Dienstag, April 15, 2008

Wieder auf dem Rad

Am Montag bin ich enlich mal wieder mit dem Rad zum Kunden gefahren. Zugegeben, mir war unterwegs stellenweise etwas mulmig zumute, aber trotzdem habe ich es genossen.

Und ich kann nichtmal genau sagen, weshalb. Es ist einfach die Art der Fortbewegung, ich werde nicht bewegt sondern bewege mich. Und so lange ich das kann, werde ich es genießen. Natürlich mit der gebotenen Vorsicht, erstmal nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit und sehr umsichtig, im doppelten Sinne des Wortes.

Schon am Sonntag vor einer Woche bin ich probehalber mal auf Reforma gefahren, damals fühlte sich das Knie noch etwas seltsam an, eigentlich nicht das Knie an sich, sondern die Muskeln drumherum machten den Eindruck, als ob sie verklebt wären. Allerdings war das nur im Moment der Belastung, anschließend hatte ich keinerlei Beschwerden im Knie.

A propos Reforma: Klar könnte ich meine radfahrererischen Aktivitäten auf abgesperrte Veranstaltungen beschränken, es gibt hier mehr davon, als man vermutet. Ich werde auch versuchen, diese vermehrt zu nutzen, allerdings verwandelt die Fahrt zur Arbeit mit dem Rad verlorene Zeit in genutzte Zeit. Und da kann ich nicht immer widerstehen, auch wenn die Sache mit den Hörbüchern hilft.

Freitag, April 11, 2008

Die Woche in Kürze

Bevor Nachfragen kommen, ein kurzes Lebenszeichen. Im Moment habe ich beruflich ekelhaft viel zu tun, das Projekt ist sehr interessant, aber eben aufwändig. Entsprechend wenig Zeit bleibt zum Bloggen, außerdem ist auch privat gerade eher wenig los. Vielleicht abgesehen davon, daß wir gerade die Handwerker im Haus haben, die die Dachterasse fertig machen (Fliesen legen).

Und ich habe mir für den Weg zur Arbeit einen neuen MP3-Player und so ein Radio-Sende-Modul gekauft. Für Hörbücher taugt das Ding, aber für Musik ist die Tonqualität Mist.

Freitag, April 04, 2008

Endlich!

Eine (für mich) verständliche BedienungsPflegeanleitung für Kleinkinder.

Danke, Jojo!

Dienstag, April 01, 2008

Stellenangebot

Heute bekam ich eine Nachricht von einer Arbeitsvermittlung, man bietet mir eine Stelle bei einem der weltweit größten Automobilhersteller an, Einsatzort ist Wolfsburg. Schön, daß man sich die Mühe gemacht hat, mein Profil, auf das sich das Angebot bezieht, näher anzuschauen, bevor man mich belästigt benachrichtigt. Vielleicht kann ich den Job ja als Heimarbeit von hier aus machen, ich bin gespannt.

Montag, März 31, 2008

Auf den letzten Drücker

Es gib hier sowas wie eine KFZ-Steuer, die sogenannte Tenencia. Die wird allerdings immer für ein Kalenderjahr fällig und so bekamen wir auch in diesem Jahr im Januar den Steuerbescheid, den ich pflichtbewußt auf den zu erledigen-Stapel legte. Dort liegt er übrigens immer noch.

Nun ist das mit dem Bezahlen der Tenencia nicht wirklich eilig, da gibt es keine Erinnerung, keine Mahnung und es fragt auch keiner danach, bis zur Abgasuntersuchung im zweiten Halbjahr. Ist die Tenencia bis dahin nicht bezahlt, kann man die Abgasuntersuchung nicht machen lassen und Fahren ohne gültige Abgasuntersuchung kostet gute 1000 Peso, nicht gerade billig, weshalb ich mir als Stichtag "irgendwann vor Juli" merkte.

Es gibt da allerdings noch ein wichtiges Datum, von dem ich bisher nichts wußte: der 31. März. Hat man die Tenencia bis dahin nicht bezahlt, werden Säumnisgebühren von etwa 1200 Peso fällig, das wäre in unserem Fall mehr als 50% der Tenencia. Wie gut, dass beim Mittagessen mit den Kollegen das Thema auf die Tenencia kam. Und siehe da, von acht Leuten haben drei noch nicht bezahlt. Und jetzt kommt etwas Geniales:

Natürlich hätte ich jetzt nach Hause fahren können, um den Steuerbescheid zu suchen und ihn dann auf der Bank zu bezahlen oder ihn online zu überweisen. Man kann aber auch einfach auf der entsprechenden Seite im Internet die Autonummer eingeben, eine Kopie des Steuerbescheides ausdrucken und den dann im nächsten Supermarkt bezahlen. Das hat schon seinen Reiz, wenn man für das ganze Prozedere nur die Autonummer braucht. Gut, eine Einzugsermächtigung (gibt es meines Wissens nach hier nicht) hätte das Problem auch gelöst und datenschutztechnisch ist das System nicht ganz ohne, immerhin kann jeder auf der Seite sehen, was wir an Tenencia bezahlen, wenn er unsere Autonummer weiss. Trotzdem hat es mir gerade 1200 Peso erspart. Das stärkt meine Verhandlungsposition, wenn es demnächst darum geht, ob ich wirklich eine neue Kamera brauche, wo sich doch die Fuji auf wundersame Weise erholt hat.

Mittwoch, März 26, 2008

Los Federales

Es gibt hier eine spezielle Bundes-Verkehrspolizei, die sogenannten Policía Federal Preventiva (de Caminos), im Volksmund kurz "Los Federales". Die, wer hätte das gedacht, ist für den Verkehr auf den Bundesautobahnen zuständig und hat seit kurzem nagelneue Autos, Dodge Charger (hier gibt es ein Foto). Die Teile sehen verdammt gut aus und am vergangenen Wochenende waren sie natürlich schwer beschäftigt, wenn sie nicht über die Piste rasten, standen sie am Rand und überwachten den Verkehr.

Einen von denen sah ich etwas spät, ich war gerade im Begriff einen Kombi zu überholen, auserdem ging es leicht bergab, so daß ich gute 130 auf dem Tacho hatte. Prompt gingen auf dem Streifenwagen die Lichter an, er setzte sich in Bewegung und und der Fahrer gab mir mittels Handzeichen zu verstehen, vor ihm rechts ranzufahren. Das tat ich und kam ironischerweise genau vor einem riesigen Schild, auf dem an das Tempolimit von 110 km/h erinnert wurde, zum stehen. So ein Mist aber auch.

Er stieg aus, kam zu uns und erklärte mir, er habe mich angehalten, weil ich mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und verlangte Führerschein und Fahrzeugpapiere. Ich gab ihm meinen rosa Lappen und die Fahrzeugpappe, er ging damit zu seinem Auto.

Während ich im Rückspiegel beobachtete, wie er ausgiebig meinen Führerschein studierte und sich per Funk mit jemandem unterhielt, erklärte mir mein Schwager die Lage. Nach seiner Meinung sind die Federales richtige Polizisten, sprich sie haben eine Ausbildung genossen und werden angemessen bezahlt, im Gegensatz zu den Verkehrspolizisten im DeEffe. Und entsprechend ist es wesentlich unwahrscheinlicher, einen der Federales bestechen zu können (was ich eigentlich auch nicht vorhatte). Allerdings sind die Strafen für überhöhte Geschwindigkeit elendig hoch, er meinte, der Spaß würde unsere Reisekasse sicherlich um 1000 Peso erleichtern.

So herrschte bald betretenes Schweigen im Auto, als der Poliziste wieder zu uns kam. Er fragte erstmal, ob ich Spanisch spreche, ich bejahte und er erklärte mir, daß er mich wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnen würde. Er wisse, daß wir in Europa mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten unterwegs seien, aber in Mexico gelte nunmal ein Tempolimit von 110 km/h und ich soll mich in Zukunft bitte daran halten, das diene schließlich meiner Sicherheit und der der anderen Verkehrsteilnehmer. Er würde diesmal davon absehen, einen Strafzettel auszustellen, sondern mich nur mündlich verwarnen. Sprachs, gab mir die Papiere wieder und wünschte uns eine gute Fahrt. Netter Kerl.

Ich bedankte mich ordentlich und machte mich vom Acker, mein Schwager konnte es kaum fassen. Verwarnt von einem Federal. Ob ich ihm nicht auch so einen rosa Führerschein besorgen könnte. Tja, manchmal hat es auch Vorteile, wenn man als Ausländer erkannt wird.

[Nachtrag]
Ein Foto des Federales-Fuhrparks von Tehuacan/Puebla:

Dienstag, März 25, 2008

Semana Santa

Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr die Semana Santa statt. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Leute sich gleichzeitig auf den Weg ans Meer machen und wie sie es tun. Fausto hat zum Beispiel den Dodge überholt und ist mit dem Großteil seiner Familie (insgesamt sieben Erwachsene und vier Kinder) darin nach Veracruz gefahren.

Auch wir haben uns ins Getümmel gestürzt, haben den Tracker vollgeladen, Evelyns jüngere Schwester und deren Freund eingeladen und sind nach La Mancha gefahren. Der Ort hat sich ein wenig weiterentwickelt, die Straße zum Strand ist jetzt asphaltiert, es gibt ein neues Restaurant, ansonsten sind der Strand und der Campingplatz immer noch so schön wie wir ihn kannten.

Neu war diesmal, daß Citlali sehr aktiv war, schon am ersten Tag stromerte sie über den Campingplatz und stellte sich wie selbstverständlich zu einer Gruppe, die sich gerade fotografieren lies. Die nahmen's mit Humor und haben jetzt einen zusätzlichen Zwerg auf ihrem Gruppenbild. Außerdem sammelte sie so ziemlich alles auf, was ihr irgendwie gefiel, kleine Mangos, die von den Bäumen heruntergefallen waren, Steine, die sie am Strand fand oder Spielsachen anderer Kinder, die davon natürlich nicht immer begeistert waren.

Einen der Vorteile des Strandes von La Mancha ist mir erst aufgefallen, als wir am dritten Tag mal an einen benachbarten Strand gefahren sind: In La Mancha kann man nicht mit dem Auto auf den Strand fahren. Am Nachbarstrand herrschte reger Verkehr, irgendwie ist es schon nervig, wenn man von drei Seiten mit unterschiedlicher Musik beschallt wird und beim Strandspaziergang darauf achten muss, nicht überfahren zu werden. Andererseits hat es einen gewissen Unterhaltungswert, den Leuten zuzuschauen, wie sie ihre (eigentlich geländegängigen) Kisten bis zur Achse in den Sand einwühlen.



Mir haben die vier Tage sehr gut gefallen, zum einen habe ich mich sehr gut erholt und es ist einfach Klasse, zu sehen, wie Citlali den Strand und das Meer jedes Mal mehr genießt.