Donnerstag, März 22, 2012

Die neue Schule

Citlali ist mittlerweile im dritten Kindergartenjahr, also höchste Zeit für uns, eine Schule für sie zu suchen. Letzte Woche war ich deshalb im Colegio Suizo, der schweizer Schule hier in Cuernavaca. Und ich war begeistert. Die Schule ist nicht zu gross, der Betrieb wirkt sehr überschaubar, die Gebäude sind sehr modern und das Personal ist sehr freundlich und aufgeschlossen. Der Direktor höchstselbst zeigte mir die Einrichtungen und erklärte mir alles, wie unterrichtet wird, was für Sprachen gelehrt werden, was für Abschlüsse gemacht werden können. Ich fand es genial. Wenn Citlali wirklich bis zum Abitur auf der Schule bleibt und die entsprechenden Prüfungen besteht, kann sie anschliesend in Deutschland studieren, ohne eine weitere Aufnahmeprüfung machen zu müssen.

Ihrem Alter entsprechend würde sie nicht in der ersten Klasse anfangen, sondern müsste das dritte Jahr Kindergarten nochmal machen. Was ich gar nicht mal als Nachteil empfinde, so hat sie noch ein Jahr Zeit, ihr Deutsch zu verbesern, bevor der Ernst des Lebens los geht. Und ich denke, es ist besser, wenn sie etwas reifer eingeschult wird, als wenn sie später nicht mitkommt, weil sie zu jung ist. Ein Jahr macht in dem Alter noch sehr viel aus, ob sie ihr Abi mit 18 oder mit 19 macht, dürfte dann allerdings ziemlich egal sein.

Sie wurde also eingeladen, zwei Tage in den Kindergarten zu kommen, um zu schauen, ob es ihr gefällt, und ob sie die ihrem Alter entsprechenden Fähigkeiten hat.

Mit dem Wechsel von Santa Fe nach Cuernavaca hatte sie sich zunächst ja sehr schwer getan, die ersten Wochen hat sie sich eigentlich nur beschwert, die Kinder spielen nicht mit mir, die Lehrer mögen mich nicht, alle doof und überhaupt.

Entsprechend erwartete ich, als ich sie gestern von ihrem ersten Probetag abholte, etwas in der Art "Da geh' ich nicht mehr hin" und wurde schwer überrascht. Den ganzen Weg nach Hause erzählte sie mir, was das doch für eine tolle Schule sei. Die haben einen Sandkasten. Und die Lehrerin redet Deutsch, so wie Oma und Opa. Und neue Freunde hat sie auch schon. Obwohl ein Mädchen gesagt hat, dass die anderen nicht mit ihr spielen sollen, weil sie nicht ihre Freundin ist, aber die anderen haben trotzdem mit ihr gespielt. Ich glaube, sie hat mir gestern mehr über die neue Schule erzählt, als sie mir insgesamt je über den Kindergarten erzählt hat.

Abends hat sie das alles dann noch der Mama erzählt, wobei sie fürsorglicherweise alles, was die Lehrerin auf Deutsch gesagt hatte, auch noch auf Spanisch übersetzt hat.

Mich freut das tierisch, ich denke, auf der Schule ist sie sehr gut aufgehoben.

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