Dienstag, März 07, 2006

Banken

Passend zu Rolands Artikel fällt mir da gerade noch eine Geschichte zum hiesigen Banken(un)wesen ein. Vor knapp 2 Wochen wollte ich eine größere Summe überweisen. Glücklicherweise hatte der Empfänger sein Konto auch bei der Bancomer, so bleib es mir erspart, Geld von einer Bank zur anderen zu überweisen, das kostet entweder heftig Geld oder man wählt den pragmatischen Weg, hebt das Geld in Bar ab, um es bei der anderen Bank wieder Bar einzuzahlen, natürlich mit dem Risiko, die Kohle unterwegs los zu werden.

Also sind wir zur Bank, dort gab es zwei Warteschlangen, eine für Kontoinhaber und eine für Leute ohne Konto. Wahrscheinlich ist die Idee dahinter, die eigenen Kunden bevorzugt zu behandeln, um die nicht-Kunden dazu zu verleiten, auch ein Konto zu eröffnen. Das funktioniert in der Praxis aber halt nur, wenn sich die Kunden-Schlange nicht langsamer bewegt, als die andere! Nach langem Warten waren wir endlich an der Reihe, Überweisungen gibt es bei Bancomer übrigens keine, es werden zwei Buchungen durchgeführt, eine Bar-Abhebung von meinem Konto und eine Bar-Einzahlung auf das Konto des Empfängers. Das heißt, man kann keinen Verwendungszweck angeben und muß auch noch überprüfen, ob die Summe bei Abhebung und Einzahlung gleich ist.

Und bei meinem Glück hab' ich mal wieder die schlaueste Bankmitarbeiterin erwischt. Bei größeren Summen muß man sich natürlich ausweisen, was ich mit meinem FM3 (mein Visum) versucht habe. Das FM3 ist Büchlein, ähnlich einem Reisepaß, da pappt mein Foto drin und dummerweise steht auf der gleichen Seite auch das erste Gültigkeitsdatum. Verlängerungen werden ein paar Seiten weiter hinten eingetragen.

Natürlich wurde ich erstmal darauf hingewiesen, daß die Überweisung (die ja gar keine ist) nicht durchgeführt werden kann, weil mein Visum abgelaufen ist. Mal abgesehen davon, daß es mir nicht wirklich einleuchtet, weshalb das Ding einen Tag vor Ablauf der Gültigkeit noch prima dazu dient, mich zu identifizieren, einen Tag danach schon nicht mehr, hab' ich die Dame freundlich darauf hingewiesen, daß die Verlängerung ein paar Seiten weiter hinten eingetragen ist. Irgendwie hatte ich erwartet, daß die Dame einfach ein paar Seiten weiter blättert, aber sie klappte das Ding zu, gab es mir zurück und bat mich, es an der entsprechenden Seite aufzuschlagen. Das Ding ist komplett in Spanisch beschriftet, an der Sprache kann es also nicht gelegen haben.

Zum Glück hab' ich hier nur sehr selten mit der Bank zu tun, die Telefonrechnung kann ich im Supermarkt bezahlen und Bargeld gibt's am Automaten, mit dem komm' ich besser klar, als mit den Schalterbeamtenbesatzungen.

Kommentare:

  1. Bancomer und Banamex sind 2 von den Banken, die die Ein- und Auszahlungs-Formulare abgeschafft haben. Da geht man mit einem Zettelchen, auf dem man die Daten des Empfängers gekritzelt hat, an den Schalter und verlangt die Einzahlung. Toll is' dat besonders, wenn der Schalterfuzzi nicht des Lesens mächtig ist (war wohl Ex-Polizist... ;-) ) und Dich 6x fragt, ob die Daten denn auch richtig sind (wenn Du Glück hast, dreht er den Computer-Monitor zu Dir hin). Deshalb drucke ich die Daten immer in 14p Schriftgröße auf einen Zettel aus. Das kann auch ein blinder Banken-Trottel sehen.

    Apropos Ausweis: bei mir wird immer der Reisepass verlangt (ich hatte da mal eine lautstarke Diskussion in einem Santander, in dem ich meine zuviel gezahlten Steuern zurückbekommen sollte); der FM2 wurde -obwohl mein einziges mexicanisches Dokument, dessen Echtheit mit einem Anruf bestätigt werden kann- nicht akzeptiert.
    Selbst mein Hinweis, wie denn die Enchtheit meines ausländischen Passes überprüft werde, wollte man mir nicht beantworten (nächstes Mal mache ich mir selbst einen angolanischen Pass mit georgischen Schriftzeichen und klebe ein Foto ein; mal gucken, ob die den akzeptieren :mrgreen: ).

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  2. Oh, eure Erfahrungen reissen mich dann auch zu einem Artikel hin...Morgen dazu mehr. Nur soviel: es ging um den Reisepass, ne Menge Peso und lautstark war es auch ;)

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