Donnerstag, April 26, 2007

Himmelherrgottnochmal

Eines vorneweg: Ich weiß, daß ich nicht für's Bloggen oder Flickrn bezahlt werde. Und ich weiß auch, daß seitens meines Arbeitgebers keinerlei Verpflichtung besteht, mir einen unbeschränkten Internetzugang zur Verfügung zu stellen.

Und trotzdem geht es mir tierisch auf den Keks, daß wir seit gestern hier von einem Content-Filter gegängelt werden.

Natürlich gibt es hier Leute, die sich vom Internet von der Arbeit ablenken lassen. Aber es gibt auch Leute, die sich im Griff haben, die noch keinen Abgabetermin versaut haben, die nicht alle halbe Stunde für 10 Minuten verschwinden, um eine zu rauchen, die nicht jeden Morgen eine halbe Stunde zu spät kommen, weil sie wissen daß niemand die Anwesenheit kontrolliert.

Vielleicht sollte man da mal darauf achten und die paar faulen Äpfel aussortieren, anstatt alle zu gängeln und damit die Moral niedrig zu halten. Ich habe mich vor einem halben Jahr für diesen Job entschieden, weil in kleinen Firmen normalerweise der Scheff einen besseren Überblick über seine Leute hat und solche Kindereien eben nicht notwendig sind. Vielleicht habe ich mich da getäuscht.

Kommentare:

  1. Was wird denn alles herausgefiltert?

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  2. Tja, man muß halt unterscheiden...
    Hier bei uns ist auch manchmal Flaute, da habe ich dann fast den ganzen Tag Zeit, auf Ebay rumzustöbern oder dumme Kommentare in irgendwelchen Blogs zu hinterlassen. :-)

    Ein solcher Filter ist aber m.E. kontraproduktiv.

    Im Extremfall kann es bei mir im Büro auch mal locker 22.00 Uhr werden, um ein Projekt bzw. Angebot fertig zu stellen - natürlich unbezahlt. :-|

    Wenn man mir dann noch meinen www Zugang beschneiden würde, hätte ich glaube ich keine besonders große Motivation mehr.
    Ausschlaggebend ist doch, daß die Sachen fertig werden - Internet hin oder her.

    Das solltest du vielleicht mal der Geschäftsleitung klar machen.

    Andererseits bilde ich mir auch ein, mittlerweile die mexicanische Mentaliltät ganz gut zu kennen - und die lautet: "Wenn ich nicht massiv dazu gezwungen werde, mache ich meine Arbeit, wenn es mir passt".

    Mein persönlicher Rekord war übrigens: Bis 5.00 morgens das Angebot bearbeiten - 2 Stunden schlafen - mit dem Privatwagen das Angebot 500 Km zur ausschreibenden Behörde bringen.
    Noch Fragen?! ;-)

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  3. Herausgefilter wird so ziemlich alles, was interessant ist: Flickr, blogspot, youTube, Foren, GoogleGroups, occ.com.mx (natürlich!) und vieles anderes mehr.

    Im Prinzip haben wir kein Internet mehr.

    Hollito hat recht, das dämpft massiv die Motivation und ist in meinen Augen ein klarer Offenbarungseid der Führungsetage. Entweder ich bekomme meine Leute dazu, daß sie ihre Arbeit machen (und dann brauche ich sie nicht zu gängeln) oder ich kann das eben nicht, dann sperre ich das Internet, verbiete die Raucherpausen und mache die Teeküche zu, weil man ja auch da rumsitzen und frühstücken kann. Je länger ich darüber nachdenke, desto lächerlicher finde ich die Aktion.

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