Freitag, Februar 24, 2006

Nachdem ich hier schon gut 50 Bewerbungsgespräche geführt habe, schickte mich mein Abteilungsleiter gestern auf einen Kurs über das Führen von Bewerbungsgesprächen. Was er mir damit wohl sagen will ;-)

Der Kurs an sich war eher mäßig, die Info, die wirklich brauchbar war, hätte man auch in der halben Zeit vermitteln können, vor allem die persönliche Vorstellung der Teilnehmer zu Beginn war für meinen Geschmack zu ausführlich. Daß jeder sagt wie er heißt, in welcher Abteilung er arbeitet und wie lange schon, finde ich ja OK, aber warum der Kursleiter jeden fragt, was denn so seine Hobbies sind...

Und in einem Punkt bin ich überhaupt nicht mit den SAT-Regeln einverstanden. Nach denen endet ein Vorstellungsgespräch mit dem Hinweis auf die nächsten Schritte und fertig. Keine Beurteilung des Kandidaten!

Ich persönlich fand es immer sehr unbefriedigend, wenn ich 4 Wochen nach einem Bewerbungsgespräch in einem Brief mitgeteilt bekam, daß meine Bewerbung leider nicht berücksichtigt werden konnte, ich möge das aber bitte nicht als Wertung meiner Person ansehen, ich würde sicher bald einen anderen Job finden.

Ja toll. Und kein Wort zur Begründung. Fehlende Qualifikation? Überqualifiziert? Zu spezialisiertes oder zu generelles Fachwissen? Passt nicht ins Team? Falsche Gehaltsvorstellung? Wenn ich meine Schwächen nicht kenne, wie soll ich mich dann verbessern?

Klar, bei manchem Bewerber ist Hopfen und Malz verloren, der kriegt von mir auch nur ein "Wir melden uns", aber wenn ich beispielsweise einen erfahrenen Programmierer suche und es meldet sich jemand, der gerade frisch von der Uni kommt, dann hilft ihm das doch eher, wenn ich ihm kurz sage, daß wir im Moment einfach keine Verwendung für einen Anfänger haben, so weiss er wenigstens, daß es wirklich nicht an seiner Person liegt.

Naja, da wir unser Team mittlerweile ja komplett haben und es sowieso fraglich ist, ob es überhaupt zum Einsatz kommt (am Montag gibt es angeblich neue Informationen), werde ich in absehbarer Zeit nicht in die Versuchung kommen, entgegen der Regel einem Bewerber sagen zu wollen, was ich von ihm halte.

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