Dienstag, September 21, 2010

Día de la Independencia

Endlich. Der feiertagsfreie Sommer ist vorbei. Der erste Feiertag nach der langen Durststrecke ist der Nationalfeiertag, der 16. September. An diesem Tag im Jahre 1810 rief Miguel Hidalgo y Costilla am frühen Morgen zum Kampf gegen die Spanier auf, woraufhin Mexico nach einem gut zehn Jahre dauernden Krieg tatsächlich unabhängig wurde. Dieser Grito de Dolores genannte Aufruf wird jedes Jahr aufs Neue wiederholt, allerdings nicht am frühen Morgen des 16., sondern am späten Abend des 15. Septembers.

Je nach Quelle liegt das daran, dass Porfirio Díaz am 15. Geburtstag hatte oder daran, dass Mexikaner prinzipiell lieber abends lange feiern als morgens früh aufzustehen. Mir ist es letztlich egal, warum das so ist, viel wichtiger ist die Tatsache, dass mein Arbeitgeber den 15. und den 16. als arbeitsfrei ansieht. Mit etwas Geschick konnte ich meinen Scheff davon überzeugen, mir auch den Freitag frei zu geben und so hatten wir fünf Tage am Stück zur freien Verfügung. Ab ans Meer!

Das Ziel war schnell klar, da sich die Gegend um Veracruz gerade auf den Hurrikan Karl vorbereitete, fuhren wir an den Pazifik, nach Playa Ventura. Auch da war das Wetter etwas schlechter als gewohnt, es war die ganze Zeit über mehr oder weniger bewölkt und abends regnete es, aber es war trotzdem angenehm warm und wir haben auch etwas Sonne abbekommen. Und wir haben einen tollen Strand entdeckt. Die Wellen sind am Pazifik ja recht heftig, weshalb wir immer gerne nach Marquelia gefahren sind. Dort bildet ein Fluss einen kleinen See, bevor er ins Meer mündet und in diesem See konnte man bisher gut schwimmen, das Wasser war ruhig und sehr warm. Diesmal erwartete uns aber eine böse Überraschung, der schmale Streifen Strand zwischen Meer und See war komplett vom Meer weggespült worden, an Stelle des Sees war jetzt eine Bucht, in die die Wellen mit voller Wucht einbrachen. Nicht wirklich das, was wir suchten.

Aber wir bekamen einen Tip: Bei Chautengo gäbe es genau so einen See, nur viel grösser. Also fuhren wir nach besagtem Chautengo, liessen und per Boot an den Strand übersetzen, die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten und genossen den Tag. Am Strand (ich glaube, der heisst Pico del Monte) gibt es so ziemlich alles, was man braucht, Palapas, Hängematten, leckeren Fisch und kühles Bier. Sehr zu empfehlen, aus der Luft sieht das Ganze etwa so aus:


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Ach so, der Grito de Dolores. Den haben wir in Playa Ventura gefeiert. Das war nicht ganz so pompös wie im DeEffe, aber auch hier wurde die Freiheitsglocke geläutet und Lobreden auf die Unabhängigkeit gehalten. Dass das Ganze stellenweise etwas laienspielmässig wirkte, machte es sehr sympathisch.

Zu den Fotos.

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