Donnerstag, November 04, 2010

Beim Amtsschimmel

Heute haben wir Ameyalli beim mexikanischen Standesamt angemeldet. Irgendwie lief das diesmal komplett anders ab, als bei Citlali. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war das damals zwar auch etwas umständlicher, aber damals hatte ich das Gefühl, die Beamtin freut sich darüber, mal einen etwas anderen Fall zu haben und suchte mit uns nach einer Lösung. Diesmal allerdings sah es mehr danach aus, als suche die Dame nach einem Vorwand, uns die Eintragung ins Geburtenregister verweigern zu können. Vielleicht hatte sie ja die Hoffnung, wir würden in dem Fall mit etwas Bargeld nachhelfen wollen.

Das fing damit an, dass ihr die Kopien meines Reisepasses und des FM2 nicht ausreichten. Ich hatte nur die Seiten mit dem Foto kopiert, sie wollte mehr. Beim FM2 ist das noch nachvollziehbar, da ist die ganze Information über mehrere Seiten verteilt, beim Reisepass steht aber alles Relevante auf der Seite mit dem Foto, die anderen Seiten, die sie monierte sind ziemlich uninteressant und überwiegend auf Deutsch. Aber was soll's, ich lief also zum Laden mit dem Kopierer (weshalb haben solche Institutionen eigentlich keine eigenen Kopierer?) und kopierte den ganzen Rotz, während die Dame ein anderes Kind registrierte. Als wir dann wieder dran waren, verschwand sie erstmal eine halbe Ewigkeit mit meinen Papieren im Büro ihrer Scheffin. Die fand aber wohl auch nichts daran auszusetzen.

Dann wollte sie meine Geburtsurkunde. Ich hatte eine dabei, sogar mit Apostille und im internationalen Format, aber nicht amtlich übersetzt. Und eben an dieser fehlenden Übersetzung sollte es jetzt scheitern.

In der Liste der notwendigen Dokumente (gibt's übrigens hier) steht Folgendes:

C) En caso de no contar con copia certificada de las actas de nacimiento de los padres, podrán registrar a su menor con identificación oficial, pero no se asentarán en el acta los nombres de lo abuelos.

Zu Deutsch: Wenn die Eltern keine Geburtsurkunde mitbringen, können sie ihr Kind mit gültigem Ausweis anmelden, aber in der Geburtsurkunde werden die Grosseltern nicht angegeben.

Mittlerweile hatte ich die Schnautze voll, ich wiess die Dame darauf hin, dass die Anmeldung bei Citlali mit genau den Papieren vor vier Jahren problemlos geklappt hat, ich zeigte ihr die Geburtsurkunde, die wir damals bekommen hatten und bat sie, die Eintragung dann eben ohne die Nennung der Grosseltern vorzunehmen, wie im Gesetz vorgesehen. Sie konsultierte wieder ihre Scheffin.

Der wurde es dann wohl auch zu viel, sie kam raus zu uns, schaute kurz unsere Papiere durch und wiess die Dame an, die Daten einfach von Citlalis Geburtsurkunde abzuschreiben.

Interessant, wie unterschiedlich so was laufen kann. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche, aber die erste Anmeldung wird mir wesentlich positiver in Erinnerung bleiben.

Kommentare:

  1. War das auf dem gleichen Standesamt? Falls ja, dann ist das für mich ein klarer Fall von versuchter Zusatzverdiensterlangung, sprich: Veräppelung von Ausländern, um ihnen unrechtmässig Geld aus der Tasche zu ziehen. Gleich mal den Ausländerbeauftragter anrufen (gibt's sowas überhaupt in Mexico?) und sich beschweren!

    Im Februar 2010 war's im EdoMex. auch etwas anders als im November 2007 mit der Anmeldung, aber da wir ja einen Anwalt dabei hatten (wg. der Adoptions-Papiere), ist der Korruption wohl Einhalt geboten. Was uns besonders auffiel, war, dass mit der Geburtsurkunde die CURP beantragt wird, die man dann beim Abholen des Dokuments gleich mitbekommt.

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  2. War das auf dem gleichen Standesamt?

    Ja.

    Gleich mal den Ausländerbeauftragter anrufen (gibt's sowas überhaupt in Mexico?) und sich beschweren!

    Ich wollte gerade schreiben, dass das wohl den gleichen Effekt hätte, wie wenn ich es einer Parkuhr erzähle. Aber wenn ich das tue, hab' ich anschliessend wahrscheinlich eine Parkkralle am Bein.

    Das mit der CURP hat mich auch überrascht. Das ist sowas von logisch, das kann eigentlich gar nicht sein.

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