Freitag, Oktober 28, 2005

Drecksverkehr

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Nein, ich wünsche mir hier keine deutschen Verhältnisse auf den Straßen, es geht auch ohne Schilderwald, ohne zigtausend Vorschriften zu denen es jeweils dutzende von Ausnahmen, Verwaltungsvorschriften und Gerichtsurteile gibt.

Aber manchmal gibt es Situationen, in denen wäre es wünschenswert, man bekäme hier den Führerschein nicht einfach so auf Antrag, sondern man würde den zukünftigen Autofahrern ein kleines bischen was über das Verhalten im Straßenverkehr beibringen.

Nehmen wir mal beispielsweise das Abbiegen. Ja, ich weiß, nicht an jeder Kreuzung gibt es extra Spuren für Linksabbieger und so staut sich auf der linken Spur schon gerne mal der Verkehr, wenn da einer oder gar mehrere links abbiegen wollen. Und selbst wenn es Linksabbiegerspuren gibt, staut sich der Verkehr manchmal bis weit vor diese Spuren.

Besonders mag ich dann die Vollpfosten, die an der Schlange vorbeifahren, Warten ist schließlich was für Doofe, und dann vorne versuchen, sich irgndwie links in die Kreuzung zu quetschen. Das ist denen in der Schlange gegenüber nicht sehr nett und besonders dann, wenn das bereits andere Egomane versucht haben, ist die Kreuzung dann nämlich so voll, daß der Vollspack sich nicht mehr nach links verdrücken kann und somit einfach da, wo er ist, stehen bleibt und hinter sich gute 500 Auto zum absoluten Stillstand verdonnert. Das geht manchmal so weit, daß zwei Abbiegespuren und alle drei Fahrspuren verstopft sind. So geschehen gestern abend, von Santa Fe kommend Richtung Las Palmas abbiegend. Und das ist denen nicht mal peinlich.

Ich würd die Typen ja am liebsten aus ihrem Gefährt ziehen und ihnen die Rübe einmal auf die Motorhaube jedes wartenden Autos kloppen, das sollte auch den Dämlichsten davon abhalten, sowas nochmal zu machen. Im Dodge hab' ich auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, den Typen einfach aus dem Weg zu schieben. Aber, zivilisiert, wie man halt ist, steht man einfach da, beide Hände auf der Hupe und beißt vor Wut ins Lenkrad.

Ach ja, die Jungs in ihren schmucken Uniformen, von denen ich erwartet hätte, daß sie das Chaos etwas ordnen sollen, sehen dem recht teilnahmslos zu. Die scheinen mit Trillerpfeifen und Wild-durch-die-Gegend-Fuchteln vollkommen ausgelastet zu sein.


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Von: rolandmex · 31.10.2005 um 17:48:09 Uhr

...meine Rede.
Wenn ich nicht wegen meines "etwas" exotischen Berufs wegen in dieser Sch...-Stadt arbeiten müßte, hätte ich längst das Weite Richtung Guanajuato oder Oaxaca gesucht.
Wenigstens lebe ich mittlerweile außerhalb dieses Chaos, und wenn ich Lust auf Stadt habe, fahre ich nach Pachuca.

Kleiner Tip: ich lasse immer meine Frau fahren, wenn's in den Distrito Fecal geht; die hat mehr Geduld als ich oller, neurotischer Deutscher. :-)

TLA

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TLA steht für Three Letter Acronym und beudeutet auf deutsch Drei-Buchstaben-Abkürzungswort. Womit TLA selbst auch ein TLA ist. Dieser Tage weile ich bei IBM (noch so'n Ding) wo man uns das neueste Entwicklungswerkzeug, den IBM WebSphere Integration Developer vorführt. Und uns unter anderem mit TLAs eindeckt. In den letzten 10 Minuten fielen SDO, JSR, SCA, ICS, EIS, GBO, BEA, XML und EMF.

Naja, bei 26 Buchstaben und 10 Ziffern ist die Anzahl ja glücklicherweise auf 46656 mögliche Kombinationen begrenzt.

Vielleicht könnte man ja mit TLAs eine Variante des Bullshit-Bingo spielen. Das würde zumindest den Vortrag etwas unterhaltsamer gestalten.

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Vorstellungsgespräche

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Da wir mit den Prozessen demnächst fertig werden, beginnen jetzt die Planungen für unsere Pilotprojekte, an denen dann die Prozesse getestet werden.

Für diese Pilotprojekte werden wir etwa 40 Leute einstellen, davon gut 30 für eher technisch orientierte Positionen. Und als Architekt und Java-Experte habe ich die Aufgabe, die technischen Fähigkeiten der Bewerber zu beurteilen.

Da sind mitunter richtig tolle Schoten bei. Nicht daß ich was gegen Quereinsteiger oder Autodidakten hätte, schließlich bin ich selbst einer. Aber wenn mir einer auf die Frage nach theoretischen Grundlagen antwortet, den Schnickschnack braucht er nicht, immerhin hat er schon 2 Jahre Erfahrung als Programmierer und bisher hat er noch jedes Problem gelöst gekriegt. "Sag' mir, was Du willst, egal was, und ich programmier's Dir!" Vielleicht ist er ja wirklich ein Naturtalent, aber wie will er etwas programmieren, wenn er nichtmal die einfachsten Anweisungen einer Programmiersprache kennt?

Oder der sehr selbstsicher auftretende Herr, der sich eigentlich als Programmierer vorstellte, dann aber doch lieber Prozess-Ingenieur werden wollte, weil er doch so viel Ahnung von CMMI hat. Lustigerweise hatte er auf jede Frage eine Antwort, er kam nie in die Verlegenheit mal sagen zu müssen, daß er da jetzt nix zu weis. Wäre manchmal aber besser gewesen, viele seiner Aussagen zu CMMI waren schlicht und ergreifend falsch. Und wenn selbst ich das merke (ich hab echt kaum einen Plan von dem Zeug), kann es mit seinen tollen Kenntnissen nicht sehr weit her sein.

Netter war da das Mädel, das schon seit einem Jahr für eine Bank Anwendungen entwirft. Naja, mit dem Programmieren hat sie es nicht so, das machen schließlich die Programmierer, da hat sie keine Erfahrung. Sie entwirft lieber. Nicht gerade der normale Werdegang, mir fällt so auf anhieb niemand ein, der ohne den Umweg über das Programmieren zum Entwerfen gekommen ist, aber man ist ja offen für Neues. Also hab' ich ihr ein paar Fragen zum Entwurf von Systemen gestellt und es kam ... richtig: nichts. Allerdings hab' ich durch beharrliches Nachfragen tatsächlich herausgefunden, was sie bei der Bank macht: Ich würde das eher als technische Dokumentation bezeichnen.

Lustig war auch der Architekt letzte Woche. In der Tat ein technisch sehr erfahrener Mensch, leider etwas detailverliebt. 7 (in Worten sieben) Seiten Lebenslauf. Und auf der letzten Seite listet er detailliert auf, welches Gehalt er im Moment bezieht und welche Vergünstigungen sein Arbeitgeber ihm einräumt. Das geht so weit, daß er ausrechnet, wieviel Geld er durch die Betriebskantine jährlich spart. Gut, daß ich nur seine Java-Kenntnisse beurteilen muss, ich wüsste nicht, ob ich ihm die letzte Seite als Auge für Details oder als Korinthenkackerei auslegen sollte.

Es gibt natürlich auch positive Momente, wenn man beispielsweise jemanden vor sich sitzen hat, der zwar nur wenig Erfahrung aufzuweisen hat, sich aber erstens dessen bewußt ist und außerdem intelligente Antworten gibt. Oder man befragt jemandem und kommt plötzlich ins Plaudern über Technologien und hat irgendwie das Gefühl, den kennt man schon ewig, mit dem könnte man prima zusammenarbeiten.

Leider sind das eher die selteneren Fälle. Wie sagt doch das alte Sprichwort: Man muß viele Frösche küssen, um einen Prinzen zu finden.




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Von: rolandmex · 26.10.2005 um 19:08:39 Uhr

Kenn' ich.
Das kommt davon, wenn's in einem Land keine Arbeitszeugnisse gibt (wo erklärt wird, was der Mann/die Frau tatsächlich gemacht hat), fast keine Empfehlungs-Schreiben, keine klaren Regeln in den Berufen (jeder Halbjahrs-"marca-patito"-Schulen-Besucher nennt sich "diseñador gráfico", weil er schon eine Linie in FreeHand gezeichnet hat) und sowieso nicht viel Ehrlichkeit bei den Vorstellungs-Gesprächen (man will ja schließlich hervorstechen, damit man den Job kriegt).

Warum ich so wettere? Habe schon verschiedene "interviewt" - und demnächst muß ich wieder einen "diseñador" einstellen.
Mittlerweile arbeite ich vorher einen Test aus, den sie bestehen müssen, um überhaupt in die engere Wahl zu kommen (2 bis 3 Stunden "designen" mit gängigen DT-Programmen). Sonst fällt man nämlich zu schnell auf all' die tollen (Schein-) Qualifikationen rein.

Noch was: ich laß' mir die "solicitudes" immer per Mail an eine eigens eingerichtete GMail-Adress schicken (die nach der Bewerbungsfrist aufgegeben wird).
Bei sovielen Bewerbern ist das notwendig (hatte schonmal 50 für 1 Stelle) - und das Motto "don't call us, we call you" auch.

Dienstag, Oktober 25, 2005

Bilderbeutel

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Jetzt muß ich hier noch schnell einen Link loswerden:

www.bilderbeutel.de

Finde ich ein gelungenes Projekt, bei dem auch Hobby-Fotografen (wie ich) sich als Künstler versuchen können.

Und wo wir schon bei Fotos sind:

flickr.com/photos/andreas_bohn/

Ist leider in Englisch, gefällt mir aber von der Benutzerführung her besser, als web.de



1| Gespannt zur Fotoseite gesurft und...




Von: Hollito · 25.10.2005 um 8:31:11 Uhr

...ne Kanaldeckel-Sammlung. Ich fass es nicht. ;-)











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Von: Andreas Bohn · 26.10.2005 um 2:08:56 Uhr

Ja, ist das nicht orginell? Klar, es gäbe hier schönere Motive, aber es gibt so viele Fotografen, die sich bereits mit Autos, Frauen, Stränden, Häusern, Tieren und weiß der Geier was noch allem beschäftigt haben. Aber nenn mir einen, der Kanaldeckel abgelichtet hat!

Nein, ganz im Ernst, ich weiß auch nicht mehr, warum ich mit der Marotte angefangen habe, aber mittlerweile kann ich nicht mehr aufhören, die Dinger zu fotografieren. Die sehen hier halt auch nicht alle gleich aus, besonders die Deckel aus Beton sind mitunter sehr individuell.











3| Und vor allen Dingen...




Von: Hollito · 27.10.2005 um 10:39:41 Uhr

...hab ich noch nie so viele KAPUTTE Kanaldeckel gesehen wie in D.F. :-)

Fotos von schönen Frauen aus MX wären mir trotzdem lieber. ;-)

Alarmanlage

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Die Alarmanlagen in den Autos hier hupen fast alle gleich: 10 Sekunden huihuihui, dann 10 Sekunden biiiboooobiiibooo, dann eine Runde mööökmööökmööök und dann ist wieder Ruhe. Ziemlich blöd, daß eigentlich immer irgendwo so ein Ding hupt, das kratzt schon lange keinen mehr. Meinem Schwager haben sie vor kurzem das Radio aus dem Tsuru geklaut. Die Alarmanlage hat zwar getan, was sie sollte, aber er dachte, es wäre die vom Nachbarn. Besonders ärgerlich dabei: Er hatte das abnehmbare Bedienteil am Radio gelassen.

Mittwoch, Oktober 19, 2005

psychometrische Tests

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Zur Zeit finden hier im SAT psychometrische Tests statt.

Da werden Fragen zur Allgemeinbildung gestellt, man muß seine Rechenkünste unter Beweis stellen (fiese Dreisätze und Bruchrechnen vom Feinsten), es wird nach dem Sinn verschiedener Sprichwörter gefragt und zum Schluß kamen seltsame Kombinationsaufgaben, deren Sinn sich mir nicht erschloß. Das Ganze übrigens bei limitierter Zeit.

Danach kam der Psychologische Teil, tolle Sätze die man mit "Trifft auf mich zu", "Trifft nicht auf mich zu" und "könnte auch mich zutreffen" markieren muß. Bei "Manche Leute finden mich seltsam, weil ich mit den Geistern Verstorbener rede" mußte ich laut lachen.

Ich werde mal versuchen, ein paar der Fragen zu bekommen, um die hier reinzustellen.

Nun, bei den Mathe-Fragen hatte ich keine Probleme. Mein Allgemeinwissen ist zwar wahrscheinlich nicht wirklich unterdurchschnittlich, aber ich weiß nicht, durch welchen Hafen die Mehrzahl der Importe ins Land kommt oder wer hier wann welche Revolution angezettelt hat.
Und bei den Kombinationsaufgaben reichte mir die Zeit nicht, ich hatte meine Probleme, die Fragen zu verstehen, da die Wortwahl doch sehr gehoben war.

Jetzt halten die mich wahrscheinlich für einen ungebildeten Psychopaten mit guten mathematischen Fähigkeiten.

Warum das Ganze?

Eines der Ziele von CMMI ist es, Entscheidungen nachvollziehbar und reproduzierbar zu machen. Die Nachvollziehbarkeit ist nicht wirklich das Problem, man schreibt halt auf, warum man welche Entscheidung getroffen hat. Komplizierter wird die Reproduzierbarkeit. Die Entscheidung soll nämlich nicht nur dann gleich ausfallen, wenn der gleiche Mensch sie nochmal zu entscheidet hat, nein, sie soll nach Möglichkeit auch dann gleich ausfallen, wenn jemand anders die Entscheidung fällt. Das erreicht man dadurch, daß man die Leute bis zum Erbrechen gängelt Entscheidungskriterien vorgibt.

Um beispielsweise die Mitarbeiter nachvollzieh- und reproduzierbar auf die entsprechenden Posten verteilen zu können, wurden, neben den recht offensichtlichen technischen Fähigkeiten mehr oder weniger zufällig irgendwelche Softskills wie Teamfähigkeit, Führungsqualitäten, Detailbesessenheit, Pünktlichkeit etc. auf die verschiedenen Profile verteilt.

Und dank der psychometrischen Tests wird man dann demnächst auch wissen, wer welche Skills hat und kann dann die Posten nachvollzieh- und reproduzierbar neu verteilen.

Da bin ich ja mal gespannt.



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Von: rolandmex · 19.10.2005 um 21:34:52 Uhr

Nein, die Wortwahl ist bewußt so, um die Ungebildeten rauszufiltern, denn in Wahrheit wissen die Erfinder der Fragen doch auch nicht, dass Veracruz das Haupteinfallstor für illegale Drogen... äh, Handelswaren aller Art ist (außer, sie haben in der "Secu" ausnahmsweise mal aufgepaßt im Unterricht und das auch noch behalten).

Mach Dir keine Sorgen, Du bist kein ungebildeter Psychopat - Du darfst aber wegen fehlender Kenntnisse am 20. November arbeiten gehen (das kommt davon, wenn man nicht weiß, wann die einzige Revolution, die zudem kräftig in die Hose ging und die PRI an die Macht brachte, angefangen hat).
Damit ist das dann ausgebügelt: dann bist Du nur ein Psychopat.
;)











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Von: toby · 20.10.2005 um 0:43:54 Uhr

is dann in etwa so, wie wenn ein mexikaner
plötzlich bei jauch am tisch sitzen würde?!

hast du den telephonjoker schon wech?











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Von: ocho · 20.10.2005 um 1:00:51 Uhr

Wat, dat kommt auch bei CMMI???? Auf welchem Level? Und zu welchem Zeitpunkt? Ich hoffe spät -> nach Januar.

Habt ihr nix anderes zu tun?











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Von: Andreas Bohn · 24.10.2005 um 16:45:19 Uhr

Welcher Level das ist, weiß ich nicht, kann zwei oder drei sein. Das kommt spätestens bevor die ersten Rollen vergeben werden (also wenn ein Projekt angeleiert wird) und frühestens nach der Definition des entsprechenden Prozesses, bei uns heisst die PA "Programa de Capacitación". Sollte Dich also nicht mehr beunruhigen, ich schätze mal, Ihr seid noch nicht durch mit den Prozessen.












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Von: ocho · 25.10.2005 um 23:52:27 Uhr

Achso...ne dat dauert wohl noch. Wir sind erst beim Teil "Wie definier ich den Prozess zum definieren von Prozessen" - also den Metaprozess....

Montag, Oktober 17, 2005

Tolles Wochenende

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Auch wenn ich sonst immer eine Ewigkeit brauche, um einen Eintrag hier zu verfassen, solche Probleme, eine passende Einleitung zu finden, hatte ich bisher noch nie.

Angefangen hat das ganze, als mir meine Schwiegermutter erzählte, daß ihre jüngste Tochter die Preparatoria abgeschlossen hat. Damit ist die Kleine die erste von drei Schwestern, die ein Abitur hat, nachdem sich die Älteste kurz vor dem Abschluß unplanmäßig vermehrt hat und die Zweite, ebenfalls kurz vor dem Abschluß, mit einem Ausländer durchgebrannt ist.

Um den Schulabschluß entsprechend zu feiern, wollte sie ein Essen organisieren und da die Räumlichkeiten bei ihr recht beschränkt sind, hab' ich ihr angeboten, das doch bei uns zu machen.

Am Dienstag erzählte sie mir dann, daß die Organisation der Feier (die "Comida" war plötzlich zur "Fiesta" mutiert) planmäßig läuft, sie hatte bis zum dem Tag etwa 40 Einladungen ausgesprochen. Ich muß zwecks diesem Mißverständnis wohl ziemlich belämmert aus der Wäsche gekuckt haben, sie fing auch sofort an, sich zu entschuldigen, "die Leute fragen mich halt, was ich am Wochenende mache, und dann kann ich ja schlecht sagen, ich mach 'ne Party und nicht einladen".

Am Samstag kamen dann tatsächlich 30 Leute, was mehr als ausreichend war, unseren Vorgarten zu verwüsten.

Richtig interessant wurde es dann so gegen halb zwei. Es war natürlich niemand mehr so richtig nüchtern und ich hab' auch nicht wirklich mitgekriegt, woran sich der Streit entzündete, aber als ich auf das Gelärme auf der Straße aufmerksam wurde, war G. gerade dabei, C. zu vermöbeln. Prinzipiell hab' ich kein Problem damit, wenn sich zwei was auf die Fresse hauen, so lange das auf Gegenseitigkeit beruht. In diesem Fall verlief das Ganze aber etwas einseitig, G. ist relativ kräftig gebaut und auch nicht gerade klein, C. ist eher ein Spargeltarzan, der die ganze Zeit beruhigend auf G. einredete und keinerlei Anstalten machte sich zu wehren (hätte wahrscheinlich auch nix gebracht). Also hab' ich zusammen mit Juan versucht, G. von seinem Treiben abzuhalten, was nicht wirklich einfach war. Ich hab' dem Kerl fast die Schulter gebrochen, aber in seiner Wut und in seinem Suff scheint er das nicht gespürt zu haben.

Irgendwie haben wir es aber doch geschaft, ihn an eine Wand zu drücken, als H., Cs Bruder, angerannt kam, und versuchte, G. mit seinem Gürtel zu verhauen. Daß G von einer Mauer, Juan und mir eingekreist war, hat ihn dabei nicht wirklich gestört, und da ich immer noch damit beschäftigt war, nichts von G. abzukriegen, brauchte ich eine Weile, zu realisieren, daß mich da einer mit dem Gürtel verhaut. Als er mich dann beim dritten Schlag mit der Schnalle erwischte, fand er sich kurze Zeit später auf dem Boden wieder. Ich hätte den Scheißkerl fast erwürgt.

Irgendwie haben wir es dann geschafft, G. festzuhalten, C. und H. in ihren Vocho zu zwängen und zum fluchtartigen Aufbruch zu überreden. Zwischenzeitlich hatte wohl ein Nachbar die Polizei gerufen, die kamen, schon von weitem gut hörbar mit allem, was die Sirene hergibt, angeheizt, wir sind alle ins Haus geflüchtet, ich hab' G. auf die Straße rausgeschmissen und das Tor abgeschlossen.

Und während ich überlegte, was das jetzt für Konsequenzen nach sich zieht, sind die Polizisten wieder abgezogen, die sind weder ausgestiegen, noch haben sie sich für G. interessiert, der ziemlich belämmert draußen rumstand. Hoffentlich werd' ich nie auf die Hilfe dieser Herren angewiesen sein.

Das war also das unrühmliche Ende eines Essens im trauten Kreise der Familie. Meine persönliche Bilanz: Die Linke Hand abgeschürft und geschwollen, wahrscheinlich bin ich mit der an der Wand entlang geschrammt, als wir versuchten G. zu bändigen, eine Rippe tut mir tierisch weh, vermutlich bin ich da etwas unglücklich auf H. gefallen, als ich ihn zu Fall gebracht hab' und mein Knie hat scheinbar auch etwas abgekriegt. Außerdem spüre ich das dringende Bedürfnis, mir beim Weg durch die Nachbarschaft eine Papiertüte über den Kopf zu stülpen, um nicht von den Nachbarn als der, der den Pöbel einlädt, erkannt zu werden.

Nicht wirklich das, was ich unter einem erholsamen Wochenende verstehe.




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Von: rolandmex · 18.10.2005 um 0:27:36 Uhr

Na, das mindeste ist doch wohl, dass sich G., C. und H. bei Dir mit einer (pro Person) guten Flasche Tequila Añejo (Mindestwert: $1,000.00) entschuldigen.

Sonst kannste ja ähnliches machen, wenn Du sie nächstes Mal besuchst: z.B. auf den Teppich kacken (vorher ordentlich Bier trinken, damit die Pisse schön ätzend ist), den Fernseher "versehentlich" umwerfen (so dass der Bildschirm zerbricht) oder das Sofa mit dem Cutter aufschneiden (um zu sehen, ob das Leder wirklich resistent ist). ;)

(Hm, war das jetzt Niveau-los?)











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Von: Hollito · 18.10.2005 um 8:22:38 Uhr

...au weia! :-|
Das ist ja voll in die Hose gegangen.
Zumindest dürftest du jetzt nicht mehr in die Verlegenheit kommen, für deine Schwiegermutter den Partyplatz stellen zu müssen.
Sei froh, sasß du nicht mehr abbekommen hast. Stell dir mal vor , du kommst Montags nmit nem "Veilchen" ins Büro... &-(











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Von: Kristenn · 18.10.2005 um 12:28:39 Uhr

Na...Gratulation an J.
et le reste:...sans commentaires...
Bises











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Von: Andreas Bohn · 18.10.2005 um 16:15:13 Uhr

Wie ich mittlerweile telefonisch erfahren habe, waren beide Parteien am Sonntag bei Schwiegermuttern, um sich für die Angelegenheit, die ihnen natürlich furchtbar peinlich ist, zu entschuldigen. Allerdings hat keiner ein Fläschchen da gelassen. Hätte mich auch gewundert. Die Idee, mich auf eine Party einladen zu lassen und dem Herren dann stockbesoffen unters Kopfkissen zu kübeln, hat was. Aber ich werde den beiden besser vorsorglich ein Weilchen aus dem Wege gehen, nicht daß ich doch mal einem versehentlich was breche.

Schwiegermuttern war das auch sehr peinlich, die meinte noch am Samstag "In Zukunft machen wir besser keine Partys mehr hier - zumindest bis Dezember". Da sie kein explizites Jahr dazu genannt hat, geh' ich mal von 2010 aus, das ist 'ne schöne Zahl.











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Von: ocho · 19.10.2005 um 1:21:32 Uhr

Ach, schämen brauchste Dich nicht. Das gehört hier dazu ;-). Aber wie alt waren die Jungs denn? um die 20 und noch in der Sturm- und Drangphase?



Mir falles da die Ärzte ein:
"... immer mitten in die Fresse rein ..."











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Von: toby · 19.10.2005 um 2:14:35 Uhr

...endlich mal normale leute...











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Von: Andreas Bohn · 19.10.2005 um 18:09:10 Uhr

Was willst Du uns denn damit sagen? Ist das im rauhen Norden die gängige Art, eine Party zu beenden? ;-)











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Von: toby · 20.10.2005 um 0:42:15 Uhr

naja, dat klang bisher immer so nach friede-freude-eierkuchen.
gut zu wissen, daß ihr auch männermäßig spaß habt! :D











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Von: Casino Games Man · 27.10.2005 um 16:12:45 Uhr

I agree and additional info can be found at:

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10| Hurra, ich bin berühmt!




Von: Andreas Bohn · 27.10.2005 um 16:23:26 Uhr

Entweder mein Blog ist mittlerweile so berühmt, daß es bereits als Werbeplattform benutzt zugespammt wird, oder der Kerl ist dermaßen merkbefreit daß er seinen Müll überall abkippt.

Wie dem auch sei:

Dear Casino Games Man: Fuck off and die!