Montag, Juli 30, 2007

Ciclotón

Am letzten Sonntag eines Monats findet hier im DeEffe der sogenannte Ciclotón statt. Dazu wird vormittags von 7:00 bis 14:00 Uhr eine gut 30km lange Rundstrecke für den normalen Verkehr gesperrt, damit sich darauf Radfahrer, Inline-Skater, Tretrollerfahrer und was es sonst noch so an unmotorisierten Fortbewegungsmitteln gibt, tummeln können.

Wir (Erwin, ein weiterer Kollege und meine Wenigkeit) trafen uns um acht Uhr morgens beim Olympiabad im Süden der Stadt, wo für den Ciclotón eine Richtung des Rio Churubusco (Teil des Cirquito Interior, dem inneren Ring) gesperrt war. Wie vom Autofreien Reforma gewohnt, war die Auffahrt gesperrt und von Polizisten bewacht. Ich frag' mich immer, ob die da stehen, weil sonst die Autofahrer die Absperrung missachten würden oder weil die Absperrung sonst geklaut wird.

Rio ChurubuscoDie Strecke an sich, drei Spuren breit, war mittig mit Pylonen (diese komischen roten Baustellen-Hütchen) markiert, was uns veranlasste, nach Osten loszufahren, in dieser Richtung war wesentlich weniger los. Wir erfuhren auch bald, warum, nach einigen Kilometern, kurz hinter dem Flughafen wurde die Strecke enger und der Gegenverkehr immer dichter.

GegenverkehrDie Strecke ist nur auf dem Rio Churubusco für zwei Richtungen gedacht, der Rest ist Einbahnstraße. Zugegeben, es war nicht wirklich nett von uns, einfach weiter zu fahren, wir haben uns halt entsprechend äußerst rechts gehalten. Trotzdem wurden wir des öfteren von entgegenkommenden Radlern darauf hingewiesen, daß wir falsch herum unterwegs sind, am meisten gefiel mir der Blockwart Schwachmaat auf dem 5-spuren Abschnitt, der uns ganz alleine entgegenkam, also wirklich wesentlich mehr Platz hatte, als er irgendwie sinnvol hätte nutzen können und uns trotzdem an die Regeln erinnern mußte. Selten so gelacht.

Die Strecke führt vom Flughafen ins Zentrum, über den Zocaló auf Reforma und von dort über Patriotismo wieder zurück in den Süden. Einige Streckenabschnitte kannte ich zwar, hatte aber so mein Probleme, sie wiederzuerkennen, weil sie einfach anders wirken, oder weil man mit dem Auto halt einfach keine Zeit hat, sich die Details am Wegesrand anzusehen. Insgesamt wirklich eine tolle Veranstaltung, die auch sehr gut besucht war, die Strecke ist weitestgehend eben, man kann sie also auch für weniger geübte Radfahrer empfehlen. Wir brauchten für die knapp 36km bei gemütlichem Tempo etwa eine Stunde und 45 Minuten.

Kommentare:

  1. Wie hat sich's denn geatmet einen Tag, nachdem sich der Distrito Fecal wegen starker Rauchentwicklung selbst von der Außenwelt abgeschnitten und sich zum Katastrophengebiet erklärt hatte?

    ;-)

    (Wir waren dieses Wochenende in San Miguel de Allende und hatte dazu die Stinke-Stadt weiträumig über den Circuito Mexiquense umfahren - erst gestern abend erfuhr ich von dem grandiosen Schildbürgerstreich)

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  2. Du meinst, an meinem Formtief war eventuell gar nicht so sehr die Party am Samstag abend schuld?

    Ich hab' ehrlich gesagt gar nichts von der Sache mitbekommen, hast Du da irgendwo einen Link?

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  3. Nö, aber such mal in der Hemeroteca vom El Universal (www.eluniversal.com.mx).
    Da steht bestimmt was dazu.

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  4. Lustigerweise findet die Suche beim Universal nichts, erst Google findet zwei Artikel (diesen
    und jenen ).

    Ich fass' das mal ganz kurz zusammen: Am Freitag Nachmittag wurden im Süden der Stadt hohe Ozon-Werte gemessen, darauf wurde ein Notfallplan aktiviert (precontingencia ambiental), dem Zufolge Fahrzeuge mit Nummernschildern von ausserhalb nur dann in die Stadt einfahren dürfen, wenn sie eine der höherwertigen Abgasuntersuchungsplaketten besitzen.

    Das ist in der Tat ziemlich dämlich, weil erstens in vielen Staaten die Abgasuntersuchung freiwillig ist, jemand der nur gelegentlich oder nur am Wochenende in die Hauptstadt kommt, tut sich das dann eher selten an, zweitens bezweifle ich einfach mal, dass diese Maßnahme wirklich mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein ist.
    Von der mangelnden Kommunikation mal ganz abgesehen.

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  5. Ach, das mit der mangelnden Kommunikation ist doch immer so.
    Mir scheint es, die Regierungen erwarten immer, dass man die ganze Zeit diese langweiligen Nachrichten-Radiosender hört, wo man den ganzen Tag mit überwiegend belanglosem vollgequatscht wird.

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