Montag, September 17, 2007

Andere Firmen, andere Sitten

Wir haben ein neues Projekt. Ein größerer Kunde will einen seiner alten Server durch einen Neuen ersetzen, wir sollen darauf die neuesten Versionen von Datenbank und Application-Server installieren und dann testen, ob seine alten Programme darauf laufen. Als Projekt interessant, aber irgendwie erscheint mir der Laden recht seltsam. Ein paar interessante Punkte:

Die Organisation

Wir waren auf neun Uhr verabredet. Der Abteilungsleiter war nicht da, von seinen Leuten wußte niemand Bescheid, so daß wir erst gute dreieinhalb Stunden später endlich Zugriff auf den Server hatten. In der Zwischenzeit saßen wir halt blöd rum, wohl dem, der ein Buch dabei hatte.

Der Admin

Der Administrator, Herrscher über ein dutzend Server, läuft die ganze Zeit im Trenchcoat herum und tut ganz furchtbar wichtig. Klar, daß man fremden Consultants nur ungerne root-Rechte (damit kann man wirklich alles auf der Maschine lesen, verändern oder löschen) gibt, aber der Server ist neu, da sind noch gar keine Daten drauf, die wir ausspähen oder versehentlich löschen könnten.

Trotzdem sollen wir zu ihm kommen, wenn wir uns einloggen wollen, er tippt dann immer sehr umständlich und stets darauf achtend, dass ihm niemand dabei über die Schulter schaut, das streng geheime Passwort ein. Die ersten drei mal. Beim vierten Mal wird es ihm doch zu blöd, er nimmt einen Zettel, kritzelte etwas darauf und überreichte ihn uns. Ich muß mir das Lachen verkneifen, als ich das Passwort lese. Nicht gerade sehr orginell, seinen eigenen Nachnamen zu benutzen.

Die Türen

Sämtliche Türen in den technischen Bereichen lassen sich nur mittels Karte öffnen. Als Besucher bekommt man keine. Muß man also mal kurz zur Toilette, stellt man sich dämlich neben die Tür und wartet, bis ein Karteninhaber vorbeikommt. Auf dem Rückweg das selbe Spiel. Und wenn man ganz nach draußen will, darf man gar zweimal warten.

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