Donnerstag, April 12, 2007

Ein Dach über dem Kopf

Gestern wurde tatsächlich die Decke auf das zweite Stockwerk gegossen. Das war vielleicht eine Schufterei für die Jungs.

Nachdem am Vortag die Verschalung aufgestellt worden war, ging es gestern um acht Uhr morgens los. Während die erfahreneren Kollegen das Eisen auf die Verschalung legten, schleppten die Jüngeren Sand, Kies und Zement in das zweite Stockwerk bzw. auf einen bereits fertigen Teil des Daches. Dort wurde dann abwechselnd der Beton auf dem Boden angerührt, der aus dem zweiten Stockwerk dann mittels Eimern aufs Dach gebracht. Dort sorgte der Meister dafür, daß das Ganze auch schön eben wird.

Die Arbeit dauerte bis nach acht Uhr abends und das Ganze ohne Betonmischer, Aufzug oder sonstige technische Hilfsmittel. Respekt! Das Essen, das die Arbeiter hier traditionell an diesem Tag vom Bauherr spendiert bekommen, haben sie sich echt verdient.


Kommentare:

  1. "Mein" albañil hat dafür immer (ich spreche von "immer", denn er hat in der Verwandtschaft bisher 7 Zwischendecken gegossen) ein paar chalanes angeheuert, die darauf spezialisiert sind. Dafür bat er immer um Geld (neben seinem normalen wöchentlichen destajo), um die "Extras" bezahlen zu können (wurde auf den Gesamtpreis angerechnet).

    Er selbst hat die Verschalung (das Holz mietet man für 28 Tage; solange braucht der Beton, um ordentlich trocknen zu können) und einen kleinen Betonmischer besorgt, die Stahldrähte geflochten und Leitungen (Wasser, Abfluß, Strom) verlegt.
    Am nächsten Tag ging's dann bei Sonnenaufgang (etwa um 6:00 Uhr) los; die chalanes (ein paar Muskel-bepackte "Monster") rückten an und los ging's. Bis zum spendierten Mittagessen so gegen 14:00 Uhr waren sie fertig (gut 50 qm colado).

    Die nächsten Tage geht's dann für Dich (oder Deine Arbeiter) ans tägliche Bewässern der Dachfläche, damit der Beton nicht rissig wird und gleichmäßig abtrocknet.

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  2. Warum so umständlich das geht doch mit Kran, Betonmischer und Rohr ganz einfach. Oder gleich fertige Betonplatten drauflegen.
    @roland: Kein Wunder dass der Beton 28 Tage trocknen muss, wenn ich den jeden Tag mit Wasser giesse. Ab welchem Tag hört mann dann eigentlich mit dem Bewässern auf?

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  3. Klar geht das auch einfacher. Aber so ein Betonmischer hätte mich mehr an Miete gekostet, als die zwei Leute, die den Zement angemischt haben.

    Und die 28 Tage sind nunmal die Zeit, die Beton braucht, um auszuhärten, (kuckst Du hier) egal ob Du ihn bewässerst oder nicht.

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  4. Aus dem Link ist zu entnehmen. "Es wird aber, wie in der DIN 1164 (Festigkeitsklassen von Zement), angenommen, dass bei normalen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen nach 28 Tagen die Normfestigkeit erreicht ist."

    Dann trocknet der Beton in der Hitze von Monterrey (Monterrey ist ein Vorort von San Nicolas) bestimmt schon nach 2 Wochen.

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  5. "Dann trocknet der Beton in der Hitze von Monterrey (...) bestimmt schon nach 2 Wochen."

    ...und ist dann rissig, wenn er nicht bewässert wird, weil zu schnell getrocknet. ;-)

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    Mal was anderes, Andreas: angesichts der Zeitspanne zum Trocknen des Betons... - glaubt Ihr ernsthaft, Mitte Mai bereits einziehen zu können? Wollt Ihr in einem "Rohbau" (ohne acabados wie Fliesen, verputzte und gestrichene Wände, Badezimmer-Möbel, etc.) wohnen?

    Rate ich Euch nicht; das haben wir einmal gemacht und uns alle Möbel bis in die letzte Ritze vollgestaubt (trotz täglichem Mit-riesigen-Folien-Abgedecke, Staubgewische und Aufgeräume).

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  6. Nein, eigentlich wollen wir nicht in einen Rohbau einziehen, eben aus dem angesprochenen Grund. Aber der Rohbau wird wahrscheinlich in dieser Woche fertig, spätestens aber Anfang kommende Woche.

    Anschliessend können die Wände in beiden Stockwerken und die Decke im Erdgesoss vergipst und der Boden im Erdgeschoss verlegt werden. Das geht im oberen Stockwerk natürlich erst, wenn die Verschalung draussen ist. Theoretisch ist es also möglich, Mitte Mai einzuziehen, falls es ein oder zwei Wochen mehr werden, ist es auch kein Beinbruch, unser Gästezimmer bei Schwiegermuttern ist zwar recht klein, aber wenigstens haben wir dort ein Dach überm Kopf.

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