm da. Und sagte, wenn er sie ohnehin zerlegt, soll er auch gleich noch die Motoraufhängungen tauschen. Die grosse überraschung: Er schaute in den Motorraum und meinte, er sieht zwar nur drei von den vieren, die seien aber in Ordnung. Er würde aber beim Ausbau auf die Vierte achten. Das war Montag vor einer Woche.

Am Freitag letzte Woche konnte ich die Kiste wieder abholen. Und siehe da, die Anfahrschwäche ist weg. Und dass auch die vierte Motorhalterung in Ordnung war, hat mich dann auch nicht mehr überrascht.

Und die Moral von der Geschichte? Das nächste Auto lasse ich vor dem Kauf von einem Mecanico checken. Und um Markenwerkstätten werde ich in Zukunft einen weiten Bogen machen, beim Tracker hat man ja auch schonmal versucht, mich abzuzocken.

Was ich übrigens erst viel später bemerkt habe: Die Spacken bei Peugeot haben mir doch tatsächlich die Nummernschild-Halter ausgetauscht. Prinzipiell ist es mir ja wurscht, welches Autohaus da drauf steht, ich glaube auch nicht, dass der Werbeeffekt so gross ist. Aber es wirkt schon sehr lächerlich, wenn ihnen die richtigen Nummernschildhalter wichtiger sind, als eine saubere Diagnose.

Donnerstag, Oktober 29, 2009

Kurzes Update

Im Moment ist bei uns viel los, allerdings fehlt mir die Zeit, es auch hier zu verbloggen. Also muss eine kurze Zusammenfassung reichen:

Tracker verkauft

Wir haben den Tracker verkauft. Das war einfacher, als gedacht, jetzt fahren wir also Peugeot. Nicht ganz so geländegängig, dafür aber saubequem.

FM2 beantragt

Die Verlängerung meines Visums stand mal wieder an. Ja, genau, das olle FM3, das ich schon seit Jahren in ein FM2 wandeln wollte. Bei der Gelegenheit hab' ich einfach mal bei der Personalabteilung nachgefragt, ob man statt der Verlängerung nicht ein upgrade machen könnte. Klar, kein Thema.

Hat sich die Aufschieberei doch glatt gelohnt, so kostet mich das FM2 nichts, weder Geld (zahlt alles der Arbeitgeber) noch Nerven (die bezahlen einen Anwalt, der sich mit den Spacken herumschlägt). Und diesmal ist es mir auch Wurscht, wenn sie sich Zeit lassen, die Arbeitsgenehmigung bleibt während des Verfahrens gültig. Fast möchte ich wetten, dass es diesmal nur ein paar Tage dauert.

A propos Aufschieberei: Es gibt da ein empfehlenswertes Hoerbuch zum Thema. Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin. Bringt zwar praktisch nichts, aber es ist sehr unterhaltsam.

Haus abbezahlt

Wir haben tatsächlich die letzte Rate unserer Hütte abbezahlt. Theoretisch müsste jetzt jeden Monat Geld übrigbleiben. Was man damit alles anstellen könnte: Schnelle Autos, Teure Restaurants, Brustimplantate Körbchengrösse DD. Der Spiesser in mir brabbelt irgendwas von Rücklagen für Citlalis Ausbildung und Altersvorsorge. Den werd' ich schon ruhigstellen!

Anstand

Ich habe sämtliche Pflichten des Anstandes verletzt. Behauptet zumindest der oder die da.

Montag, Mai 11, 2009

Nicht existente (Euro-)Vans

Ich hatte es ja schonmal erwähnt, wir sind auf der Suche nach einem neuen Auto. Einerseit brauchen wir etwas Kleines für die Stadt, andererseits wollen wir mit dem Ding auch an den Strand fahren (es soll ja Frauen geben, die für drei Tage Strand vier paar Badelatschen brauchen) und ich fände es ganz toll, wenn mein Fahrrad reinpassen würde.

Spontan fielen mir da zwei Auto ein: Renault Scénic (den Epsace gibt es hier ja leider nicht, der wäre die erste Wahl) und Opel Zafira (hier als Chevrolet Zafira erhältlich). Und jetzt wird es seltsam: Man sieht sie hier auf der Strasse und findet sie auch ab und zu bei den Angeboten für Gebrauchtwagen, aber auf den Seiten der Hersteller: Fehlanzeige. Werden im Programm nicht erwähnt.

Mal interessehalber bei VW und SEAT geschaut: Die verschweigen ihren Sharan/Alhambra auch. Seltsam.