Donnerstag, Mai 29, 2008

Lebensmittelkrise

Zur Zeit beschäftig sich Spiegel-Online mit den steigenden Lebensmittelpreisen. Ein Thema, das ich bisher nicht wirklich verfolgt habe, einerseits weil es uns nicht wirklich betrifft (wir bezahlen zwar mittlerweile auch ein bischen mehr für unsere Lebensmittel, das fällt aber kaum ins Gewicht), andererseits weil die Berichte aus Afrika und Asien doch recht weit weg sind. Bis ich über diesen Eintrag gestolpert bin.

Daß durch die Lebensmittelverteuerung tatsächlich Leute in meiner näheren Umgebung in existentielle Not geraten, stimmt mich sehr nachdenklich. Und es macht mir bewußt, wie sehr ich mich an die hier herrschenden Zustände gewöhnt habe. Früher hatte ich echte Probleme mit den Leuten, die auf der Straße hier betteln, man kann nicht allen etwas geben, es sind zu viele, andererseits kann man die Leute doch auch nicht verhungern lassen. Das machte mir echt zu schaffen, mittlerweile kann ich sie recht gut ignorieren. Obwohl ich weiß, daß das nicht in Ordnung ist.

Leider hab' ich keinen Plan, was ich tun könnte, außer in Zukunft etwas bewußter mit Lebensmitteln umzugehen.

Kommentare:

  1. 6000 Pesos für drei Arbeiter (Buchhalter, Küchenhilfe, 4-mal-pro-Woche-Putzfrau)?
    Das sind durchschnittlich 2000 Pesos pro Monat pro Nase... - ich halte das für unwahrscheinlich.

    Oder ist es etwa so, dass die Leute gerne jodidos sind (das hatte ich einmal als Theorie in die Mexico-Community eingebracht und wurde gleich "gebasht", so dass ich das Thema löschen ließ)?
    Einfacher als nach neuen Verdienst-Möglichkeiten zu suchen ist es doch, sich selbst zu bemitleiden und zu jammern...

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  2. Hm. Küchenhilfe. Das klingt nach Mindestlohn. 6 * 50 Peso die Woche, 300 Peso. vier mal die Woche Haushaltshilfe gibt 4 * 50 = 200 Peso. Das sind zusammen 500 Peso die Woche oder 2000 im Monat. Bleiben für den Buchhalter 4000. Das ist wenig, aber unwahrscheinlich finde ich das noch nicht, wenn er z.B. keinen Titulo hat, sondern sich das selbst beigebracht hat, nimmt ihn kein grosses Unternehmen und er muss für irgendwelche kleine Klitschen die Buchhaltung machen.

    Ich muß Dir recht geben, wenn Du sagst, daß es hier Leute gibt, die mehr erreichen könnten, wenn sie wirklich wollten. Aber ich bezweifle, daß das für alle gilt.

    Ich kenne sowohl Leute, die könnten, wenn sie wollten, als auch Leute, die wollen, aber keine Chance bekommen. Und um letztere mache ich mir Sorgen.

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  3. Alexander30/5/08 15:34

    Würde mich jemand aufklären was jodidos sind?.

    Die Verdienste kann ich nicht so einschätzen, allerdings werden sie für den Artikel bestimmt auch eher Leute suchen, denen es nciht so gut geht. Wenn sie schreiben würden es geht allen nicht so gut aber eigentlich kein Problem wäre es ja nicht so interessant, und das Problem scheint ja existent zu sein.

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  4. Würde mich jemand aufklären was jodidos sind?

    Wörtlich übersetzt bedeutet es gefickt, vornehm könnte man es mit Vom Schicksal nicht begünstigt oder Vom Leben schlecht behandelt bezeichnen.

    Ich seh' grad, bei DIX übersetzen sie es mit beschissen, verflucht

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  5. das problem wird sich noch verschärfen, denke ich. peak-oil ist das stichwort. dazu die weiter auseinanderklaffende schere zwischen arm und reich. wohl dem, der eigenes land zur selbstversorgung hat, denn ohne öl wird auch der welthandel einbrechen.

    ja, vielleicht bin ich pessimist, aber möglich wärs - das internet liest es einem ja vor. schöne welt.

    vllt isses bald wie früher: alles war doch soviel besser, oder!?

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  6. Ja früher, als die Gummistiefel noch aus Holz waren und die Winter noch so kalt waren, daß uns das Feuer im Kamin einfror.

    Aber Spaß beiseite: Ganz so schwarz würde ich das nicht sehen. Klar, die Schere wird vielleicht noch etwas weiter auseinander gehen. Aber ich glaube nicht, daß es zur Revolution kommen wird.

    Und daß uns das Öl ausgeht ist ja auch nicht erst seit gestern bekannt, allerdings hat es eben niemanden interessiert. Erst jetzt sind scheinbar Spritpreise erreicht, die den Leute so sehr weh tun, daß Elektroautos plötzlich akzeptabel erscheinen. Und da wird sich was tun. Der Welthandel wird wahrscheinlich etwas zurückgehen, aber er wird sich verändern und wieder erstarken.

    Das hoffe ich zumindest, ich hab' nämlich nur einen 2qm grossen Ziergarten, wenn ich von den Kartoffeln leben müsste, die ich da ziehen könnte, dann ist Diät angesagt. Außerdem hab' ich doch gar keine Ahnung von Ackerbau und Viezucht.

    PS: Schön, daß Du wieder da bist!

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  7. Die 6000 Peselotten kamen mir ehrlichgesagt auch etwas komisch vor...auch wenn mir als blöder Deutscher da die Vergleichsmögichkeiten fehlen.

    Zum Thema Spritpreise bekommt ihr von mir nur den Mittelfinger: Seit Januar läuft meine Kiste mit Autogas. ;-)

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  8. Alexander1/6/08 14:23

    Danke für die Aufklärung.

    Ich denke, dass man sich um Lebensmittel keine zu großen Sorgen machen muss, bis jetzt kann sich die noch leisten (normalerweise) und die werden auch wieder günstiger. Das Benzin teurer ist klar wenns knapper wird. Und wenn der Preis weiter steigt, schwenken die Leute irgendwann um. Hab bzgl. Energie gelesen, dass viel Forschung in die Richtung geht Solaranlagen in den entsprechenden Gegenden aufzustellen. Damit könnte man in 2030 den für dann prognostizierten Energiebedarf Europas decken. Mann muss ja nicht auf alle Ewigkeit mit Öl fahren /heizen.

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