Freitag, August 24, 2007

Kurze Woche

Diese Woche kam ich leider nicht wirklich zum Bloggen, man hat mich fett mit sinnloser Arbeit eingedeckt. Man sollte meinen, daß die verwendte Programmiersprache keine Rolle spielt, wenn das resultierende Programm das tut, was man von ihm erwartet, aber es gibt wohl doch Leute, für die die Frage Java oder .net religiöse Züge annimmt. Also verbrachte ich die Woche damit, ein ursprünglich in Java entwickeltes Programm nach .net zu portieren. Natürlich unter entsprechendem Zeitdruck, das Ding war ja bereits verkauft. Und ratet mal was, es tut genau das Gleiche, wenn beim Start des Java-Applets nicht kurz das Logo von Sun zu sehen wäre, könnte man gar keinen Unterschied feststellen. Kopf -> Schreibtisch

Was gab's sonst noch? Der Tracker hat die Verificación (Abgasuntersuchung) nicht gepackt, der Motor sollte dringend mal wieder einen Service bekommen, kurzfristig haben wir uns mit Verificación-Menschen auf ein Trinkgeld von 100 Peso geeinigt.

Der Hurrikan Dean kam erwartungsgemäß nicht in den DeEffe, er bescherte uns allerdings zwei Tage Dauerregen, hier sonst sehr ungewöhnlich und hat mich vorgestern doch ganz spontan an Deutschland erinnert, als ich morgens im Regen zur Arbeit gefahren bin.

Mittwoch, August 22, 2007

Freitag, August 17, 2007

1000 gute Gründe: Die Rente

Die Rente ist sicher! Wer kennt ihn nicht, den Lieblingsspruch des putzigen Herrn Blüm. Wir werden wahrscheinlich nie erfahren, ob er das tatsächlich glaubte oder ob er mit diesem Spruch einfach nur die Bevölkerung beruhigen wollte, um sich die Arbeit unliebsamer Reformen zu sparen. Nun, mittlerweile wissen wir, daß die Rente alles andere als sicher ist, daß meine Generation erhebliche Einschnitte hinnehmen werden muß.

Folgende Grafik stammt aus einem Dokument des Instituts für Wachstumsstudien: Wenn deren Prognosen zutreffen, werden wir bis dahin ständig steigende Beiträge bezahlen, länger arbeiten und dafür eine geringere Renten beziehen. Na, das nenne ich doch mal ein faires Geschäft.



Klar, ich verstehe diejenigen, die jetzt ihre Rente beziehen oder kurz davor stehen, und natürlich kein Interesse daran haben, das System kurzfristig zu ändern, sie können selbst wenig machen, um selbst Kapital anzusparen ist es zu spät und immerhin haben sie ihr Leben lang in das System einbezahlt und dem Herrn Blüm vertraut (und selbst wenn nicht hatten sie wenig Chancen, aus dem System auszusteigen).

Trotzdem macht sich bei mir einiger Frust breit, wenn ich die Politiker höre, die mich warnen, mich keinesfalls auf die gesetzliche Rente zu verlassen, sondern selbst zu sparen. Um im gleichen Atemzug laut darüber nachzudenken, ob man Lebensversicherungen nicht höher besteuern sollte. Irgendwann ist einfach mal Schluß, es macht keinen Spaß mehr, wenn auf dem Lohnzettel die Höhe der Abzüge nur unwesentlich geringer ist, als das, was man letztendlich ausbezahlt bekommt. Wovon soll man sich da die Altersvorsorge ansparen?

Mittwoch, August 15, 2007

1000 gute Gründe: Das Wetter

Das Wetter wird immer wieder gerne erwähnt, wenn es darum geht, weshalb man in den Süden zieht. Aber was ist eigentlich so schlecht am deutschen Wetter? Daß es im Winter kalt ist? Das macht mir eigentlich gar nichts aus, ganz im Gegenteil, ich mag richtig knackig kalte Winter und wenn ich ehrlich bin, vermisse ich hier ein wenig den Schnee. Die warmen Sommer haben mich natürlich auch nicht gestört, sonst wäre ich kaum nach Mexico gegangen.

Das Nervige am deutschen Wetter ist meiner Meinung nach vielmehr das Schmuddelwetter, wenn es mehrere Tage am Stück regnet, oder wenn der tolle Schnee schon ein paar Tage liegt und langsam vor sich hin schmilzt. Oder der absolute Klassiker: Die ganze Woche tolles Wetter und pünktlich zum Wochenende fängt es dann zu regnen an. Das ist vor allem blöde, weil man kaum längere Zeit im Vorraus planen kann.

Hier in Mexico habe ich zwei Arten von Wetter: Trocken- und Regenzeit. Trockenzeit ist klar, Sonne bis zum Abwinken, selten mal ein paar Wolken am Himmel und während der Regenzeit scheint meist am Vormittag die Sonne, gegen Nachmittag ziehen dann Wolken auf und abends bzw. Nachts regnet es mitunter sehr heftig. Damit kann ich sehr gut planen, in der Trockenzeit muss ich mir überhaupt keine Gedanken ums Wetter machen und in der Regenzeit lege ich die Aktivitäten draußen eben auf den Vormittag. Wenn ich daran denke, wie oft wir in Deutschland an den Wochenenden irgendwelche Unternehmungen ausfallen liesen oder verschieben mussten, weil gerade am betreffenden Wochenende das Wetter nicht mitspielte, da sind wir hier doch sehr viel besser dran.

Blogparade: 1000 gute Gründe

Eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt, wahrscheinlich weil ich sie für mich selbst noch nicht wirklich beantwortet habe, ist die Frage, weshalb jemand seine Heimat verläßt, um fortan in der Ferne zu leben, sprich, auszuwandern.

Deshalb dreht sich auch diese Blog-Parade um die Gründe für oder gegen das Auswandern. Schreibt also bis zum 31.08.2007 Einträge, in denen Ihr einen Grund (oder mehrere Gründe) beschreibt, weshalb Ihr aus Deutschland ausgewandert seid oder auswandern wollt. Oder (damit das nicht in ein totales "Deutschland ist so furchtbar"-Geheule ausartet) Gründe, die Euch in Deutschland halten. Dann schreibt Ihr hier in den Kommentar einen Link zu Eurem Eintrag und am Ende des Monats sehen wir, was dabei herauskommt.

Als Beispiel hab' ich mal einen kurzen Eintrag über das Wetter gemacht, selbstverständlich werde ich auch noch einen oder zwei gewichtigere Gründe nachreichen.

Viel Spaß, ich bin gespannt!

Drei Jahre "Die Auswanderer"

Unser Blog wird heute 3 Jahre! Der erste Eintrag ist übrigens dieser hier vom 15. August 2004, nicht der über-uns-Artikel, den habe ich später mal eingestellt, allerdings mit gefälschtem Datum, um ihn ganz am Anfang zu haben, für die Leute, die Blogs in chronologischer Reihenfolge durchblättern.

Zum Jubiläum würde ich gerne mal etwas ausprobieren, nämlich eine Blog-Parade.

Das funktioniert so: Ich denke mir ein Thema aus, jeder, der auch etwas zu diesem Thema sagen will, schreibt darüber einen Eintrag in sein Blog und hängt hier in die Kommentare einen Link auf selbigen. So kann jeder, der sich für das Thema interessiert, hier nachschauen, was andere so darüber denken und anschließend werde ich hier eine Zusammenfassung über das Thema schreiben. Falls jemand mitmachen will, der noch kein eigenes Blog hat, kann er mir den Beitrag per Mail schicken, dann veröffentliche ich ihn hier als Gastbeitrag.

Ich finde das eine interessante Idee, sie verlagert die Diskussion von den Kommentaren in die einzelnen Blogs, selbstverständlich könnte ich hier auch ein Thema zur Diskussion stellen und auf Kommentare hoffen, allerdings sind Kommentare selten so ausführlich, wie eigene Blogeinträge und vielleicht werde ich so noch auf ein paar interessante Blogs aufmerksam.

Das Thema gibt's im nächsten Post.

Montag, August 13, 2007

Seifenoper

Wir waren gestern auf einer denkwürdigen Geburtstagsfeier. Dort traf versehentlich ein Ex-Ehepaar aufeinander, das sich nach kurzer Zeit über die Erziehung der gemeinsamen Kinder in die Haare kam.

Nach kurzem Vorgeplänkel nannte sie ihn einen Idioten, er konterte mit blöde Schlampe woraufhin sie ihren Schuh(!) auszog und nach ihm warf. Allerdings weit daneben, da die Party auf einer Dachterasse stattfand, wird ihn wohl demnächst einer der Nachbarn finden.

Den folgenden kurzen Dialog bekam ich nicht mit, weil ich Citlali auf dem Arm hatte und uns erstmal in Sicherheit brachte, wie ich mich wieder umdrehte, schüttete sie ihm gerade quer über den Tisch ihren Drink ins Gesicht, er revanchierte sich entsprechend mit seinem Bier, woraufhin sie mit ihrem leere Glas nach ihm warf, das auf der Straße zerschellte. Zielen kann sie wirklich nicht. Mittlerweile saßen die beiden alleine am Tisch, als er sich dann noch über ihre Trefferquote lustig machte, schnappte sie sich einen Besen, der in einer Ecke stand und ging auf ihn los.

Hier mischten sich dann endlich ihre Familie und seine Freunde ein, trennten die beiden und redeten jeweils beruhigend auf die beiden ein, überaschenderweise regten sich beide ab und blieben demonstrativ da, keiner wollte sich die Blöse eines wutentbrannten Davonstürmens geben.

Wirklich eine gelungene Show-Einlage und das Gesprächsthema für die nächsten drei Familienfeiern dürfte auch gesichert sein. Sag nochmal einer, die Telenovelas seien überzogen und wirklichkeitsfremd.