Dienstag, August 23, 2005

Mal was Positives

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Zwischen dem ganzen Spam hatte ich heute morgen eine ermunternde Mail von einem Freund aus Deutschland. Er schreibt von 10 grad und stabilem regenwetter, beschreibt kurz was wir alles verpassen (zum Beispiel seinen steilen Aufstieg als Musiker) und schließt mit den tröstenden Worten:

Also, wenn es dich da drüben manchmal ein wenig anpisst, dann denk immer daran, hier würde es dich wahrscheinlich eimerweise ankacken.

So gesehen, hat er recht.

Gruß an alle!

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Von: Ocho · 23.08.2005 um 4:49:56 Uhr

Na die Mails kenn ich auch ;) Nächste Woche bin ich wieder "drüben". Mal schaun was so geht ;)


2| Heeee Ocho...


Von: Hollito · 23.08.2005 um 9:38:10 Uhr

...daß du mir aber im September wieder in GDJ bist, wir müssen da schliesslich mit Wolfmex nen "Lippischen Schützen" leermachen... %-)

@Andreas: Tach auch, lese mir so nach und nach alle deine Einträge durch, sehr interessant...


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Von: ocho · 24.08.2005 um 5:44:52 Uhr

@hollito (sorry Andreas, wenn ich den Blog kurz missbrauche ;) )

Bin ab dem 5.9. wieder da - zu dem Forumstreffen schaff ichs leider nicht - wann bist Du denn da?

Wochenende

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Samstag morgen, kurz nach 9 erwischte mich mal wieder das allseits beliebte mitten-im-Frühstück-Klingeln.

Der Gärtner wollte doch erst nächstes Wochenende wieder kommen. Wahrscheinlich ist es wieder die Nachbarin, die Geld für die Straßensperre haben will. Zwischenzeitlich weiß ich auch warum. Bei uns in der Gegend geht ein Irrer um, der bereits 4 Rentner in ihrem eigenen Haus ermordet hat. Nicht daß ich das in irgendeiner Weise gutheisen oder billigen würde, aber ein Tor am Eingang der Straße hält so einen Wahnsinnigen nicht wirklich auf.

Wie dem auch sei, rein in die Hose und raus in den Garten. Es war eine ältere Dame, die mir ganz kostenlos und unverbindlich zwei Zeitschriften geschenkt hat. "La Atalaya" und "Despertad". Sie würde dann demnächst mal wieder vorbeischauen um mit mir über die Zeitschriften zu diskutieren.

Für alle die, die jetzt noch weiterlesen, sei angemerkt, daß la Atalaya zu Deutsch Aussichts- oder Wachturm bedeutet und man Despertad durchaus mit Erwachet übersetzen kann. Warum so früh am Morgen? Hat es sich bereits herumgesprochen, daß ich vor der zweiten Tasse Kaffee noch nicht zur Gegenwehr fähig bin?

Das war dann so in etwa der krönende Abschluß einer durchaus miserablen Woche. Da kann die nächste doch nur besser werden!

Samstag, August 20, 2005

Kein Glück mit den Autos

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Am Mittwoch hatten wir eine Öllache unter dem Tracker. Unter dem rechten Hinterrad. Prima! Ab in die Werkstatt. Der Mecanico war erst zuversichtlich, wahrscheinlich nur die Dichtung, schlimmstenfalls ein Lager, mehr als 7000 Peso sind das sicher nicht. Er schaut mal nach.

Schön wär's gewesen. Scheinbar ist der Vorbesitzer mit zu wenig Öl im Differential herumgefahren, der ganze hintere Antriebsstrang ist am Arsch. Kostenpunkt: 15000 Peso für ein gebrauchtes Ersatzteil mit Einbau, 25000 für ein Neues.

Also, den netten Händler angerufen, der mir die Dreckskarre verkauft hat. Der windet sich wie ein kranker Aal, er ist davon überzeugt, daß er mir ein einwandfreies Fahrzeug verkauft hat, klar er kann sich auch nicht erklären, wie ich in 4 Wochen ein Diff ruiniert habe und er hat es auch nicht kontrolliert, aber seine Schuld ist das nicht, das ist halt das Risiko, wenn man einen Gebrauchtwagen kauft und natürlich hilft er mir gerne, er kann mir einen günstigen Mechaniker empfehlen, aber zahlen muß ich ihn natürlich selbst.

Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich vor Wut kotzen möchte!

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Von: rolandmex · 20.08.2005 um 1:41:06 Uhr

Ich sage besser nix. Weißt ja, dass ich nix von Gabacho-Kutschen halte.
Trotzdem: Beileid! :(

Donnerstag, August 18, 2005

Kundenbefragung

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Gestern abend hat mich die Chevrolet-Vertragswerkstatt (die hier) angerufen.

Man wolle sich erkundigen, wie ich denn mit den ausgeführten Arbeiten und dem Auto im Allgemeinen zufrieden bin. "Toll, alles prima." Die Beule haben sie ja auch gut rausgekriegt. Nochmal nachgefragt: "Sie haben keine Probleme mit dem Fahrzeug?" Na gut, die hab' ich (erzähl ich später), aber das hat nix mit denen zu tun, deshalb erneut verneint. "Ja, weil da war doch was mit nicht lieferbaren Ersatzteilen...".

Ich hab' ihr dann die ganze Geschichte aus meiner Sicht erzählt, und ihr den Tip gegeben, daß wenn sie mich wie versprochen an besagtem Montag angerufen hätten, ich sogar auf den Betrugsversuch reingefallen wäre. Aber so war ich dann bei einer freien Werkstatt und die hat mir die alten Trommeln (die ja angeblich total fertig waren) gerichtet, anstatt mir neue zu verkaufen.

Ihre Antwort: "Ja, äh, ich weiss nicht, was ich ihnen da jetzt sagen kann." Schade. Hätte mich schon interessiert, wie ein guter PR-Mann/Innen sowas versucht geradezubiegen.

Ich hab' ihr dann den Tip gegeben, sie sollen entweder ehrlicher arbeiten, oder sich geschickter anstellen, sonst bin ich auf die Dauer wohl nicht der einzige Kunde, den sie verlieren.

Sie stammelte dann etwas von bedauerlichem Einzelfall und hat mir doch tatsächlich für die nächste Inspektion 20% Rabatt auf alle Arbeiten und Ersatzteile angeboten. Und trotzdem liegt sie damit wahrscheinlich immer noch gute 100% über den Preisen meines Lieblings-Mecanico. Und natürlich hofft sie, daß ich ihnen demnächst doch wieder die Chance gebe, mich auszunehmen von ihrem tollen Service überzeugen zu können.

Dazu fielen mir ganz spontan ein halbes Dutzend Beschimpfungen auf Deutsch und auf Spanisch ein, ich hab' mich dann aber trotzdem artig bedankt und erst aufgelegt, bevor ich mit dem Fluchen angefangen habe.

Seh' ich wirklich so dämlich aus?

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Von: rolandmex · 18.08.2005 um 22:17:05 Uhr

Ein Königreich für einen guten Trainer für's Telemarketing. LOL

Mittwoch, August 17, 2005

Nette Nachbarn

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Heute morgen, kurz vor 8: DingDong!

Mist, ich gerade beim ersten Kaffee, noch recht spärlich bekleidet, kurz aus dem Fenster gekuckt, 'ne ältere Dame. Momentitooo!

Also, schnell in eine Hose gehupft und raus.
Kurze Begrüßung und gleich zur Sache: Sie kommt wegen dem Geld. Ah, ja. Welches denn? Ja, also, es hat in jüngster Zeit sehr viele Überfälle in der Umgebung gegeben und deshalb hat man (wer immer das auch sein mag) beschlossen, die Sackgasse vorne mit Gitter und Tor zuzumachen. Und deshalb wollen sie von uns jetzt Geld. "Wir zahlen hier nur Miete, bitte wenden Sie sich doch an den Hausbesitzer." "Ja, aber es nützt doch auch Ihnen und Sicherheit und schwall und blah." Und das mitten im Frühstück.

Natürlich musste ich erst explizit nachfragen, um wieviel Geld es überhaupt geht (4000 Peso). Sie zeigte mir dann auch einen Zettel, den angeblich jeder bekommen hat (ich nicht!) auf dem Stand, daß in irgendeiner Nachbar-Versammlung (zu der ich nicht eingeladen wurde!) beschlossen wurde, daß jeder seinen Anteil bis zum 15. August zahlen muß. Ich hab' ihr höflich erklärt, daß ich gerade zum ersten Mal von der ganzen Sache höre und deshalb ein bischen Zeit brauche, außerdem hab' ich selten 4000 Peso im Schlafanzug. Wenn ich bereits wach gewesen wäre, hätt' ich ihr gesagt, was ich von so einem Vorgehen halte. War wahrscheinlich besser so für das nachbarschaftliche Verhältnis.

Ich hab's der Vermieterin mitgeteilt, soll die sich mit den Spacken Nachbarn kloppen.

Dienstag, August 16, 2005

Wochenende in Tehuacan

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Am Wochenende waren wir in Tehuacan. Mingo, mein Stief-Schwiegervater, hatte uns zu seinem Geburtstag auf eine Party in sein Elternhaus eingeladen.

Stief-Schwiegervater ist übrigens schwer zu übersetzen. Der Vater heißt Padre, der Stiefvater Padrastro. Der Schwiegervater ist der Suegro, also nenne ich Mingo meinen Suegrastro. Er findet's OK, auch wenn La Real Academia Española (die Königliche Spanische Akademie) das Wort nicht kennt.

Bevor es am Freitagabend los ging, eine neue Erkenntnis: Die Katzen wissen mittlerweile, was es bedeutet, wenn wir ihnen eine Extra-Portion Futter hinstellen.
Wir hatten gerade das Auto gepackt, die Katzen versorgt und die Haustür abgeschlossen, als die weisse Katze ans Wohnzimmerfenster kam. Also zum Abschied nochmal die Finger durchs Katzengitter gesteckt, wie ich das immer zur Begrüßung mache, wenn ich abends nach Hause komme. Aber, anstatt sich kraulen zu lassen, hat sie mir eine gewischt. Scheinbar mag sie die einsamen Wochenenden nicht.

Die Fahrt aus der Stadt war typisch für einen Freitagabend. Bis zur Autobahn nach Puebla sind es knapp 30 km, wir haben zweieinhalb Stunden dafür gebraucht. Nach der ersten Mautstelle war der Verkehr dann sogar ausgesprochen dünn, aber bis man mal dort ist, hat man die Schnautze vom Autofahren eigentlich schon ziemlich voll.

Da wir dummerweise (hatte ich schonmal erwähnt, daß Mexikaner im Allgemeinen dazu neigen, eine Stunde zu spät zu kommen?) recht spät losgefahren sind, sind wir eben auch recht spät (kurz vor halb drei) angekommen, womit die Nacht gelaufen war.

Samstag haben wir uns dann Tehuacan angeschaut, nichts wirklich besonderes, ein recht verschlafenes Nest. Nachmittags wurde dann der Tracker gesegnet. Dazu wurde er natürlich mit Luftballons, Schleifchen und Blumen geschmückt. Das hat Mingos Bruder übernommen, er wollte unbedingt Pate sein, also hat er den Pfarrer organisiert und den Schmuck bezahlt. Dafür hat er jetzt einen deutschen Compadre, da lag ihm sehr viel dran.
Der Pfarre hat nach ein paar einleitenden Worten das Gefährt gesegnet und nachdem ich alle Türen und die Motorhaube geöffnet hatte, überall ein bischen Wasser reingespritzt. Sogar die Schlüssel wurden gesegnet. Naja, schaden kann es ja nicht, da ich aber als Agnostiker nicht sicher bin, ob der Segen nur gegen Unfälle oder auch gegen Diebstahl schützt, werd' ich mir diese Woche doch noch eine Alarmanlage einbauen lassen. Sicher ist sicher.

Abends dann Mingos Party, es gab Mole und gegen später Bier, Tequila und laute Musik.

Am Sonntag haben wir dann noch einen Abstecher in den Cañon del Río Blanco gemacht. Die Landschaft ist sehr interessant und auf Grund des Höhenunterschiedes wechselt auch die Fauna ständig. Man fährt eben noch zwischen Kakteen und den Joshua Trees (wie heißen die eigentlich auf deutsch?) und hinter der nächsten Kurve hat es nur noch Nadelbäume. Und die Abfahrt ist sehr abenteuerlich. Man baut auf wenigen Kilometern gute 500 Höhenmeter ab. Für den Hinweg nahmen wir die Landstraße mit ihren engen Serpentinen, auf dem Rückweg haben wir dann die Autobahn genommen. Die Steigungen waren dort wirklich heftig, die LKW krochen zum Teil mit 20 bis 30 km/h vor sich hin und auch aus dem Tracker waren stellenweise nicht mehr als 90 rauszuholen. Aber der Abstecher hat sich gelohnt!

Ein paar Fotos gibt hier.

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Von:  · 16.08.2005 um 22:00:17 Uhr

"...werd' ich mir diese Woche doch noch eine Alarmanlage einbauen lassen. Sicher ist sicher."
Sicher? Hast Du schon mal jemanden gesehen, der die minimalsten Anstalten gemacht hätte, bei schrillender Alarmanlage den vermeintlichen Räuber zu stellen? Ausser, dass die Teile zu unmöglichen Nachtzeiten losgehen, Dich und Deine dann "leicht" verärgerten Nachbarn unsanft aus dem Schlaf reißen und Du dann schlaftrunken die verflixte Fernbedienung suchst, vereiteln sie nicht viel.
Besser sind zwei Lenkrad-Schlösser und/oder (bei Automatik) ein Schalthebel-Schloss.
Warum? Die Diebe wollen das am einfachsten mitzunehmende Auto (es ist ja nicht so, als der Tracker nun wirklich was wert wäre) und wer weniger Hindernisse bieten, ist der auserwählte Wagen.


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Von: rolandmex · 16.08.2005 um 22:22:41 Uhr

Obiger Kommentar von mir. :)


3| Ja, aber...


Von: Andreas Bohn · 17.08.2005 um 0:52:44 Uhr

Prinzipiell hast Du recht: Es kümmert kein Schwein, wenn irgendwo eine Alarmanlage dudelt, außer es ist die eigene und natürlich haben wir so einen Lenkrad-Blockier-Stock und bei uns steht der Tracker über Nacht im Vorgarten hinter Gittern.

Aber es gibt da ja auch noch diese feigen Socken Ersatzteildiebe Zulieferer für den Gebraucht-Teile-Markt, die Dir die Kiste ausschlachten, während Du drinnen nichts ahnend beim Bierchen sitzt. Da hoffe ich dann doch auf Abschreckung bzw. darauf, informiert zu werden bevor alles zu spät ist.

Ich könnte mir meine Freunde natürlich auch nach der Gegend, in der sie wohnen, aussuchen ;-)

Montag, August 15, 2005

Bürokratie und EDV

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Evelyn war gerade auf dem Amt um den Besitzerwechsel beim Tracker eintragen zu lassen.

Ganz tolles Verfahren: Bis vor Kurzem kostete dieser Vorgang 140 Peso. Jetzt ist er kostenlos. Aber die EDV akzeptiert den Vorgang nur, wenn man einen Beleg der Kasse vorlegen kann, dessen Barcode dann vom Sachbearbeiter eingescannt werden muss. Das Ganze sieht dann folgendermaßen aus:

Am Schalter anstehen, sein Anliegen vortragen, Formulare ausfüllen, zur Kasse geschickt werden. An der Kasse anstehen, einen Beleg erhalten, der bestätig, daß man 140 Peso minus 140 Peso, also nix bezahlt hat, wieder am Schalter anstehen und dann den Vorgang mittels dem Zahlungsbeleg abschließen.

Immer, wenn man denkt, man hat schon alles gesehen ...